Was machst du eigentlich den ganzen Tag? (8/26)

Immer am fünften eines Monats sind Menschen mit ihren Blogs dazu aufgerufen, ihren Tag zu verbloggen. Klingt aufregend und nach Spaß? Dachte ich auch, als ich vor etlichen Jahren den Aufruf dazu von Frau Brüllen sah!

Heute war ich verhältnismäßig spät wach, es war schon fast 6.15 Uhr. Nach der Dusche drehte ich die übliche Runde mit dem Hunde. Die hat sich wohl gestern ein wenig den Magen verdreht und hatte Durchfall, das Hundefrühstück landete später wieder im Garten. Armes Tier. Aus dem Kellerfenster fütterte ich die Hühner, die Ställe würde ich später von Eiern und Kacke befreien. Auch wenn es schon kurz vor acht war, konnte ich mich noch nicht zum Arbeiten aufraffen. Also guckte ich zwei Episoden „Supernatural“ bei Netflix, bevor langsam Leben ins Haus einkehrte.

Die Herzdame brachte den Hund gerade rechtzeitig in den Garten, dass das Tier in Ruhe kotzen konnte. Der Gastteenie erschien mit Gepäck im Wohnzimmer. Nach fünf Wochen bei uns zieht er nun für den Rest seiner Zeit in Deutschland in die nächste Gastfamilie. Während ich der Konferenz via Teams beiwohnte, frühstückten die anderen Menschen und gegen elf machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

Mit einem Koffer und einem Rucksack, die jeweils in der Gewichtsklasse des Gastteenies spielen, wollten wir ihn nicht zu Fuß zum Bahnhof gehen lassen. Auch wenn es nur ein paar hundert Meter sind. Schließlich fahren die Züge von Kiel gerade nicht durchgängig zum Hamburger Hauptbahnhof, wo er umsteigen muss, und da ist dann genug Fußweg zu bewältigen.

Vor der Bahnschranke ein Stau und die Polizei regelte den Verkehr. Die Schranke ist mal wieder kaputt und ging nicht hoch. Das hatten Techniker der Bahn schon behoben, allerdings stand die Ampel noch auf rot. Wir wurden durchgewunken und waren sehr rechtzeitig auf dem Parkplatz. Rechtzeitig genug, um de Zug herannahen zu sehen. Nur schloss sich die Schranke nicht und einige Autos fuhren noch sehr unbedacht über den Bahnübergang. Offenbar gibt es eine Prozedur für solche Fälle: Der Triebfahrzeugführer muss dann vor dem Bahnübergang stoppen und die Schranke mit einem Schlüssel manuell senken.

Nur senkten sich die Dinger nicht, mutmaßlich weil die Techniker da noch zu Gange waren.

Die sperrten dann den Bahnübergang selbst ab, der Zug konnte einfahren und war nur wenige Minuten zu spät. Aber Herr Gastteenie hatte mit großzügigem Puffer geplant, also in der Hinsicht war alles fein.

Wieder zuhause setzte ich mich an die Mails und ans Telefon. Termine vereinbaren, Akkreditierungen abschicken für anmeldepflichtige Termine und Themenrecherche. Zwischendurch leichte Hausarbeit: Spülmaschine aus- und 60°-Wäsche einräumen. Nicht in die selbe Maschine natürlich. Das versteht sich von selbst.

Zum Mittag gab es Reste vom Grillfleisch von gestern, danach ging ich noch kurz runter zu den Hühnern. Ich beschränkte mich aufs Eier einsammeln, die Herzdame hatte schon angekündigt, dass sie nach ihrem Termin die Ställe sauber machen würde.

Was nun folgte war eine Art Ohnmacht: Mit dem festen Plan, nur eine Stunde Mittagsschlaf machen zu wollen, legte ich mich hin und wurde erst vier Stunden später wieder wach. Das Abendessen bestand aus einem Aufback-Baguette mit veganem Bresso und Tomate, wir sahen einige Folgen „Unbreakablie Kimmy Schmidt“ bevor ich diesen Text schrieb und den Füllstand der Hühnerställe checkte: Laut den Kamerabildern sind zwei Hühner im kleinen und fünf im großen Stall. Ich spüre eine gewisse Müdigkeit aufsteigen und werde heute wohl früh ins Bett gehen. Huhn im Geiste, Sie wissen schon.

Mehr Texte wie diesen gibt es bei Frau Brüllen.

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