3:07 Uhr

Ich gehe zur Arbeit, während die Stadt noch tief und fest schläft. Wer jetzt unterwegs ist, hat entweder einen sehr guten Grund oder er hat eine lange Nacht hinter sich.

Alle Geräusche wirken unnatürlich laut. Es ist niemand da, der andere Geräusche machen könnte. Der Soundtrack der Stadt fehlt.

Einsteigen, Licht an, Tür noch mal auf, weil der Gurt eingeklemmt ist. Der „Licht ist noch an“-Warnton erschreckt mich. Wie laut das Mistding doch ist, denke ich.

Und dann fällt mir ein, dass es nicht der Warnton ist, der so laut ist. Es ist die Stadt, die so leise ist morgens um 3:07 Uhr.

2 Kommentare zu „3:07 Uhr“

  1. Ein paar Zeilen, die auch aus einem Bosse-Album stammen könnten. Gefällt mir!

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