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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 534.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Viel war nicht zu erzählen diese Woche. Es war eine dieser Wochen,
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die voraussichtlich ungefähr zehn Tage hat.
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Ja, ich arbeite das Wochenende durch, deswegen habe ich auch relativ wenig Zeit
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gerade für die Aufnahme.
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Aber ein paar Sachen müssen auf jeden Fall an die virtuelle frische Luft aus
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meinem Kopf raus.
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Punkt 1, Arbeit. Ich hatte unter anderem diese Woche einen Termin in einer Marihuana-Plantage
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für einen Beitrag, der am Dienstag in zwei Formen auf unterschiedlichen Sendeplätzen laufen wird.
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Die Cannabis-Social-Clubs haben ein bisschen das Problem, dass sie zu wenig
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Mitglieder haben und zu große Konkurrenz aus dem Versandapotheken-Bereich und darüber mache ich was.
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Das war ganz spannend. Ich hatte dann die Anbau, wie sagt man denn?
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Anbaufläche? die Anbauhalle?
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Also auf jeden Fall habe ich einen Social Club auf ihrer Farm besucht,
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ein ehemaliger Munitionsbunker auf einem Militärflughafen, der nicht mehr genutzt wird.
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Und das war alles ganz spannend zu sehen tatsächlich, weil mir gar nicht klar
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war, wie man Marihuana anbaut.
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Einerseits und andererseits, wenn es einfach entspannte Leute sind,
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liegt vielleicht auch irgendwie nahe.
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Aber was ich spannend fand, das eine war, dass ich schon ungefähr 150 Meter
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vor dem Bunker wusste, dass ich da bin, weil so ein sehr charakteristischer
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Geruch durch die Lüftungsanlage des Autos reinzog.
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Ja, irgendwie Interview gemacht, dies, das und nach Hause gefahren.
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Und wir hatten für den Abend noch Karten für den Kieler Poetry Slam,
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komme ich auch gleich noch zu.
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Und das war vom Timing her dann so, dass ich, also ich weiß gar nicht,
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17.30 Uhr ungefähr war ich zu Hause und wir hatten dann vorher schon besprochen,
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dass wir dann sofort losfahren.
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Ich musste auch nicht mehr irgendwie groß nochmal rein ins Haus,
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denn man fährt ja einen Moment nach Kiel von hier aus und dann wollten wir den
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Hund auch noch zu den Schwiegereltern bringen,
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dass die beaufsichtigt ist und dann noch dahin gehen und rechtzeitig da sein, hin und her.
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Auf jeden Fall bin ich gar nicht groß ausgestiegen und die Ladies sind ins Auto
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reingekommen und die Herzdame sagte: „Alter, das riecht denn hier nach Gras.“
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Also ich muss wohl eine ganze Wolke mitgebracht haben.
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Ja, also mir war es gar nicht so doll aufgefallen, aber sie sagte,
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es war schon ganz schön übel, als sie eingestiegen ist.
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Und ich habe dann so überlegt, was passiert denn, wenn ich jetzt in eine Kontrolle
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gerate oder geraten wäre, wenn mich jemand angehalten hätte, warum auch immer.
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Hätte ja sein können, verdachtsunabhängige Verkehrskontrolle, weiß der Schinder.
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Und dann machst du das Fenster runter und da kommt dann jemand ans Auto und
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sagt: „Guten Tag, können Sie mal bitte aussteigen?“
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Gar nicht mal von der Situation her.
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Das ist ja vollkommen klar, du machst das Fenster auf, es stinkt nach Gras.
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Natürlich läuft dann irgendein Protokoll seitens der Polizei ab,
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um abzuklären, warum riecht das da nach Gras, was ist mit dem Typen los, ist der fahrtauglich?
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Das ist ja vollkommen logisch. Aber ich würde natürlich erklären wollen,
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ich hätte den Impuls dazu, zu erklären, warum das nach Gras riecht.
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Und das stelle ich mir ganz spannend vor.
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Ja gut, ich hätte ja im Zweifelsfall das Aufnahmegerät gehabt und auch einen Kopfhörer.
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Ich hätte ihm das Material vorspielen können.
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Aber wahrscheinlich, so wie ich jetzt, also wenn ich jetzt Polizist wäre,
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würde ich auf so eine hanebüchene Geschichte wie, sorry, ich bin Journalist,
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ich mache gerade einen Beitrag über Cannabis-Anbau in Schleswig-Holstein und
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ich war in einer Plantage, deswegen riecht es vielleicht ein bisschen danach,
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würde ich jetzt vielleicht nicht sofort als möglichen Grund annehmen.
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Abends hatte ich ja gesagt, wir waren beim Kieler Poetry Slam,
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hatte erst einmal im Monat im Kulturforum in Kiel und es waren sehr starke Texte
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dabei, die wahnsinnig viel Spaß gemacht haben.
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Ein paar bekannte Leute, die man so aus der Kieler Slam Szene kennt,
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als ob ich jetzt jemanden der Kieler Slam Szene kennen würde,
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aber Björn Katsur zum Beispiel ist ja wirklich ein Urgestein und der hat einen
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Text gemacht über einen finnischen Soldaten,
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der in einer Sabotageeinheit war und.
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Den Anschluss an seine Gruppe verloren hat und also tagelang unterwegs war,
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bis er irgendwann ein Lager gefunden hat.
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Und dann hat er erst im Lager gesehen, dass das der Feind ist, die Russen.
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Und ist dann auf seinen Skiern einfach durchs Lager durchgefahren,
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konnte den so entkommen.
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Er hatte keine Munition mehr, weil seine Kameraden ihm die abgenommen haben
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und hin und her. Diese Geschichte erzählt es sehr eindrücklich und man fragt
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sich dann immer, okay, es ist Björn Katsur, es muss jetzt noch irgendeine absurde Wendung kommen.
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Und dann sagt er: „ja, und der Grund dafür, Meth.“
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Offenbar hatten die Aufputschmittel dabei und er hat an einem Tag wohl die Tagesdosis
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von fünf Tagen versehentlich zu sich genommen.
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Deswegen hat er einerseits tagelang durchgehalten und hat das überlebt.
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Und andererseits war das der Grund, warum seine Kameraden ihm die Munition abgenommen
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haben, weil die sagten, das könnte jetzt ein bisschen hakelig werden.
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Ich kriege es nicht mehr zusammen. Ich konnte mir den Namen auch nicht merken von diesem Menschen.
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Ich hätte das gerne verlinkt, denn das ist garantiert irgendwo sehr gut dokumentiert.
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Vielleicht finde ich das durch Zufall. Dann kommt es noch in die Shownotes.
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Also es war einerseits brillant komisch von einigen Vortragenden,
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andererseits wirklich hochemotional wo jemand einen Text über seine Oma gemacht
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hat, dass er acht war, als sie gestorben ist und sich nicht von ihr verabschieden
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konnte und es war vollkommen irre,
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was für ein Spektrum das war und wir hatten neben dem Gasttenie auch noch eine
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Freundin von ihr mit dabei und die war komplett hooked.
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Poetry Slam voll ihr Ding auf einmal, findet sie richtig gut.
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Gerade weil es eben auch so eine emotionale Achterbahnfahrt war.
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Und dann kommen wir in die Welt der Maschinen. Das eine ist der Saugfried,
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unser Staubsaugerroboter.
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Mit dem habe ich ja nun schon einigen Kram durch und jetzt ist mir aufgefallen,
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vor einiger Zeit, dass der zwar, wenn er wischen soll, wischt,
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aber dass der Boden so verdächtig trocken ist.
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Stellt sich raus, es kommt kein Wasser mehr aus dem Frischwassertank im Roboter an,
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oder auch, also man kann das, da wo der so reinfährt, diese Fläche,
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wo die Bürsten, die Wischpads gereinigt werden, die kann man halt gewissermaßen
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unter Wasser setzen, um diesen Bereich zu säubern und da kommt auch nichts mehr an.
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Das habe ich in einem länglichen Hin und Her mit dem Support dann geschildert
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und denen auch im Video klar gemacht,
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wie sich das Problem darstellt, dann haben die gesagt, ja, da können Sie nicht
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viel tun, da müssen Sie den zu einem unserer lokalen Reparaturcenter einschicken.
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Wir schicken Ihnen eine Versandmarke, Sie müssen das Ding nur verpacken,
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am besten in der Originalverpackung.
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Ich frage mich dann in solchen Fällen immer, was denken die Leute denn eigentlich?
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Der Karton war riesig, in dem das Ding kam.
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Natürlich habe ich den sofort entsorgt. Sowas stelle ich mir doch hier nicht
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irgendwo in die Ecke für den Fall der Fälle.
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Das ist ein Quatsch. Also ich bin jetzt im Wesentlichen damit beschäftigt,
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einen Karton zu finden, der ähnlich groß ist, wo ich dieses Ding also drin verpacken kann.
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Ich halte euch auf dem Laufenden, was da los ist. Und ansonsten gibt es eine
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wunderbare Geschichte, die ich jetzt bei Social Media gelesen habe.
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Und zwar, wenn man sowieso ständig mit einem Sprachmodell chattet,
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dass man dann ja mal fragen könnte, ich muss mein Auto waschen und die Waschanlage
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ist ungefähr 100 Meter von meinem Zuhause entfernt.
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Soll ich da besser hinfahren oder wäre es schlauer zu laufen?
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So, ich kann schon mal sagen, das Ergebnis ist absolut großartig.
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Sensationelle Unterhaltung. Ich werde das jetzt hier anhängen.
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Einer künstlich generierten Stimme, dass wir das sozusagen nachspielen.
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Und wer das nicht mag, der kann das einfach jetzt überspringen.
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Ich mache da eine extra Kapitelmarke zu und komme dann direkt zum Ende dieses Podcasts.
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Also ich frage, ich muss mein Auto waschen und die Waschanlage ist ungefähr
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100 Meter von meinem Zuhause entfernt. Soll ich da besser laufen oder das Auto nehmen?
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