Seit 8.000 Internetjahren ruft Frau Brüllen dazu auf, am fünften eines Monats seinen Tag zu verbloggen und da mache ich doch gerne mit.
Ich weiß nicht mal ganz genau, wie es dazu kam. Es fühlt sich auch nicht richtig an. Trotzdem bin ich gegen 4.30 Uhr wach. Also wach-wach. Nicht nur so „Ach, da drehe ich mich nochmal um“-wach, sondern so widerspruchslos wie es nur geht. Trotzdem sträube ich mich, zu so derart gottloser Uhrzeit das Bett zu verlassen. Leider ist um diese Zeit das Internet relativ schnell leer gelesen. Sogar die öffentliche Timeline „meiner“ Mastodon-Instanz war überraschend schnell an einem Punkt, an dem ich die Inhalte schon kannte. Ich löste also routiniert meine täglichen Rätsel bei Gridgames und scheiterte einmal mehr an Poople. Dort bekommt man alle 16 Stunden ein englisches Wort mit vier Buchstaben und darf pro Runde nur einen Buchstaben ändern. Das Ziel ist, mit möglichst wenigen Versuchen bei „poop“ zu landen. Ausgehend von „view“ muss ich konstatieren, dass mir (auch unabhängig von der Uhrzeit) das Vokabular fehlt, um hier sinnvoll raten zu können. Eine ähnliche Situation hatte ich erst vor zwei Tagen, nur um dann kurz vor dem Einschlafen nochmal mit der Epiphanie einer möglichen Lösung im Kopf hochzuschrecken. Die funktionierte tatsächlich und ich schlief zufrieden ein, aber ich schweife ab.
Nach der Beautyroutine im Bad und der Hunderunde bereite ich mein Frühstück zu: Es gibt zwei Spiegeleier auf Käsebrot mit einem Esslöffel Salsa, die vom letzten Taco-Essen übrig war. Danach erledige ich etwas Honorarbuchhaltung und bezahle noch die Rechnung der letzten Otto-Lieferung. Bisher haben wir unsere Schietbüdel immer bei Amazon bestellt, aber in einem Versuch, so wenig wie möglich Geld in Jeff Bezos‘ Yachtflotte zu bringen, sind wir nun bei otto.de gelandet, wo es sowas eben auch gibt.
7.40 Uhr. Sonntag. Was macht man da sinnvoll?
60° Wäsche und die Spülmaschine sind schnell erledigt. Vor 11.00 ist heute nicht an Podcasting zu denken: Die Herzdame und ich wollen die nächste JSFP-Episode zusammen aufnehmen und kriegen es schon seit vier Tagen nicht hin. Aber vor dem Gottesdienst wird da selbstredend nichts. Trotzdem befasse ich mich damit, denn mein Vorhaben, so viele Episoden wie möglich nachträglich mit Transkription zu versehen, geht halt nicht automatisch. Die Texterkennung schon, aber da muss man nacharbeiten und die fertige Datei so ins Blog einpflegen, dass sie auch benutzbar wird. Das dauert etwa eine Stunde für drei Episoden und danach spüre ich eine gewisse Bettschwere, der ich bekanntlich immer gern nachgebe.
Nach der Siesta passiert Vieles gleichzeitig: Ich telefoniere mit den Eltern, der Hund will raus und die Herzdame ändert den Plan für heute. Statt podcasten steht ihr doch eher der Sinn nach Pommes am Strand, weil davon auch der anwesende Neffe und Herr Gastteenie was haben. Ja, große News im Nebensatz, dazu mehr im Podcast, wenn der irgendwann mal Priorität bekommt. Das wird komplex, denn selbst dieser Plan erfährt eine weitere Änderung: Wir müssen auch noch Gebäck mit zu unserer Nachmittagsverabredung mit den Schwiegereltern bringen, das Sortiment des Bäckers ist eher schmal, also kauft die Herzdame auf dem Heimweg eine Backmischung. Backmischung backen und Pommes am Strand kollidieren aber garantiert nicht mit dem Zeitplan für die Nachmittagsverabredung.
Ich brauche Urlaub.
Pommes gibt es in Eckernförde direkt am Strand. Die Strandperle beherbergt sowohl einen sehr guten Dönerladen, als auch ein Fachgeschäft für Pommes. Dort wurde die Bestellung zwar nur zu 75% richtig erfüllt – ich bekam die Pommes Deluxe (mit Sour Cream, Schnittlauch und Parmesan), statt mit Chili Cheese-Sauce – aber da wollen wir nicht meckern.
Direkt im Anschluss fahren wir also zu Schwiegervaters Schrebergarten. Die Anfahrt ist sehr kompliziert, aber man kommt – wenn man das Labyrinth erstmal durchdrungen hat – mit dem Auto bis auf die Parzelle. Dort stehen lauter sehr alte Bäume und eine Hütte, die er schon mit sehr viel Mühe saniert hat. Nun fehlt nur noch ein bisschen Strom. Den soll ein Solarpanel mit Akku liefern und dafür muss das Panel erstmal aufs Dach. Zwei Mann oben, zwei unten und dann ging das doch recht unkompliziert. Schwieriger waren die Gehwegplatten als Beschwerung, aber auch das haben wir mit vereinten Kräften gelöst.
Zur Belohnung gab es Brownies, Obst und gekühlte Getränke, bevor wir wieder nach Hause aufbrachen. Dort war dann endlich Zeit für die gemeinsame Podcastaufnahme, die nun noch dem Schnitt und der Postproduktion harrt und kurz nach diesem Text veröffentlicht werden wird.
Mehr Beiträge wie diesen und die Regeln zu dieser kleinen Mitmach-Aktion „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ gibt es bei Frau Brüllen.
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