Der letzte Grund, warum ich diese Seite noch zum bloggen benutze und nicht ausschließlich zur Podcastdistribution ist diese schöne Aktion von Frau Brüllen, wonach man immer am fünften eines Monats seinen Tag beschreibt. Die Spielregeln und weitere Beiträge wie diesen gibt es nebenan.
Heute wurde ich, woll’n mal sagen, außerplanmäßig um 4.30 Uhr wach. Einfach so. Nachdem ich meine Runde durchs Netz beendet hatte und im Bad fertig war, wurde auch Frl. Hund langsam ungeduldig. Die Hunderunde verlief erwartungsgemäß unspektakulär und wegen der frühen Stunde war ich vor der Rushhour wieder Zuhause: Wir haben die Grundschule und gleich zwei Kitas in unserer Straße, einer Sackgasse, und morgens ist hier komplett Wild West was den gesunden Menschenverstand oder solche Trivialiäten wie Verkehrsregeln angeht. Sobald die eigene Brut sicher in der Verwahrung ist, spielt die körperliche Unversehrtheit anderer eine eher untergeordnete Rolle für die hiesigen Eltern.
Na ja.
Das Frühstück bestand wie immer in letzter Zeit aus zwei Spiegeleiern mit Siracha auf Käsebrot, was – wie allgemein bekannt sein dürfte – ein gutes Brot ist. Ich ignorierte erstmal Spülmaschine und den Rest der Küche und knallte mich auf die Couch. „Wenn ich schon so früh wach bin, kann ich auch mit einer Folge ‚Supernatural‘ in den Tag starten“, dachte ich mir. Die Serie hatte ich im linearen Fernsehen seinerzeit irgendwie verpasst und dann war es zu spät einzusteigen. Und für irgendwas muss das Netflix-Abo ja auch gut sein. Ich will ehrlich sein: Ich habe keine ganze Folge durchgehalten, weil mir mindestens eine Stunde Schlaf fehlte. Den holte ich also nach, denn es war noch nicht mal halb acht – wer sollte mich aufhalten?
Gegen neun ging ich zu den Hühnern runter: Ariana Grand-Ei hatte sich schon wieder aus dem Gehege befreit. „Huhndini“ wäre ein passenderer Name für sie. Zum Glück ist sie davon immer selbst überrascht und lässt sich leicht einfangen und zurück ins Gehege befördern. Schon mal unten habe ich den Stall sauber gemacht, Wasser und Futter aufgefüllt und die Eier aus den Legenestern gesammelt. Pünktlich zur Konferenz saß ich am Schreibtisch und checkte parallel dazu meine Mails.. Danach schrieb ich den Text für einen Beitrag, der am Montag laufen soll. Darin geht es um die Diskussion um eine Alkoholverbotszone am Südermarkt in Flensburg. Zwischendurch genehmigte ich mir ein frühes Mittagessen, weil ich zur üblichen Essenszeit beim Zahnarzt zu einem Kontrolltermin zu erscheinen hatte. Hausgemachten Labskaus von gestern mit zwei Spiegeleiern aber – aus Rücksicht auf den Zahnarztbesuch – diesmal ohne Rollmops. Danach hätte ich mich gern nochmal hingelegt.
Das Skript wurde rechtzeitig vor meinem Termin fertig, der Zahnarztbesuch war insofern erfolgreich, als man dort sehr zufrieden war. Zuhause war direkt Zeit für die nächste Hunderunde und danach fuhr ich schnell einkaufen: Eines der Leuchtmittel der Deckenlampe im Wohnzimmer hat die Grätsche gemacht und ich brauchte Zutaten fürs Abendessen: Pancetta, Parmiggiano, Fettucine, Sellerie, Zwiebel, Möhre, passierte Tomaten, Vollmilch und etwas Beefhack. Oh ja, Baby, heute ist Bolo-Tag.
Zurück Zuhause habe ich das Leuchtmittel ausgetauscht und den kühlpflichtigen Teil des Einkaufs im Kühlschrank verstaut. Kurzer Email-Check: Kein Feedback zum Manuskript, also ein später Mittagsschlaf. Danach gab es für die Hühner noch eine Handvoll Körnerfutter. Es war schon kurz vor Sonnenuntergang und da hauen sie sich sowieso nochmal den Kropf voll. MIt Körnerfutter hat der Muskelmagen über Nacht gut zu tun, das sorgt auch für guten Schlaf.
Während ich die Bolo ansetzte, räumte ich die Spülmaschine aus und fütterte Frl. Hund. Irgendwann kommt man beim Bolo kochen ja an den Punkt, an dem man sehr viel Selbstbeherrschung braucht und das dauert etwa zwei Stunden bei kleiner Hitze. Junge, war ich konzentriert auf einige weitere Episoden „Supernatural“. Und dann war es endlich so weit:

Es war so verflucht lecker! Die lohnenswertesten Stunden voller Selbstdisziplin der ganzen Woche. Und das Beste: Ich habe noch was für das morgige Mittagessen übrig!
Gleich werde ich noch ein wenig aufräumen und vielleicht schon die Spülmaschine anschalten, bevor ich nochmal mit Frl. Hund um die Häuser ziehe und dann früh schlafen gehe.

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