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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaas feine Podcast Episode 425.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht. Vielen Dank für das Feedback zur
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Autobahn-Episode. Das kam auf vielen verschiedenen Kanälen rein und der Tenor
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war, dass die Tonqualität gar nicht so furchtbar war wie in meiner Vorbemerkung angekündigt.
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Ich habe jedenfalls länger überlegt, ob ich das so veröffentlichen möchte.
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Aber das waren dann wahrscheinlich meine Radioohren, die da einen gewissen Grundqualitätsanspruch
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angelegt haben. Aber ist ja umso besser, wenn es euch gefallen hat. Da freue ich mich ja.
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Ansonsten wollte ich über ein paar ganz grundsätzliche Sachen sprechen.
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Ich hatte es in der letzten Episode erzählt, dass ich meinen Twitter-Account
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dann jetzt deaktiviert habe.
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Trotz aller Bedenken darüber, dass ich möglicherweise dann irgendwann Tweets
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von jemandem mit dem Nickname Schaarsen zu sehen bekomme, der nicht ich ist.
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Ja, mal gucken. Also das war ja so ein bisschen die Sache, als ich getwittert
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habe, dass ich der neue Landeskorrespondent fürs Deutschlandradio in Schleswig-Holstein
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bin, dann kamen ja auch einige hundert neue Follower genau deswegen dazu.
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Deswegen hielt ich es in der Vergangenheit immer ein bisschen für problematisch,
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den Account aufzugeben.
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Andererseits, ja, mein Gott, Twitter ist so tot. und so kacke geworden,
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dass ich da einfach nicht mehr sein möchte.
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Alles, was so rund um den Angriff der Hamas auf Israel da jetzt in den letzten Wochen, Tagen,
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was jetzt da in den letzten Tagen passiert ist und nicht wegmoderiert wurde,
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nicht geahndet wurde, fand ich wirklich schwierig und da möchte ich einfach nicht mehr sein. Punkt.
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Das Problem ist, dass die Alternativen alle irgendwie Mist sind.
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Und so setzt bei mir so eine Social Media Müdigkeit ein. Blue Sky ist für mich
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irgendwie keine Option,
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weil das halt dem Typen gehört, der Twitter, mein Lieblings-Social-Network
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seit fast 15 Jahren, an diesem Irren verkauft hat.
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Da will ich auch überhaupt nicht sein. Da bin ich falsch.
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Ist mir auch egal, wie viele aus meiner Bubble da sind und dann ist das halt so.
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Ja, ich bin halt schon ziemlich lange auf Mastodon und jetzt ja dann viel intensiver
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schon seit einigen Monaten.
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Mir geht da so ein bisschen die Diskussionskultur auf den Keks.
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Es gab da diesen Fall von Dennis Horn.
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Dem Journalisten und ehemaligem Host vom Hakendran-Podcast,
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der letztlich einfach ein Foto von sich gepostet hat,
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wie er sich auf ein Fernsehinterview via Zoom vorbereitet und sich dann stundenlang
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dafür rechtfertigen musste,
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warum er jetzt Zoom benutzt und das so mit einer Engelsgeduld erklärt hat und
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trotzdem irgendwie die Leute immer noch nicht aufgehört haben, ihn dafür anzugehen.
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Also sein Argument war halt, Fernsehinterviews sind für alle Beteiligten immer
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sehr aufregend und deswegen sollen also die Interviewten sagen,
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welches System sie bevorzugen, wenn es remote stattfindet, damit sie sich nicht
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noch zusätzlich mit einer neuen Technik auseinandersetzen müssen und dass eben
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der Interviewpartner in dieser Situation um Zoom gebeten hat.
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Und Dennis Horn ist eben Digitalexperte der ARD, also der weiß das alles,
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was ihm da vorgeworfen wurde, hat das auch immer wieder erklärt und erklärt und erklärt.
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Und eine der Antworten war dann ja und genau deswegen, das sind ja viel zu einfache
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Antworten, man macht es sich damit viel zu leicht und man muss die Leute einfach
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mitnehmen und ihnen das zeigen.
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Aber das macht ja keiner mehr und deswegen haben es die Faschisten im Augenblick so leicht.
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Also die Nutzung von Zoom befördert den Faschismus in Deutschland.
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Das ist Teil der Diskussionskultur auf Mastodon.
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Da geht auch meine eigene Mastodon-Erfahrung gerade zu Anfang in die Richtung,
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die war sehr durchwachsen.
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Zum Beispiel gab es da, klar stellt man sich seine Timeline selber zusammen, bliblubla hin und her.
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Ich habe also mir damals ein Konto gemacht auf Chaos.social und habe dann Leuten
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gefolgt, die ich vorher nicht kannte, weil ich gesagt habe, ich möchte dann
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vielleicht die Chance nutzen, mir eine neue Timeline zusammenzustellen,
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meine Bubble zu erweitern.
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Und das war beeindruckend, weil es da zum Beispiel jemanden gab,
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der Leute aggressiv angegangen ist, weil die öffentlich geschrieben haben,
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dass sie ein Android-Handy benutzen und es nicht gerootet haben.
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Weil das halt für ihn klar war, wenn man ein Android-Handy hat,
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dann muss alles von Google sofort runter und das ist ja total einfach,
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dann muss man nur hier mit Linux Bash und dies, das, Installation,
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Distribution, hier, ba, ba, ba.
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Ja, ist es ja halt nicht. Ist toll, dass das für den einfach ist,
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aber für viele andere eben nicht.
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Und er war da auch komplett empathiefrei, möchte ich mal sagen.
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Also, er hat kein Verständnis dafür, dass es eben Leute gibt,
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die weniger Wissen darum haben, wie das funktioniert, als er selbst.
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In einem anderen Fall, und da war ich kurz davor,
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mein Konto zu löschen, gab es halt wirklich jemanden, der ausgerechnet Katharina
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Nocun dafür, dass sie auf Twitter verlinkt hat von Mastodon aus,
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der digitalen Zuhälterei bezichtigt hat. Da hab ich gedacht, ich spinne?
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Und jetzt zuletzt war es halt so, dass es, ich weiß nicht, es gab eine Person,
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der ich gefolgt bin beim Mastodon, weil ich die Posts interessant fand,
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weil ich das spannend fand, was die zu sagen hat.
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Und ich habe mich dann ab und zu dazu hinreißen lassen, auf etwas zu antworten,
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weil ich das Gefühl hatte, dass das halt der Kern von Social Media ist.
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Und meistens wurden meine Bemerkungen offensichtlich missverstanden,
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denn in der Regel war es so, dass dann die Person kurz nach meiner Antwort in
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einer Non-Mention Bezug darauf genommen hat.
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Also im Sinne von ich poste hier dies und jenes und schon kommt ein alter weißer
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Mann und erzählt mir das und das.
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Und das habe ich als ziemlich giftig wahrgenommen.
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In der Konsequenz habe ich dann gesagt, okay, dann muss ich dir ja nicht folgen.
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Wenn du meine Antworten offensichtlich doof findest, brauche ich ja deine Inhalte
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nicht lesen und werde dann im Zweifelsfall gar nicht motiviert zu folgen.
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Es kann mir eigentlich auch egal sein, aber seitdem poste ich eben standardmäßig ungelistet.
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Das heißt also, meine Posts sind zwar öffentlich, tauchen aber nicht in der
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öffentlichen Timeline des Servers auf.
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Ich reposte eher Sachen, als dass ich eigene Sachen poste und ich antworte auch weniger.
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Also ich selber gehe einfach weniger in die Interaktion, weil ich keinen Bock
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darauf habe, dass es irgendeine Special Snowflake falsch versteht und da einen
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riesen Fass von aufmacht. Da habe ich keine Lust mehr zu.
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Und perspektivisch habe ich auch überhaupt keine Lust mehr auf Social Media.
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Also wie gesagt, Twitter war schön und das hat Spaß gemacht die ersten Jahre.
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Dann wurde es so ein bisschen kniffliger dort und inzwischen ist es halt tot.
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Gleichzeitig war es ja so, das habe ich auch irgendwo gelesen,
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dass es eine Zeit lang ziemlich normal war, dass wir so Anfang der 2000er von
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einem Social Network zum nächsten alle gelaufen sind, weil da auf einmal alle unsere Freunde waren.
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Ich erinnere mich, dass ich so 2003 ungefähr das erste Mal von einem Social
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Network gehört habe und den Sinn dahinter gar nicht verstanden habe.
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Dann hat ein Bekannter von mir, war einer der Entwickler von Wer kennt wen,
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das dann relativ zügig ziemlich populär geworden ist.
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Dann habe ich andere Leute kennengelernt, die haben gesagt, ja,
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wir sind aber alle bei StudiVZ und das ist viel cooler hier.
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Dann waren wir da und dann wurde Facebook immer größer, dann sind wir alle da hingerannt und…
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Ja, was soll ich sagen, da waren wir kurze Zeit später bei Twitter.
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Ich fange jetzt nicht an dem nächsten Scheiß hinterher zu laufen.
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Ich bin im Augenblick bei Chaos.Social, bei Mastodon, da bin ich einigermaßen
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zufrieden mit dem, was ich da so habe.
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Und so wie Social Media für mich gerade funktioniert.
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Aber im Wesentlichen, also ich will nicht sagen, dass ich mir vorstellen könnte,
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das ganz sein zu lassen, aber weit weg ist das auch nicht.
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Gut, was anderes, über das ich lange schon mal sprechen wollte,
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ist das ganze Thema Mobilität und vor allem im ländlichen Raum.
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Auch etwas, das so aus Social Media zu mir rüberschwappt, Leute,
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die sagen, niemand braucht ein Auto.
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Völliger Unfug. Ich fange mal damit an.
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Ein Beispiel von der Arbeit. Ich hatte einen Reportagetermin in Lübeck und das
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geht nicht sinnvoll ohne Auto, weil weil ich von hier in Rieseby zweimal Schienenersatzverkehr
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habe und dann einen für seine Unzuverlässigkeit bekannten Schienennetzbetreiber.
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Das ist so der Verkehrsweg.
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Es fällt ein Zug aus, das heißt ich muss zwei Busse nehmen, um das zu kompensieren.
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Und dann muss ich in einen Zug steigen von einer Firma, die regelmäßig Probleme
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mit Personalstärke und Verspätung und sowas hat.
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Auf einer eingleisigen Strecke, bei beiden Teilen eingleisigen Strecke.
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Das heißt, mein Termin in Lübeck war um 9.30 Uhr.
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Und wenn ich da hätte pünktlich sein wollen, hätte ich hier in Rieseby losfahren müssen um 4.55 Uhr.
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Und dann wäre ich um 7.32 Uhr in Lübeck am Hauptbahnhof gewesen.
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Die Alternative wäre gewesen, zwei Stunden später loszufahren,
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oder anderthalb, dann wäre ich um 9.32 Uhr am Hauptbahnhof von Lübeck gewesen,
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fünf Kilometer von meinem Termin entfernt.
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Hätte ich natürlich sagen können, liebe Ansprechpartner, können wir den Termin verschieben.
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Jetzt weiß ich aber, dass die, also das ist ja der Sinn einer Reportage,
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ist ja, dass da was passiert.
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Das heißt, die haben da auch längerfristig was organisiert, die haben was vorbereitet,
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damit da irgendwie, in dem konkreten Fall ging es um Hintergrundgeräusche und
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Leute, die bereitstehen, um interviewt zu werden.
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Und das jetzt bei denen durcheinander zu werfen, steig einfach ins Auto und
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fahre in zwei Stunden von Haustür zu Haustür, das ist eigentlich ein No-Brainer.
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Und das ist das, was mich dann gerade so aufregt. Also jetzt bin ich ja noch
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sehr privilegiert damit, ich kann mir das halt aussuchen, blablabla.
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Aber dieser Quatsch, das Leute ernsthaft sagen und also schreiben auf Social
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Media, niemand braucht ein Auto.
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Man kann alles mit dem Fahrrad machen, die dann ganz stolz irgendwelche Fotos
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posten, wie sie einen 1,90 Meter großen Kühlschrank in dem Lastenrad transportiert haben.
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Da sage ich herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Leben in der Metropole,
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wo es eine schlechte, aber eine Radweginfrastruktur gibt, wo du alles irgendwie
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im Umkreis von 20-25 Minuten hast, wo du einen ausgebauten ÖPNV hast und so weiter und so fort.
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Hier auf dem Dorf, wenn ich einen Kühlschrank brauche wie diesen, dann…
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Klar, könnte ich mir ein Lastenrad kaufen. Meine Frau hat ja ein Lastenrad.
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Um dieses Ding fahren zu können, damit das nicht kaputt geht,
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müsste ich erst mal 30 Kilo abnehmen. Können wir darüber reden,
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ist auch grundsätzlich sinnvoll, wäre ich dabei.
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So, jetzt würde ich mich auf dieses Lastenfahrrad setzen. Würde ich hier losfahren
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und dann nach Eckernförde zum dortigen Elektronikmarkt fahren.
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Da gibt es einen, 12 Kilometer entfernt, das geht ein bisschen bergauf,
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ein bisschen bergab. Da steht hier 41 Minuten, die ich mit dem Fahrrad dafür angeblich brauche.
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Da bin ich halt komplett im Arsch. Also gut, das Fahrrad von meiner Frau,
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wenn ich jetzt die 30 Kilo abgenommen habe, um dann das Höchstgewicht zu haben,
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das darauf sitzen darf, das hat ja einen E-Antrieb, das würde das wahrscheinlich
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schaffen, mich und den Kühlschrank so zu unterstützen, dass wir dann gut ankämen.
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Das ist auch völlig in Ordnung.
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Also wenn ich das, ich bin einigermaßen jung, ich bin kräftig,
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ich bin abgesehen von meinem Übergewicht vollkommen gesund, das würde ich schaffen, natürlich, klar.
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Aber ich denke jetzt mal zum Beispiel an meine Eltern, die beide über 70 sind,
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die in einem mittelhessischen Bergdorf wohnen, wo es eben keine Infrastruktur gibt.
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Es gibt tatsächlich auf den Ausfallstraßen, auf den Straßen,
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die in Nachbardörfer oder bis in die nächste Stadt führen, noch nicht mal Radwege.
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Wenn die einen Kühlschrank bräuchten, dann würden die sich auf ihr Lastenfahrrad setzen.
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Und dann würden die auch zwölf Kilometer fahren mit dem Fahrrad,
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bis die beim Elektronikmarkt sind.
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Aber halt an einer vielbefahrenen, kurvigen Landstraße.
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Das Höhenprofil sagt hier bei Google, Es sind 344 Höhenmeter,
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die die überwinden müssen.
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Also auf der Hinfahrt geht es noch, da fährt man hauptsächlich bergab, aber zurück?
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Knifflig. Selbst wenn man ein E-Bike hat, dann ist man ja immer noch auf einer
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kurvigen Straße unterwegs und man ist nicht besonders schnell und die Leute
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sind da sehr ungeduldig.
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Und dann haben wir noch nicht davon gesprochen, dass irgendjemand vielleicht
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nicht so gut Fahrrad fahren kann, aus welchen gesundheitlichen Gründen denn auch vielleicht immer.
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Und klar, ich kenne auch Leute, die im Rollstuhl sitzen, mein Freund Björn ist
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ein Riesenvorbild für mich, was Fahrradfahren angeht. Das ist der Knaller, was der Typ schafft.
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Ich kenne auch Leute, die deutlich schwerer sind als ich und die riesige Touren
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fahren mit dem Fahrrad. Herzlichen Glückwunsch. Ganz toll.
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Aber man kann eben nicht pauschal sagen, dass niemand ein Auto braucht.
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Und dieser Satz, den hat meine Frau neulich gehört: „Du brauchst kein Auto, du brauchst Mobilität.“
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Ja, ganz, ganz toll.
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Schon mal irgendjemand außerhalb einer Metropole über ÖPNV nachgedacht?
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Wenn sich Leute aus Berlin schon darüber beschweren, dass ein Bus nur alle zehn
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Minuten fährt, was sollen die denn auf dem Dorf denken?
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Die Trottel. Ach Gott, ach Gott, ach Gott.
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Also, ich nehme nur den Podcast auf. Das Licht bleibt nicht rot. Ja, für Sonntag.