JSFP532: Pommespleite in Brüssel

Eine pommeslose Reise nach Brüssel, Star Trek, Hühnerkram.

Die Dauer der Episode 0:31:35Diese Episode erschien am 1. Februar 2026 um 10:29Downloads 655 Downloads

 
Einen Großteil der Woche habe ich in Brüssel verbracht und mich bei EU-Kommission und dem Europa-Parlament herumgetrieben. Davon erzähle ich ausführlich- Außerdem geht es um „Starfleet Academy“, oder zumindest die Pilotfolge, was für eine ab-so-lu-te Grütze Spotify ohne Premiumabo ist, Geschenke, Hühner und die neue Podjournal-Episode. Im Nachhinein erstaunlich, dass das alles in eine so kurze Episode passt.

Diese Episode hat 14 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 2 Minuten und 15 Sekunden lang.

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Shownotes:

Durch eine blaue Wand getrennt sind zwei identische Studios zu sehen, die so genannten Voxboxen. Im Vordergrund jeweils die Bildregie, dahinter sitzen an Tischen mehrere Menschen und zeichnen Fernsehsendungen auf. Im Hintergrund ist der Flur zum Plenarsaal zu erkennen.

Die beiden Voxbox-Studios für kleinere Produktionen

Genauerer Blick in eine Voxbox: Links vorne sitzen drei Menschen in der Bildregie, rechts im Hintergrund diskutieren vier Menschen an einem Tisch.

Genauerer Blick in eine Voxbox

Ein kreisrundes Fernsehset mit weißen Boden. Darin erkennbar sind die Schienen, um LED-Wände zu positionieren. In der Mitte steht eine kleine Sitzgruppe, an der Decke hängen etliche Scheinwerfer.

Das Agora-Set, das für „The Ring“ auf Euronews genutzt wird.

In einem holvertäfelten Raum steht ein Tisch, an dem bis zu vier Menschen Platz finden. Drei Kameras sind im Raum positioniert, eine davon hat einen Teleprompter. Hinter dem Tisch stehen drei Monitore, an der Decke hängt TV-Beleuchtung.

Im Audio-Studio kann man auch Videopodcasts aufzeichnen

 

Transkription der Episode anzeigen

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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 532.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Kinder, das war eine wahnsinnig aufregende Woche, denn ich habe einen großen
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Teil der vergangenen Woche in Brüssel verbracht.
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Ganz, ganz spannende Geschichte, denn die Presseabteilungen von EU-Kommissionen
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und Europäischem Parlament organisieren gelegentlich Journalistenreisen,
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Pressereisen nach Brüssel,
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um die Möglichkeit zu geben, dass man einfach mal die Institutionen und die
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Abläufe ein bisschen kennenlernt.
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Und das Ganze ist nahezu kostenlos. Die Anreise muss man individuell organisieren,
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aber das Hotelzimmer wird bezahlt und man kriegt auch was zu essen.
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Das Hotelzimmer ist mit Frühstück gebucht und am ersten Tag war Mittag
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und Abendessen drin, am zweiten Tag in „nur“ Mittagessen.
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Also das war schon vergleichsweise günstig.
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Also nicht nur deswegen habe ich das gemacht, sondern weil es mich auch wahnsinnig interessiert hat.
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Losgefahren bin ich am Sonntagmorgen, habe da schon direkt einen kleinen Schrecken
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bekommen, weil in der Bahn-App stand, dass in Belgien gestreikt wird und zwar vom 25.
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Bis zum 30.01., also genau in meiner Reisezeit. Dann kam so ein bisschen die
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Entspannung dazu, weil der Streik nach meiner Ankunftszeit in Brüssel beginnen sollte.
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Und so war dann auch die Reise völlig okay. Also ich bin von Rieseby nach Kiel
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gefahren, da in den ICE nach Frankfurt eingestiegen, komplett alles fein.
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Dort hatte ich dann etwas über eine Stunde Aufenthalt.
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Naja, wie das halt immer so ist, also der Zug stand schon 20 Minuten vor der
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Abfahrt am Gleis, wurde aber noch gereinigt, das hatte ich morgens in Kiel auch.
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Und dann stehen immer irgendwelche Overperformer mit dem Finger am Türknopf
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und probieren immer wieder ab und zu: können sie rein?
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können sie rein? können sie rein? können sie rein? Ich finde das so wahnsinnig
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lächerlich, aber es gibt wahnsinnig viele von diesen Menschen, die das so machen.
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Ich weiß gar nicht, wo da der Gewinn sein soll.
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Abgesehen davon, dass es ein bisschen frisch war an den Bahnsteigen.
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Naja, in Brüssel selber habe ich mich ein kleines bisschen mit dem Zielbahnhof vertan.
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Ich bin in Brüssel Nord angekommen und von da wäre es eine U-Bahn-Station bis
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zu meinem Hotel gewesen.
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Das habe ich nicht gecheckt und bin deswegen nach Brüssel Zentral weitergefahren
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und musste dann eben zwei Kilometer, zweieinhalb oder sowas zu Fuß durch Brüssel laufen.
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Das war ein bisschen aufregend, weil mein Handy sich nämlich mit Grenzübertritt
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für einen sehr unzuverlässigen Anbieter entschieden hatte.
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Also ich hatte die ganze Zeit, während ich im Zug saß, so gut wie keinen Empfang
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und dann so die ersten 500 Meter in Brüssel auch nicht.
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Das heißt, ich bin mehr so auf Gerate wohl losgelaufen und hatte aber Glück,
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dass es rein zufällig die richtige Richtung war.
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Das war, also hätte auch, es hätten auch vier Kilometer werden können oder sowas.
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Ja, und dann war ich so gegen halb neun oder so im Hotel, habe mein Zimmer bezogen
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und dann war schon angesetzt zum Kennenlerntreffen
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unverbindlich in einem nahegelegenen Park im Kitty O’Shea’s.
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Also das haben die halt einfach angeboten, die Pressesprecherin der Kommission,
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dass wir uns da treffen können, um uns schon mal ein bisschen zu beschnuppern
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und da könnte man auf eigene Kosten auch was zu Abend essen und so.
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Ich hatte nur gar keinen Hunger mehr und habe mich dann also auf ein Bier beschränkt
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und das war schon ziemlich nett.
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Also wir waren eine ziemlich große Gruppe, 24 Leute, saßen entsprechend an einem
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sehr langen Tisch und so war der Kontaktradius im ersten Moment ein bisschen
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klein. Aber das hat sich dann doch über die Veranstaltung hinweg ganz gut eingestellt.
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Ja, wir waren im New Charlemagne Hotel untergebracht.
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Die Zimmer waren okay groß. Es gab eine Badewanne, die ich aber dann am Ende
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doch nicht genutzt habe.
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Und es gab vor allem, das war das Wichtigste, sehr kurze Wege.
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Das sind von da aus irgendwie 200 Meter zur Kommission, also zum Hauptgebäude der EU-Kommission.
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Und von da aus geht man einmal quer über die Straße, dann ist man da in so einer
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Art Besucherzentrum, wo wir die meisten Gespräche hatten.
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Das Besuchsprogramm sah an beiden Tagen so aus, dass wir Hintergrundgespräche hatten.
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Das ist so ein Instrument, wenn man mit Journalisten spricht,
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also insbesondere Politiker nutzen das gerne, dass man so ein Hintergrundgespräch
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macht, aus dem nicht zitiert wird, deswegen gehe ich hier auch nicht ins Detail,
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wo man einfach in einem informellen, offenen Rahmen Dinge besprechen,
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erklären kann, Positionen darstellen kann.
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Das ist halt wirklich einfach so für den Hinterkopf der teilnehmenden Journalisten gedacht.
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Und das war wirklich grandios, also erfreulich informell, ganz hochkarätig besetzt auch.
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Wir hatten eine Abteilungsleiterin aus der Generaldirektion Haushalt,
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die uns einfach mal in 40 Minuten den EU-Haushalt und den langjährigen Finanzrahmen erklärt hat.
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Wir haben mit einem Kommissar für Inneres gesprochen. Wir waren bei der täglichen
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Pressekonferenz der EU-Kommission,
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saßen also mit in dem Briefing, in dem erklärt wurde, dass die EU-Kommission
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ein Verfahren gegen Grok eingeleitet hat.
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Der Kommissar für Inneres hat also die Migrationsstrategie erklärt,
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die dann zwei Tage später durch die Presse ging.
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Also das war schon sehr, sehr cool. Ich fand dieses Mittagsbriefing total spannend.
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Erstmal ist der Raum ganz großartig.
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Wir sollten also hinten sitzen. Das wurde uns also mehrfach gesagt.
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Und wir wurden sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es uns nicht erlaubt ist,
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Fragen zu stellen, weil man dafür eine andere Art der Akkreditierung brauchte.
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Und die sagten zwar, die Pressesprecher kennen die Leute, die das dürfen und
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entsprechend würden sie uns wahrscheinlich auch nicht dran nehmen,
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aber wir sollten doch bitte den Ablauf nicht durcheinander bringen.
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Und das ist halt wie so eine Arena aufgebaut, vorne ein Podium mit zwei Sprecherplätzen.
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Und dann gibt es so ein, davor sind so Bänke, wo die Fachsprecher sitzen, erkläre ich gleich.
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Und dahinter dann die Journalisten, wie auf so Kinosesseln.
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In der einen Lehne ist ein Tisch, den man ausklappen kann. In der anderen ist eine Steckdose.
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Da ist der Kopfhörer für den Übersetzungsdienst. Du kannst die Sprache dann auswählen.
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Und da ist auch ein Mikrofon drin, weil das natürlich alles live gestreamt wird.
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Und dann soll man eben natürlich auch im Stream zu hören sein.
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Und das funktioniert einfach bombengut. Und dann läuft es so,
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dass da vorne also die Hauptsprecherin steht, die generelle Fragen beantwortet.
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Und wenn es dann fachlich wird, Außenpolitik, Digitalpolitik,
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dann holt ihr sich halt einen Fachsprecher dazu.
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Das war ganz witzig, weil halt irgendwie Fragen zu USA kamen,
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wo die Außenpolitiksprecherin dann nur sagte, dass die Kommission dazu keinen Kommentar abgibt.
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Das hat sie irgendwie drei oder viermal gemacht, musste dann auch nochmal zurück,
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weil da jemand im Chat zugeschaltet war und hat dann nochmal gesagt,
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dass sie das nicht kommentieren, bevor dann eben der Digitalsprecher kam.
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Mit dem hatten wir auch noch ein Gespräch. Das war auch sehr cool.
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Gar nicht mal unbedingt über seine Arbeit, sondern wirklich über die Position
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der Kommission zum Thema Grok und Social Media Verbot und allen möglichen anderen Kram.
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Wie gesagt, erfreulich informell, wahnsinnig offen und auch ein voller Tag.
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Wir haben uns morgens um halb neun getroffen oder sind um halb neun losgegangen
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vom Hotel zur Kommission durch den Security Check, haben dann noch ein Foto gemacht.
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Das hätte ich mitnehmen können. Da gab es ein QR-Code zum Gruppenbild,
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dann ging das halt los mit den Gesprächen.
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Nach dem Mittagsbriefing waren wir in der Kantine und sind dann auch noch zum
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EBS gegangen, zum European Broadcasting Service.
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Ich komme da später nochmal drauf, was die alles machen, aber also Kommission und Parlament,
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ein wahnsinniges Portfolio von Material und auch Infrastruktur für Journalisten
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und das haben wir uns da in einem ganz kurzen Vortrag, haben sie uns das gezeigt.
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Und deswegen kann ich auch das Mittagsbriefing verlinken, also den Mitschnitt,
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das werde ich hier machen in den Shownotes, dann habt ihr zumindest einen Eindruck
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davon, wie der Raum aussah.
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In erster Linie sieht man natürlich das Podium mit den SprecherInnen,
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die Kamera schwenkt aber auch immer auf die JournalistInnen,
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die Fragen stellen, also da kriegt man so ein bisschen einen Eindruck davon,
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wie die Atmosphäre da war.
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Am zweiten Tag waren wir dann im EU-Parlament. Das war ein kleines bisschen
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weiter zu gehen, 10 Minuten, Viertelstunde.
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Ähnlich hohe Sicherheitsvorkehrungen und die Gespräche waren viel politischer,
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weil es natürlich keine EU-Beamten waren, sondern eben Leute aus dem Parlament,
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die dann auch sehr auf Konfro mit der Kommission waren.
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Es gibt so mehrere Reibungspunkte.
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Also EU-Kommission kann man vergleichen mit der Regierung, die als einzige ein
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Initiativrecht hat für Gesetzesvorlagen in großen Anführungszeichen,
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weil es keine EU-Gesetze gibt. Es gibt Richtlinien und Verordnungen.
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Und die gehen dann eben von der Kommission aus ans Parlament und an den EU-Rat, an den Ministerrat.
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Und die machen dann im sogenannten Trilogverfahren, handeln die aus,
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was dann am Ende rauskommt.
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Das heißt, es geht immer so ein bisschen hin und her zwischen den beiden.
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Da gibt es eben einerseits den Konflikt zwischen Parlament und Kommission,
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weil die sich da nicht immer ganz einig sind und dann natürlich noch viel mehr
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mit dem Ministerrat. In einem Gespräch fiel der Satz: „Wir konnten das im Trilogverfahren verteidigen.“
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Also es scheint schon immer ein ganz schöner Kampf zu sein.
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Was ich sehr beeindruckend fand, wir waren auch im Parlament selber. Der 27.
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war ein einzelner Sitzungstag anlässlich des Gedenkens an den Holocaust.
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Da hat eine Überlebende gesprochen.
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Das war wahnsinnig eindrucksvoll, ihre Geschichte zu hören.
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Auch das kann ich, glaube ich, gut verlinken. Das ist auch gestreamt und aufgezeichnet worden.
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Das war eindrucksvoll und diese ganzen Details, die dann dazu kamen,
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haben doch einen ziemlichen Impact auf uns alle gehabt.
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Was ich beeindruckend fand, als die Sitzungspräsidentin zur Schweigeminute aufrief,
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dass sich auch die ÜbersetzerInnen erhoben haben in ihren Kabinen.
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Und vor allem war es so, das wird man auch in dem Mitschnitt hören,
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die deutsche Dolmetscherin hat streckenweise ziemlich gestruggelt.
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Die musste sich sehr zusammenreißen. Das ging ihr ganz augenscheinlich auch sehr nah.
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Es gab ja vor einiger Zeit den Fall, dass eine Übersetzerin buchstäblich in Tränen
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ausgebrochen ist, als jemand aus der Ukraine erzählt hat.
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Also das ist halt sehr deutlich, das sind keine Maschinen. Das sind eben auch
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„nur“ Menschen.
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Im Parlament fand ich beeindruckend, wie da auch Infrastruktur ist.
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Also von dem Standpunkt Veranstaltungstechnik gesehen, Ausleuchtung,
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Beschallung, natürlich der Übersetzungsservice, das ist wirklich wahnsinnig
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beeindruckend, was die leisten.
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Und dann saßen wir halt für zwei Gespräche in einem Konferenzraum,
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der für Videokonferenzen ausgestattet war.
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Also da war dann in der Mitte von, es war so ein langer Konferenztisch am Kopfende,
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saß eben dann der Pressesprecher, der uns da begleitet hat und der konnte sein
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Notebook da anschließen.
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In der Mitte vom Tisch gab es Displays, am Ende des Tisches gab es einen großen Fernseher.
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So konnte man also seine Präsentation gut verfolgen und vor jedem Platz war ein Mikrofon.
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Und auf dem Tisch waren verteilt drei drehbare 4K-Kameras, die sich halt dahin
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gedreht haben, wo gerade ein Mikrofon anging beziehungsweise die jeweils nächstgelegene
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Kamera hat dann dieses Mikrofon in den Fokus genommen.
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Also ich bin ziemlich sicher, dass das Gespräch nicht aufgezeichnet worden ist,
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sondern dass es halt einfach der Automatismus dieses Raums war,
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dass es eben funktioniert, wenn eine Videokonferenz läuft. Aber beeindruckend fand ich das schon.
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Und im Gebäude gibt es halt einfach wahnsinnig viele Sachen,
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die ich total spannend fand.
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Also offene Räume, so Cafés, so Ecken, wo man sich mal treffen,
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hinsetzen konnte, um sich zu unterhalten.
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Im Untergeschoss gab es zwei Kioske, so eine Art Reisebüro,
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so Mobilitätsstützpunkte, eine Wäscherei, also alles. Wenn man sich anguckt,
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wie lang die Sitzungstage da manchmal sind auf der Tagesordnung,
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dann ist das auch vollkommen klar, dass man da eine Reinigung braucht und dass
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man einfach ein Kiosk braucht, wo man sich dann mal zwischendurch ein Sandwich kaufen kann.
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Und natürlich gibt es das Abgeordneten-Restaurant, da haben wir dann unser Mittagessen eingenommen.
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Das ist ganz schön, nicht so ein kantinenmäßiges Arrangement,
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sondern sehr nett vom Design her und dann gibt es eben auch noch,
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können Abgeordnete buchen oder eben halt auch die Presseabteilung,
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so einen Salon, so einen Raum,
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wo man dann quasi unter sich ist und wo wir dann bewirtet wurden.
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Das war sehr beeindruckend. Genau.
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Und mein Highlight, das Sahnehäufchen auf der Kirschtorte dieses ganzen Besuchs,
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war tatsächlich die Führung des AV-Service im Europaparlament,
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abgesehen von dem ganzen Material,
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was Kommission und Parlament so vorbereiten.
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Es gibt eine Mediathek von den
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Mittagsbriefings von den Parlamentssitzungen, von manchen Ausschusssitzungen.
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Es gibt so Schnittmaterial, wo einfach irgendwelche Zwischenbilder,
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illustrative Bilder gedreht werden, die man einfach benutzen kann.
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Und wenn der Ministerrat tagt, dann gibt es sogenannte Doorsteps.
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Das bedeutet, dass ein Kamerateam irgendwo steht, dann kommt jemand hin,
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gibt ein Statement ab, es werden keine Nachfragen gestellt und nach dem Statement
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kommt eben die nächste Person.
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Und das sind Sachen, die haben eine Creative Commons Lizenz.
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Man kann die einfach benutzen, solange man die Quelle richtig angibt.
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Also ein wahnsinniger Schatz an Material, den man da hat und,
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ich sagte es vorhin, Infrastruktur.
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Wenn man im Europaparlament ist, also in diesem Parlamentsgebäude,
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dann muss man erstmal durch so einen Security-Check und dann zwei Rolltreppen
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hoch und dann ist man in so einer Art Lobby.
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Da ist noch ein Café und Briefkästen und irgendwelche Nachrichtenfächer,
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Unterlagen werden da verteilt, bla bla bla. Aber da sind eben auch zwei kleine
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Studios, sogenannte Voxboxen und ein großes Studio.
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Diese Voxboxen, das ist einfach nur ein halbrunder Tisch oder ein viertelrunder
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Tisch mit vier Sitzplätzen dran.
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Da sind drei feste Kamerapositionen, an jeder ist ein Teleprompter dran,
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da ist Licht und eben eine Regie, eine Bildregie.
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Davon gibt es zwei direkt nebeneinander und dahinter gibt es nochmal ein größeres
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Studio, das ist rund. Und da wird zum Beispiel von Euronews „The Ring“ produziert.
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Und da ist halt wirklich drei Fernsehkameras, ein Kamerakran,
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wahnsinnig viel Beleuchtung, LED-Wände, man kann das Studio,
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das Set-Design frei bestimmen.
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Und auch da gibt es eben eine vollbesetzte Regie, gibt es Personal,
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das man einfach so buchen kann.
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Das ist total irre. Man kann Fernseh- und Radiostudios inklusive Personal und
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Equipment einfach buchen.
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Die einzige Bedingung ist, man muss Journalist sein und man muss mindestens
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einen Abgeordneten interviewen.
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Und dann teilt man eben dem AV-Service mit, diese Person kommt,
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wir hätten gerne den Slot und wir wollen entweder live senden,
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wir wollen aufzeichnen.
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Und die sagen halt, Live-Sendungen haben dann bei denen Priorität,
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dass sie versuchen erstmal die Live-Slots zu verteilen und dazwischen kann man
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dann halt sein Studio so bekommen für eine Aufzeichnung und kriegt dann das
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Material roh zum Mitnehmen.
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Ich habe ein paar Fotos davon gemacht, die tue ich euch in die Shownotes.
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Das große Studio ist nicht beleuchtet gewesen, da sieht man nicht so wahnsinnig
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viel, das ist mehr so eine Vordergrundgeschichte.
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Die Kameras stehen alle hinten so ein bisschen im Schatten. Man kann aber gut
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erkennen, was für ein krasses Beleuchtungsarray da ist.
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Also das ist schon von diesen ganzen Moving Heads und weiß ja gar nicht,
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wie das Ding alles heißt.
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Man kann eine Lichtshow machen, die so ein bisschen wie „Wer wird Millionär?“ aussieht
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zum Beispiel. Also sehr, sehr cool.
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Und die Dame, die uns da rumgeführt hat, sagte also mehrfach,
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dass sie halt dafür da sind, um sowas zu machen und sowas zu organisieren und
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dass wir mit einem relativ geringen Aufwand an diese Studios rankämen,
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wenn wir denn da den Bedarf hätten.
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Und natürlich liegt das irgendwie nahe zu sagen, da machen wir gerne was zur
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Europawahl, sagte auch eine Kollegin,
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die aber so ein bisschen schmallippig wurde und sagte, naja,
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da ist das ja aber auch schon alles weggebucht und wir wissen gar nicht,
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ob wir dann noch genug Personal haben, um die Studios auch zu besetzen,
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weil sie halt viele Teams da haben,
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für die sie bei der letzten Wahl mehr als 150 Kamerapositionen geschaffen haben.
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Also Stellen geschaffen haben, wo Kamerateams sich aufbauen können,
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wo die einen coolen Hintergrund haben und sich trotzdem dabei nicht selbst in
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die Quere kommen. Das war ziemlich beeindruckend.
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Ja, und auch das Radiostudio, sagt sie, also die hat sich fast entschuldigt
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dafür, dass das so ein bisschen altbacken aussieht.
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Das würde also jetzt kurz vor der Renovierung stehen und das in Straßburg sei deutlich fancier.
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Ich fand das schon gar nicht so scheiße.
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Ich habe kein Foto von dem Mischpult gemacht, aber das ist wirklich Steak of the Art.
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Das Studio ist halt holzvertefelt mit so Akustikelementen, ein Tisch drin,
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auch da stehen zwei, drei Kameras und auf so einer Art Fensterbank standen ein
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paar Mikrofone, die da zum Einsatz kommen und natürlich sind das Neumann-Mikrofone.
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Das waren einfach ungefähr 30.000 Euro nur an Mikrofonen, die da so rumstehen.
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Also das war schon sehr, sehr cool.
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Als weiteren Notizpunkt habe ich hier noch „Essen“ stehen, also das Frühstück
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im Hotel war vollkommen in Ordnung, halt klassisches Hotelfrühstück, nichts Wildes.
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Für Hotel und für die Lage und auch den Zimmerpreis fand ich das mit 23 Euro
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tatsächlich auch relativ günstig.
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Ich habe es dann für die Nacht, die ich jetzt privat verlängert habe,
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dann nicht dazu gebucht, weil es halt einfach überall was gibt.
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Die Kantine in der Kommission war überhaupt nicht schlecht. Das war sehr, sehr cool.
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Das Einzige war, ich hatte natürlich ein Kommunikationsproblem,
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weil die Person hinter dem Tresen sehr offensiv kein Englisch gesprochen hat
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und ich nun mal kein Französisch kann.
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Das heißt, wir mussten ein bisschen
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umeinander rumtänzeln, bis wir das miteinander ausbaldowert hatten.
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Und dann halt mit Zeigen und Kopfschütteln oder Kopfnicken haben wir es dann hinbekommen.
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Und ich wollte eigentlich ja so gerne Pommes essen, als ich in Brüssel war.
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Das hat nun tatsächlich, ich kann es vorab sagen, nicht geklappt.
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Ich hatte mich noch mit Daniel, dem Fahrtensprecher, unterhalten,
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weil der halt häufig in Brüssel ist und hatte da nochmal nach Inspiration gefragt
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oder nach Empfehlung und hatte mir da eine Pommesbude genannt,
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die er immer gerne besucht.
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Die hat nun Dienstagsruhetag und ich war ja nur Montag und Dienstag tatsächlich
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in der Stadt. Am Montag waren wir nun aber als letzten Programmpunkt zum Abendessen
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verabredet mit Korrespondenten von ARD und Deutschlandradio.
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Da haben wir im Kafenio gesessen, das ist so ein griechisches Tapas-Restaurant
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irgendwie, also es war sehr, sehr lecker.
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Und auch buchstäblich um die Ecke. Blockierte mich aber insofern,
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als dass ich eben dann keine Pommes bekommen habe.
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Ich hätte mich natürlich absentieren
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können, aber ich wollte halt auch das ganze Programm mitnehmen.
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Im Abgeordnetenrestaurant im Parlament, habe ich schon gesagt,
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das war wahnsinnig lecker. Ja, und die Pommes-Pleite war eben dann,
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dass ich halt am Dienstag nicht zu der Tram-Station fahren konnte, weil die da Ruhetag hat.
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Dann hatte ich aber noch den zweitbesten Vorschlag, Maison Antoine,
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glaube ich, verlinke ich in den Shownotes, ich weiß gerade nicht,
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wer es war, die ist wegen Umbau geschlossen.
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Das heißt, ich hatte keine Pommes in Belgien, in Brüssel. Also ich hatte dann doch Pommes.
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Ich bin halt wieder ins Kitty O’Shea’s gefahren, die einen sehr guten Burger
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servieren und da eben auch Pommes zu reichen.
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Aber das ist halt definitiv nicht the real deal.
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Denn Pommes in Belgien sind halt insofern was Besonderes, als sie doppelt frittiert
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werden in zwei unterschiedlichen Temperaturstufen und in Rinderfett.
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Also das bringt dann nochmal ein ganz anderes Geschmackserlebnis dazu.
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Und ich kann sagen, der Streik, der war tatsächlich überhaupt gar kein Thema.
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Meine Rückreise verlief komplett problemlos, auch wenn ich dann doch eine leichte
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Verspätung in Hamburg hatte.
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Ich hatte so ein bisschen Sorge, dass ich jetzt meinen Anschluss nach Kiel nicht
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erwischen würde, aber der war zum Glück auch deutlich verspätet und insofern
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hatte ich zumindest, was das angeht, kein Problem.
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Habe dann aber den direkten Anschluss nach Rieseby nicht geschafft und hatte
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da irgendwie meine Unbill bei Mastodon,
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geteilt und daraufhin meldete sich Christoph vom ESC-Schnack und bot an,
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mich nach Hause zu fahren, was ich einen wahnsinnig netten Move fand.
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Denn so hatten wir mal wieder Gelegenheit, uns zu unterhalten.
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Das war auch schon ganz schön lange her gewesen.
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Das alles, das war so von Sonntag bis Mittwochabend mein Brüsselerlebnis.
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Ich musste auf jeden Fall nochmal hin, allein schon, weil ich die Pommes verpasst habe.
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Aber auch sonst, ich habe irgendwie Bock, dieses Material und die Infrastruktur
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zu nutzen, die einem da zur Verfügung steht.
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Dienstlich kann ich es nicht, weil wir halt drei Leute haben in einem Brüsselstudio,
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die würden mir schon ziemlich aufs Dach steigen.
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Aber vielleicht fällt mir ja noch irgendwas ein.
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Und irgendwie liegt es natürlich nahe, dann zu sagen: „Produzieren wir doch einfach“
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„einen Podcast aus dem EU-Parlament in Brüssel und oder Straßburg.“
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Das ginge ja sogar. Muss halt nur die Themen finden, gut vorbereitet sein,
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Termine mit Abgeordneten machen. Das ist relativ easy.
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Material ist da, was man so einspielen kann. Also wenn man Sachen vorbereitet,
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kann man das auch einspielen lassen. Video und Audio ist natürlich gar kein Problem.
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Und da könnte man relativ leicht irgendwas machen. Es ist halt einfach wahnsinnig
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aufwendig, denn natürlich muss man erstmal sehr doll in den Themen drin sein.
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Das sagte auch der Kollege von der ARD beim Abendessen, so sein erstes halbes
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Jahr im tagesaktuellen Geschäft da in Brüssel, war er nur am Schwimmen,
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war er komplett überfordert, weil er erstmal Strukturen und Abläufe verstehen
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musste und dann auch in der Lage sein musste, ein Thema einzuschätzen.
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Also seine Redaktion zu erklären, warum es jetzt gerade kein schlauer Zeitpunkt
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ist, über ein Thema zu berichten, weil es eben noch mitten im Trilogverfahren ist oder oder oder.
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Und viele Sachen, sagt er, kann man halt auch einfach schlecht in nur einer
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Minute zusammenfassen. Das ist halt nochmal, wie es ist.
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Aber Bock hätte ich da drauf.
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Dann hätte man also keine Kosten für Material und Infrastruktur,
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man hätte aber Reisekosten und das ist auch echt nicht wenig.
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Zwölfmal im Jahr nach Brüssel bzw. Straßburg zu fahren plus Hotelkosten.
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Ja, also als Hobby weiß ich nicht. Bin ich unsicher.
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Schreibe ich mir mal auf für nach dem Lottogewinn. (lacht) So, das wird super.
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Ich hatte auf der Fahrt zum Glück zumindest in Deutschland genug Internet und
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auch genug Zeit, um mir die Pilotfolge von „Starfleet Academy“ anzugucken.
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Da hatte mich Tao Tao darauf hingewiesen, dass die kostenlos bei YouTube war,
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zumindest für eine kurze Zeit, bis zum 28.
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Januar, um ganz genau zu sein. Und das ist jetzt halt die neueste Star Trek
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Serie, deren Auftakt mir deutlich besser gefallen hat, als das,
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was ich damals bei „Discovery“ gesehen habe.
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Ich hatte mehrfach über „Discovery“ gesprochen im Podcast, das hat mich so gar nicht abgeholt.
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Und hier, naja, da sitzt man streckenweise so davor und es ist halt New Trek,
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also es ist halt ein ganz anderes Verständnis davon, wie man Star Trek zeigt,
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aber ich finde tatsächlich ein besseres Verständnis davon,
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weil dieses Prinzip von Vielfalt in der Sternenflotte da ganz anders und viel
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selbstverständlicher gezeigt wird.
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Es ist natürlich alles sehr comichaft, vor allem einige Nebenrollen,
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dass irgendwie in einem Moment sagt da eine Stimme aus dem Off,
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dass die Sternenfloktenakademie die Besten der Besten der Besten unter sich
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versammelt und nur die schlauesten und hellsten und toughesten bla bla bla.
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Und eine der ersten Einstellungen, die man davon sieht, ist halt wie der Holodoc
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die Eingangsuntersuchung macht und da steht eine Dame vor ihm und sagt:
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„Iich habe meinen Kommunikator verschluckt.“
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Und das ist natürlich irgendwie, es gibt bestimmt Leute, die das lustig finden,
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aber ich fand es halt komplett deplatziert an der Stelle, denn dann war die
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offensichtlich nicht die Schlauste, die sie an dem Tag gesehen haben.
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Aber gleichzeitig will ich das überhaupt gar nicht verurteilen.
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Es darf ja so sein, dass man irgendwo was findet, was einem nicht so gut gefällt.
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Aber ich mochte halt einfach, so wie sie auch den Hauptcharakter eingeführt
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haben, dass sie sich da einfach mal eine gute halbe Stunde für nehmen,
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seine traumatische Hintergrundgeschichte zu erzählen.
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Dass es einen Klingonen gibt, der halt eher ein Intellektueller ist und nicht so gerne kämpfen mag.
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Dass es wahnsinnig viele, wahnsinnig starke Frauencharaktere gibt.
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Also die Serie will Spaß machen und das macht sie auch.
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Ich finde es fantastisch, zum Beispiel auch wie die Kanzlerin der Academy,
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die auch Kapitän dieses, also die Academy ist zum Teil ein Raumschiff und sie
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ist der Kapitän und die Kanzlerin.
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Und wie die halt einfach die ganze Zeit barfuß unterwegs ist und auf diesem
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Captain’s Chair rumlümmelt, wie viel Platz für quirky Charaktere ist,
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das macht einfach große Lust auf mehr und ich sage es nochmal,
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ich hätte deutlich mehr Lust darauf,
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mir diese Serie anzugucken, als ich es damals bei „Discovery“ hatte.
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Ich werde mir jetzt dafür nicht ein Paramount Plus Abo holen,
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aber ich finde diesen Auftakt jedenfalls fand ich total großartig und das,
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was ich bei Mastodon gelegentlich lese, was Leute über die Serie schreiben,
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bestärkt mich eigentlich darin.
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Und natürlich gibt’s halt, insbesondere auf YouTube, die gibt’s eine Menge Hass
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dafür, das finde ich sehr, sehr schade, von wegen, „die machen Star Trek kaputt“
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und „das ist kein Star Trek mehr“ und bla bla bla und was soll denn das?
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Kann man alles so sehen, ist halt irgendwie konservativ, reaktionär,
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weiß der Geier, finde ich, ja, also ich hatte Spaß damit, Punkt.
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So, womit ich überhaupt keinen Spaß hatte, war Spotify.
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Ich habe ja meine Premium-Mitgliedschaft da gekündigt, weil ich einfach diesem
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Konzern kein Geld mehr in Rachen schmeißen möchte.
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Gar nicht mal unbedingt wegen digitaler Unabhängigkeit, sondern einfach,
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weil ich das Geschäftsmodell scheiße finde und das Geschäftsgebaren von Spotify nach wie vor nicht mag.
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Und da habe ich mir gedacht, irgendwie 180 Euro im Jahr will ich denen einfach nicht mehr geben.
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Ich brauche Spotify eigentlich für zwei Sachen. Das eine ist,
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das Creator-Konto für den Haialarm-Podcast zu verwalten, weil wir da dann
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auch tatsächlich noch ein relativ großes Publikum haben.
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Und das andere ist eben TKKG zu hören, damit ich weiß, worüber die Jungs von
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„Audio Adlernest“ sprechen. Das habe ich jetzt dann versucht.
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Ich mache das immer so, dass wenn eine neue Folge von „Audio Adlernest“ in meiner
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Podcast-Playlist auftaucht, in Antennapod, dass ich dann eben pausiere,
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erstmal die TKKG-Folge höre und dann die Podcast-Episode.
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Das geht aber nicht mehr, wenn man kein Premium-Abo hat.
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Das ist komplette Grütze, weil man den Shuffle-Modus nicht mehr ausschalten kann.
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Und so eine TKKG-Folge besteht halt aus bis zu 40 einzelnen Schnipseln,
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die dann so durcheinandergewürfelt werden.
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Dass da Werbung drin ist, geschenkt, damit hatte ich gerechnet.
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Aber ich kann auch nicht in den einzelnen Schnipseln nochmal spulen.
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Also wenn ich irgendwie denke, ich habe jetzt hier gerade was verpasst.
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Dann muss ich mir den ganzen Schnipsel nochmal anhören.
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Und natürlich ist es so, dass der nächste Sound-Schnipsel aus diesem Hörspiel
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schon ausgewählt wird, bevor der eine, den man gerade hört, eigentlich zu Ende ist.
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Und wenn dann Werbung einsetzt, dann muss man wieder abzählen von oben,
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an welcher Stelle war ich denn jetzt eigentlich, weil man da nicht anders wieder hin zurückkommt.
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Nee, sorry Freunde, das geht nicht.
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Also TKKG hören kann ich jetzt halt dann nicht mehr, jetzt bin ich eben ja darauf beschränkt.
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Auf deren Zusammenfassung. Das ist ja auch in der Regel gut,
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aber ich kann mir halt so schlechter eine eigene Meinung bilden. Naja.
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Also meine Nutzungszeit in der Spotify
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App, die wird jetzt dann deutlich runtergehen. Das ist schon mal safe.
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Und so sehr, wie ich mich über Spotify geärgert habe, so sehr habe ich mich
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gefreut über ein Paket von Stefan anlässlich meines Podcast-Geburtstags.
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Herzlichen Dank an der Stelle. Das ist wirklich, wirklich toll.
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Was ich tatsächlich aber auch verpasst habe, während ich weg war,
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sind die Temperaturen ja nochmal sehr stark runtergegangen.
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Es gab nochmal wahnsinnig viel Schnee in Schleswig-Holstein.
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Wir hatten hier wieder neue 30 Zentimeter Schnee und Temperaturen,
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wie gesagt, komplett im Keller.
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Und das war ein Ausmaß, das die Herzdame beschlossen hat, für die Hühner ist
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es jetzt gerade viel zu scheiße draußen.
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Die hat dann ein provisorisches Gehege in unserem Keller gebaut und die Hühner
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durften dann also zwei Tage im Haus verbringen, zwei Tage und zwei Nächte,
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bis es dann wieder für sie rausging und naja, so wie die Temperaturen sich in
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den kommenden zwei Wochen entwickeln.
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Denken wir schon wieder darüber nach, ob das nicht angezeigt wäre,
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denen das nochmal zu ermöglichen.
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Also denen geht es ganz gut, keine Erfrierungserscheinungen,
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die sind munter, aber man merkt eben auch, dass denen ganz schön kalt ist.
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Und bevor ich jetzt hier Feierabend mache, ihr habt es wahrscheinlich schon
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gesehen, heute Morgen ist die neue Folge vom Podjournal rausgekommen.
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Spotify ist da ein Thema, weil es halt wichtig ist für Podcastende,
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für einige von ihnen zumindest.
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Es gibt zwei Arten, wie man Werbung aus Podcast rausschneiden kann,
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eine gute und eine illegale.
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Hugo hat jetzt ein Podcasting-Modul bekommen und das andere Thema war…
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Der Ticketverkauf von Podstock ist gestartet, wie das immer so ist.
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Ich hatte die Folge schon komplett fertig, alles geschnitten,
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alles Veröffentlichung vorbereitet, pam, pam, pam, scrolle so ein bisschen durch
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meine Mastodon-Timeline und dann sehe ich halt den Post, es gibt Podstock-Tickets, hurra.
0:30:41–0:30:46
Und dann habe ich diese Nachrichten noch schnell mit reingebaut in die Sendung,
0:30:46–0:30:50
war fertig, habe mich aufs Sofa gesetzt und mit den anderen ein bisschen Fernsehen
0:30:50–0:30:52
geguckt. Ich weiß gar nicht mehr, was für ein Film laufen.
0:30:53–0:30:56
Scrolle durch meine Timeline, melden sich die Leute von Castopod,
0:30:56–0:30:59
dass sie jetzt irgendwie ein neues Installationsskript haben,
0:30:59–0:31:03
mit dem deinem Kommandozeilenbefehl die Installation binnen weniger Minuten
0:31:03–0:31:05
geht. Und ich dachte, du wolltest mich eigentlich alle verarschen? (lacht)
0:31:06–0:31:11
Das ist einfach das Ding mit Redaktionsschluss. Aber das schieben wir einfach
0:31:11–0:31:14
um vier Wochen. Ich habe auch noch eine Mail viel zu spät bekommen.
0:31:15–0:31:19
Die hat es dann leider auch nicht mehr reingeschafft. Aber dann ist das halt
0:31:19–0:31:20
in der nächsten Episode drin.
0:31:22–0:31:25
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass alle, die sich nicht aktiv gegen das
0:31:25–0:31:28
Erstarken des Rechtsextremismus in Deutschland einsetzen, von ihren politischen
0:31:28–0:31:29
Ämtern zurücktreten sollten.
0:31:30–0:31:34
Bis sie das tun oder bis eine weitere Folge erscheint von Jörn Schaas feinem Podcast: Alles Gute.

 

Mit Bezug auf diese Episode:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 01.02.2026 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw („Jenny’s Theme„, CC-BY-SA)

2 Kommentare zu „JSFP532: Pommespleite in Brüssel“

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