Eine pommeslose Reise nach Brüssel, Star Trek, Hühnerkram.
0:31:35 1. Februar 2026 um 10:29 655 Downloads
Einen Großteil der Woche habe ich in Brüssel verbracht und mich bei EU-Kommission und dem Europa-Parlament herumgetrieben. Davon erzähle ich ausführlich- Außerdem geht es um „Starfleet Academy“, oder zumindest die Pilotfolge, was für eine ab-so-lu-te Grütze Spotify ohne Premiumabo ist, Geschenke, Hühner und die neue Podjournal-Episode. Im Nachhinein erstaunlich, dass das alles in eine so kurze Episode passt.
Diese Episode hat 14 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 2 Minuten und 15 Sekunden lang.
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Shownotes:
Die beiden Voxbox-Studios für kleinere Produktionen
Genauerer Blick in eine Voxbox
Das Agora-Set, das für „The Ring“ auf Euronews genutzt wird.
Im Audio-Studio kann man auch Videopodcasts aufzeichnen
Transkription der Episode anzeigen
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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 532.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Kinder, das war eine wahnsinnig aufregende Woche, denn ich habe einen großen
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Teil der vergangenen Woche in Brüssel verbracht.
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Ganz, ganz spannende Geschichte, denn die Presseabteilungen von EU-Kommissionen
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und Europäischem Parlament organisieren gelegentlich Journalistenreisen,
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Pressereisen nach Brüssel,
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um die Möglichkeit zu geben, dass man einfach mal die Institutionen und die
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Abläufe ein bisschen kennenlernt.
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Und das Ganze ist nahezu kostenlos. Die Anreise muss man individuell organisieren,
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aber das Hotelzimmer wird bezahlt und man kriegt auch was zu essen.
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Das Hotelzimmer ist mit Frühstück gebucht und am ersten Tag war Mittag
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und Abendessen drin, am zweiten Tag in „nur“ Mittagessen.
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Also das war schon vergleichsweise günstig.
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Also nicht nur deswegen habe ich das gemacht, sondern weil es mich auch wahnsinnig interessiert hat.
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Losgefahren bin ich am Sonntagmorgen, habe da schon direkt einen kleinen Schrecken
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bekommen, weil in der Bahn-App stand, dass in Belgien gestreikt wird und zwar vom 25.
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Bis zum 30.01., also genau in meiner Reisezeit. Dann kam so ein bisschen die
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Entspannung dazu, weil der Streik nach meiner Ankunftszeit in Brüssel beginnen sollte.
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Und so war dann auch die Reise völlig okay. Also ich bin von Rieseby nach Kiel
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gefahren, da in den ICE nach Frankfurt eingestiegen, komplett alles fein.
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Dort hatte ich dann etwas über eine Stunde Aufenthalt.
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Naja, wie das halt immer so ist, also der Zug stand schon 20 Minuten vor der
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Abfahrt am Gleis, wurde aber noch gereinigt, das hatte ich morgens in Kiel auch.
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Und dann stehen immer irgendwelche Overperformer mit dem Finger am Türknopf
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und probieren immer wieder ab und zu: können sie rein?
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können sie rein? können sie rein? können sie rein? Ich finde das so wahnsinnig
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lächerlich, aber es gibt wahnsinnig viele von diesen Menschen, die das so machen.
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Ich weiß gar nicht, wo da der Gewinn sein soll.
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Abgesehen davon, dass es ein bisschen frisch war an den Bahnsteigen.
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Naja, in Brüssel selber habe ich mich ein kleines bisschen mit dem Zielbahnhof vertan.
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Ich bin in Brüssel Nord angekommen und von da wäre es eine U-Bahn-Station bis
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zu meinem Hotel gewesen.
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Das habe ich nicht gecheckt und bin deswegen nach Brüssel Zentral weitergefahren
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und musste dann eben zwei Kilometer, zweieinhalb oder sowas zu Fuß durch Brüssel laufen.
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Das war ein bisschen aufregend, weil mein Handy sich nämlich mit Grenzübertritt
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für einen sehr unzuverlässigen Anbieter entschieden hatte.
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Also ich hatte die ganze Zeit, während ich im Zug saß, so gut wie keinen Empfang
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und dann so die ersten 500 Meter in Brüssel auch nicht.
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Das heißt, ich bin mehr so auf Gerate wohl losgelaufen und hatte aber Glück,
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dass es rein zufällig die richtige Richtung war.
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Das war, also hätte auch, es hätten auch vier Kilometer werden können oder sowas.
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Ja, und dann war ich so gegen halb neun oder so im Hotel, habe mein Zimmer bezogen
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und dann war schon angesetzt zum Kennenlerntreffen
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unverbindlich in einem nahegelegenen Park im Kitty O’Shea’s.
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Also das haben die halt einfach angeboten, die Pressesprecherin der Kommission,
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dass wir uns da treffen können, um uns schon mal ein bisschen zu beschnuppern
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und da könnte man auf eigene Kosten auch was zu Abend essen und so.
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Ich hatte nur gar keinen Hunger mehr und habe mich dann also auf ein Bier beschränkt
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und das war schon ziemlich nett.
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Also wir waren eine ziemlich große Gruppe, 24 Leute, saßen entsprechend an einem
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sehr langen Tisch und so war der Kontaktradius im ersten Moment ein bisschen
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klein. Aber das hat sich dann doch über die Veranstaltung hinweg ganz gut eingestellt.
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Ja, wir waren im New Charlemagne Hotel untergebracht.
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Die Zimmer waren okay groß. Es gab eine Badewanne, die ich aber dann am Ende
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doch nicht genutzt habe.
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Und es gab vor allem, das war das Wichtigste, sehr kurze Wege.
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Das sind von da aus irgendwie 200 Meter zur Kommission, also zum Hauptgebäude der EU-Kommission.
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Und von da aus geht man einmal quer über die Straße, dann ist man da in so einer
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Art Besucherzentrum, wo wir die meisten Gespräche hatten.
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Das Besuchsprogramm sah an beiden Tagen so aus, dass wir Hintergrundgespräche hatten.
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Das ist so ein Instrument, wenn man mit Journalisten spricht,
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also insbesondere Politiker nutzen das gerne, dass man so ein Hintergrundgespräch
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macht, aus dem nicht zitiert wird, deswegen gehe ich hier auch nicht ins Detail,
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wo man einfach in einem informellen, offenen Rahmen Dinge besprechen,
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erklären kann, Positionen darstellen kann.
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Das ist halt wirklich einfach so für den Hinterkopf der teilnehmenden Journalisten gedacht.
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Und das war wirklich grandios, also erfreulich informell, ganz hochkarätig besetzt auch.
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Wir hatten eine Abteilungsleiterin aus der Generaldirektion Haushalt,
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die uns einfach mal in 40 Minuten den EU-Haushalt und den langjährigen Finanzrahmen erklärt hat.
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Wir haben mit einem Kommissar für Inneres gesprochen. Wir waren bei der täglichen
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Pressekonferenz der EU-Kommission,
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saßen also mit in dem Briefing, in dem erklärt wurde, dass die EU-Kommission
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ein Verfahren gegen Grok eingeleitet hat.
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Der Kommissar für Inneres hat also die Migrationsstrategie erklärt,
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die dann zwei Tage später durch die Presse ging.
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Also das war schon sehr, sehr cool. Ich fand dieses Mittagsbriefing total spannend.
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Erstmal ist der Raum ganz großartig.
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Wir sollten also hinten sitzen. Das wurde uns also mehrfach gesagt.
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Und wir wurden sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es uns nicht erlaubt ist,
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Fragen zu stellen, weil man dafür eine andere Art der Akkreditierung brauchte.
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Und die sagten zwar, die Pressesprecher kennen die Leute, die das dürfen und
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entsprechend würden sie uns wahrscheinlich auch nicht dran nehmen,
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aber wir sollten doch bitte den Ablauf nicht durcheinander bringen.
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Und das ist halt wie so eine Arena aufgebaut, vorne ein Podium mit zwei Sprecherplätzen.
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Und dann gibt es so ein, davor sind so Bänke, wo die Fachsprecher sitzen, erkläre ich gleich.
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Und dahinter dann die Journalisten, wie auf so Kinosesseln.
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In der einen Lehne ist ein Tisch, den man ausklappen kann. In der anderen ist eine Steckdose.
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Da ist der Kopfhörer für den Übersetzungsdienst. Du kannst die Sprache dann auswählen.
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Und da ist auch ein Mikrofon drin, weil das natürlich alles live gestreamt wird.
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Und dann soll man eben natürlich auch im Stream zu hören sein.
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Und das funktioniert einfach bombengut. Und dann läuft es so,
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dass da vorne also die Hauptsprecherin steht, die generelle Fragen beantwortet.
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Und wenn es dann fachlich wird, Außenpolitik, Digitalpolitik,
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dann holt ihr sich halt einen Fachsprecher dazu.
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Das war ganz witzig, weil halt irgendwie Fragen zu USA kamen,
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wo die Außenpolitiksprecherin dann nur sagte, dass die Kommission dazu keinen Kommentar abgibt.
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Das hat sie irgendwie drei oder viermal gemacht, musste dann auch nochmal zurück,
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weil da jemand im Chat zugeschaltet war und hat dann nochmal gesagt,
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dass sie das nicht kommentieren, bevor dann eben der Digitalsprecher kam.
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Mit dem hatten wir auch noch ein Gespräch. Das war auch sehr cool.
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Gar nicht mal unbedingt über seine Arbeit, sondern wirklich über die Position
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der Kommission zum Thema Grok und Social Media Verbot und allen möglichen anderen Kram.
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Wie gesagt, erfreulich informell, wahnsinnig offen und auch ein voller Tag.
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Wir haben uns morgens um halb neun getroffen oder sind um halb neun losgegangen
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vom Hotel zur Kommission durch den Security Check, haben dann noch ein Foto gemacht.
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Das hätte ich mitnehmen können. Da gab es ein QR-Code zum Gruppenbild,
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dann ging das halt los mit den Gesprächen.
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Nach dem Mittagsbriefing waren wir in der Kantine und sind dann auch noch zum
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EBS gegangen, zum European Broadcasting Service.
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Ich komme da später nochmal drauf, was die alles machen, aber also Kommission und Parlament,
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ein wahnsinniges Portfolio von Material und auch Infrastruktur für Journalisten
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und das haben wir uns da in einem ganz kurzen Vortrag, haben sie uns das gezeigt.
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Und deswegen kann ich auch das Mittagsbriefing verlinken, also den Mitschnitt,
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das werde ich hier machen in den Shownotes, dann habt ihr zumindest einen Eindruck
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davon, wie der Raum aussah.
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In erster Linie sieht man natürlich das Podium mit den SprecherInnen,
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die Kamera schwenkt aber auch immer auf die JournalistInnen,
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die Fragen stellen, also da kriegt man so ein bisschen einen Eindruck davon,
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wie die Atmosphäre da war.
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Am zweiten Tag waren wir dann im EU-Parlament. Das war ein kleines bisschen
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weiter zu gehen, 10 Minuten, Viertelstunde.
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Ähnlich hohe Sicherheitsvorkehrungen und die Gespräche waren viel politischer,
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weil es natürlich keine EU-Beamten waren, sondern eben Leute aus dem Parlament,
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die dann auch sehr auf Konfro mit der Kommission waren.
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Es gibt so mehrere Reibungspunkte.
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Also EU-Kommission kann man vergleichen mit der Regierung, die als einzige ein
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Initiativrecht hat für Gesetzesvorlagen in großen Anführungszeichen,
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weil es keine EU-Gesetze gibt. Es gibt Richtlinien und Verordnungen.
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Und die gehen dann eben von der Kommission aus ans Parlament und an den EU-Rat, an den Ministerrat.
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Und die machen dann im sogenannten Trilogverfahren, handeln die aus,
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was dann am Ende rauskommt.
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Das heißt, es geht immer so ein bisschen hin und her zwischen den beiden.
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Da gibt es eben einerseits den Konflikt zwischen Parlament und Kommission,
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weil die sich da nicht immer ganz einig sind und dann natürlich noch viel mehr
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mit dem Ministerrat. In einem Gespräch fiel der Satz: „Wir konnten das im Trilogverfahren verteidigen.“
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Also es scheint schon immer ein ganz schöner Kampf zu sein.
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Was ich sehr beeindruckend fand, wir waren auch im Parlament selber. Der 27.
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war ein einzelner Sitzungstag anlässlich des Gedenkens an den Holocaust.
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Da hat eine Überlebende gesprochen.
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Das war wahnsinnig eindrucksvoll, ihre Geschichte zu hören.
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Auch das kann ich, glaube ich, gut verlinken. Das ist auch gestreamt und aufgezeichnet worden.
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Das war eindrucksvoll und diese ganzen Details, die dann dazu kamen,
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haben doch einen ziemlichen Impact auf uns alle gehabt.
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Was ich beeindruckend fand, als die Sitzungspräsidentin zur Schweigeminute aufrief,
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dass sich auch die ÜbersetzerInnen erhoben haben in ihren Kabinen.
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Und vor allem war es so, das wird man auch in dem Mitschnitt hören,
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die deutsche Dolmetscherin hat streckenweise ziemlich gestruggelt.
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Die musste sich sehr zusammenreißen. Das ging ihr ganz augenscheinlich auch sehr nah.
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Es gab ja vor einiger Zeit den Fall, dass eine Übersetzerin buchstäblich in Tränen
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ausgebrochen ist, als jemand aus der Ukraine erzählt hat.
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Also das ist halt sehr deutlich, das sind keine Maschinen. Das sind eben auch
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„nur“ Menschen.
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Im Parlament fand ich beeindruckend, wie da auch Infrastruktur ist.
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Also von dem Standpunkt Veranstaltungstechnik gesehen, Ausleuchtung,
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Beschallung, natürlich der Übersetzungsservice, das ist wirklich wahnsinnig
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beeindruckend, was die leisten.
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Und dann saßen wir halt für zwei Gespräche in einem Konferenzraum,
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der für Videokonferenzen ausgestattet war.
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Also da war dann in der Mitte von, es war so ein langer Konferenztisch am Kopfende,
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saß eben dann der Pressesprecher, der uns da begleitet hat und der konnte sein
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Notebook da anschließen.
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In der Mitte vom Tisch gab es Displays, am Ende des Tisches gab es einen großen Fernseher.
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So konnte man also seine Präsentation gut verfolgen und vor jedem Platz war ein Mikrofon.
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Und auf dem Tisch waren verteilt drei drehbare 4K-Kameras, die sich halt dahin
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gedreht haben, wo gerade ein Mikrofon anging beziehungsweise die jeweils nächstgelegene
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Kamera hat dann dieses Mikrofon in den Fokus genommen.
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Also ich bin ziemlich sicher, dass das Gespräch nicht aufgezeichnet worden ist,
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sondern dass es halt einfach der Automatismus dieses Raums war,
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dass es eben funktioniert, wenn eine Videokonferenz läuft. Aber beeindruckend fand ich das schon.
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Und im Gebäude gibt es halt einfach wahnsinnig viele Sachen,
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die ich total spannend fand.
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Also offene Räume, so Cafés, so Ecken, wo man sich mal treffen,
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hinsetzen konnte, um sich zu unterhalten.
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Im Untergeschoss gab es zwei Kioske, so eine Art Reisebüro,
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so Mobilitätsstützpunkte, eine Wäscherei, also alles. Wenn man sich anguckt,
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wie lang die Sitzungstage da manchmal sind auf der Tagesordnung,
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dann ist das auch vollkommen klar, dass man da eine Reinigung braucht und dass
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man einfach ein Kiosk braucht, wo man sich dann mal zwischendurch ein Sandwich kaufen kann.
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Und natürlich gibt es das Abgeordneten-Restaurant, da haben wir dann unser Mittagessen eingenommen.
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Das ist ganz schön, nicht so ein kantinenmäßiges Arrangement,
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sondern sehr nett vom Design her und dann gibt es eben auch noch,
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können Abgeordnete buchen oder eben halt auch die Presseabteilung,
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so einen Salon, so einen Raum,
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wo man dann quasi unter sich ist und wo wir dann bewirtet wurden.
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Das war sehr beeindruckend. Genau.
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Und mein Highlight, das Sahnehäufchen auf der Kirschtorte dieses ganzen Besuchs,
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war tatsächlich die Führung des AV-Service im Europaparlament,
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abgesehen von dem ganzen Material,
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was Kommission und Parlament so vorbereiten.
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Es gibt eine Mediathek von den
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Mittagsbriefings von den Parlamentssitzungen, von manchen Ausschusssitzungen.
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Es gibt so Schnittmaterial, wo einfach irgendwelche Zwischenbilder,
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illustrative Bilder gedreht werden, die man einfach benutzen kann.
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Und wenn der Ministerrat tagt, dann gibt es sogenannte Doorsteps.
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Das bedeutet, dass ein Kamerateam irgendwo steht, dann kommt jemand hin,
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gibt ein Statement ab, es werden keine Nachfragen gestellt und nach dem Statement
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kommt eben die nächste Person.
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Und das sind Sachen, die haben eine Creative Commons Lizenz.
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Man kann die einfach benutzen, solange man die Quelle richtig angibt.
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Also ein wahnsinniger Schatz an Material, den man da hat und,
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ich sagte es vorhin, Infrastruktur.
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Wenn man im Europaparlament ist, also in diesem Parlamentsgebäude,
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dann muss man erstmal durch so einen Security-Check und dann zwei Rolltreppen
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hoch und dann ist man in so einer Art Lobby.
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Da ist noch ein Café und Briefkästen und irgendwelche Nachrichtenfächer,
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Unterlagen werden da verteilt, bla bla bla. Aber da sind eben auch zwei kleine
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Studios, sogenannte Voxboxen und ein großes Studio.
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Diese Voxboxen, das ist einfach nur ein halbrunder Tisch oder ein viertelrunder
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Tisch mit vier Sitzplätzen dran.
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Da sind drei feste Kamerapositionen, an jeder ist ein Teleprompter dran,
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da ist Licht und eben eine Regie, eine Bildregie.
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Davon gibt es zwei direkt nebeneinander und dahinter gibt es nochmal ein größeres
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Studio, das ist rund. Und da wird zum Beispiel von Euronews „The Ring“ produziert.
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Und da ist halt wirklich drei Fernsehkameras, ein Kamerakran,
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wahnsinnig viel Beleuchtung, LED-Wände, man kann das Studio,
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das Set-Design frei bestimmen.
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Und auch da gibt es eben eine vollbesetzte Regie, gibt es Personal,
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das man einfach so buchen kann.
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Das ist total irre. Man kann Fernseh- und Radiostudios inklusive Personal und
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Equipment einfach buchen.
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Die einzige Bedingung ist, man muss Journalist sein und man muss mindestens
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einen Abgeordneten interviewen.
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Und dann teilt man eben dem AV-Service mit, diese Person kommt,
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wir hätten gerne den Slot und wir wollen entweder live senden,
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wir wollen aufzeichnen.
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Und die sagen halt, Live-Sendungen haben dann bei denen Priorität,
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dass sie versuchen erstmal die Live-Slots zu verteilen und dazwischen kann man
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dann halt sein Studio so bekommen für eine Aufzeichnung und kriegt dann das
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Material roh zum Mitnehmen.
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Ich habe ein paar Fotos davon gemacht, die tue ich euch in die Shownotes.
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Das große Studio ist nicht beleuchtet gewesen, da sieht man nicht so wahnsinnig
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viel, das ist mehr so eine Vordergrundgeschichte.
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Die Kameras stehen alle hinten so ein bisschen im Schatten. Man kann aber gut
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erkennen, was für ein krasses Beleuchtungsarray da ist.
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Also das ist schon von diesen ganzen Moving Heads und weiß ja gar nicht,
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wie das Ding alles heißt.
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Man kann eine Lichtshow machen, die so ein bisschen wie „Wer wird Millionär?“ aussieht
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zum Beispiel. Also sehr, sehr cool.
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Und die Dame, die uns da rumgeführt hat, sagte also mehrfach,
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dass sie halt dafür da sind, um sowas zu machen und sowas zu organisieren und
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dass wir mit einem relativ geringen Aufwand an diese Studios rankämen,
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wenn wir denn da den Bedarf hätten.
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Und natürlich liegt das irgendwie nahe zu sagen, da machen wir gerne was zur
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Europawahl, sagte auch eine Kollegin,
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die aber so ein bisschen schmallippig wurde und sagte, naja,
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da ist das ja aber auch schon alles weggebucht und wir wissen gar nicht,
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ob wir dann noch genug Personal haben, um die Studios auch zu besetzen,
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weil sie halt viele Teams da haben,
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für die sie bei der letzten Wahl mehr als 150 Kamerapositionen geschaffen haben.
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Also Stellen geschaffen haben, wo Kamerateams sich aufbauen können,
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wo die einen coolen Hintergrund haben und sich trotzdem dabei nicht selbst in
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die Quere kommen. Das war ziemlich beeindruckend.
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Ja, und auch das Radiostudio, sagt sie, also die hat sich fast entschuldigt
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dafür, dass das so ein bisschen altbacken aussieht.
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Das würde also jetzt kurz vor der Renovierung stehen und das in Straßburg sei deutlich fancier.
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Ich fand das schon gar nicht so scheiße.
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Ich habe kein Foto von dem Mischpult gemacht, aber das ist wirklich Steak of the Art.
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Das Studio ist halt holzvertefelt mit so Akustikelementen, ein Tisch drin,
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auch da stehen zwei, drei Kameras und auf so einer Art Fensterbank standen ein
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paar Mikrofone, die da zum Einsatz kommen und natürlich sind das Neumann-Mikrofone.
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Das waren einfach ungefähr 30.000 Euro nur an Mikrofonen, die da so rumstehen.
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Also das war schon sehr, sehr cool.
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Als weiteren Notizpunkt habe ich hier noch „Essen“ stehen, also das Frühstück
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im Hotel war vollkommen in Ordnung, halt klassisches Hotelfrühstück, nichts Wildes.
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Für Hotel und für die Lage und auch den Zimmerpreis fand ich das mit 23 Euro
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tatsächlich auch relativ günstig.
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Ich habe es dann für die Nacht, die ich jetzt privat verlängert habe,
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dann nicht dazu gebucht, weil es halt einfach überall was gibt.
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Die Kantine in der Kommission war überhaupt nicht schlecht. Das war sehr, sehr cool.
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Das Einzige war, ich hatte natürlich ein Kommunikationsproblem,
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weil die Person hinter dem Tresen sehr offensiv kein Englisch gesprochen hat
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und ich nun mal kein Französisch kann.
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Das heißt, wir mussten ein bisschen
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umeinander rumtänzeln, bis wir das miteinander ausbaldowert hatten.
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Und dann halt mit Zeigen und Kopfschütteln oder Kopfnicken haben wir es dann hinbekommen.
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Und ich wollte eigentlich ja so gerne Pommes essen, als ich in Brüssel war.
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Das hat nun tatsächlich, ich kann es vorab sagen, nicht geklappt.
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Ich hatte mich noch mit Daniel, dem Fahrtensprecher, unterhalten,
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weil der halt häufig in Brüssel ist und hatte da nochmal nach Inspiration gefragt
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oder nach Empfehlung und hatte mir da eine Pommesbude genannt,
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die er immer gerne besucht.
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Die hat nun Dienstagsruhetag und ich war ja nur Montag und Dienstag tatsächlich
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in der Stadt. Am Montag waren wir nun aber als letzten Programmpunkt zum Abendessen
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verabredet mit Korrespondenten von ARD und Deutschlandradio.
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Da haben wir im Kafenio gesessen, das ist so ein griechisches Tapas-Restaurant
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irgendwie, also es war sehr, sehr lecker.
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Und auch buchstäblich um die Ecke. Blockierte mich aber insofern,
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als dass ich eben dann keine Pommes bekommen habe.
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Ich hätte mich natürlich absentieren
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können, aber ich wollte halt auch das ganze Programm mitnehmen.
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Im Abgeordnetenrestaurant im Parlament, habe ich schon gesagt,
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das war wahnsinnig lecker. Ja, und die Pommes-Pleite war eben dann,
0:19:48–0:19:54
dass ich halt am Dienstag nicht zu der Tram-Station fahren konnte, weil die da Ruhetag hat.
0:19:54–0:20:00
Dann hatte ich aber noch den zweitbesten Vorschlag, Maison Antoine,
0:20:01–0:20:04
glaube ich, verlinke ich in den Shownotes, ich weiß gerade nicht,
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wer es war, die ist wegen Umbau geschlossen.
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Das heißt, ich hatte keine Pommes in Belgien, in Brüssel. Also ich hatte dann doch Pommes.
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Ich bin halt wieder ins Kitty O’Shea’s gefahren, die einen sehr guten Burger
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servieren und da eben auch Pommes zu reichen.
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Aber das ist halt definitiv nicht the real deal.
0:20:21–0:20:26
Denn Pommes in Belgien sind halt insofern was Besonderes, als sie doppelt frittiert
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werden in zwei unterschiedlichen Temperaturstufen und in Rinderfett.
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Also das bringt dann nochmal ein ganz anderes Geschmackserlebnis dazu.
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Und ich kann sagen, der Streik, der war tatsächlich überhaupt gar kein Thema.
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Meine Rückreise verlief komplett problemlos, auch wenn ich dann doch eine leichte
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Verspätung in Hamburg hatte.
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Ich hatte so ein bisschen Sorge, dass ich jetzt meinen Anschluss nach Kiel nicht
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erwischen würde, aber der war zum Glück auch deutlich verspätet und insofern
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hatte ich zumindest, was das angeht, kein Problem.
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Habe dann aber den direkten Anschluss nach Rieseby nicht geschafft und hatte
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da irgendwie meine Unbill bei Mastodon,
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geteilt und daraufhin meldete sich Christoph vom ESC-Schnack und bot an,
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mich nach Hause zu fahren, was ich einen wahnsinnig netten Move fand.
0:21:10–0:21:12
Denn so hatten wir mal wieder Gelegenheit, uns zu unterhalten.
0:21:12–0:21:14
Das war auch schon ganz schön lange her gewesen.
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Das alles, das war so von Sonntag bis Mittwochabend mein Brüsselerlebnis.
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Ich musste auf jeden Fall nochmal hin, allein schon, weil ich die Pommes verpasst habe.
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Aber auch sonst, ich habe irgendwie Bock, dieses Material und die Infrastruktur
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zu nutzen, die einem da zur Verfügung steht.
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Dienstlich kann ich es nicht, weil wir halt drei Leute haben in einem Brüsselstudio,
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die würden mir schon ziemlich aufs Dach steigen.
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Aber vielleicht fällt mir ja noch irgendwas ein.
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Und irgendwie liegt es natürlich nahe, dann zu sagen: „Produzieren wir doch einfach“
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„einen Podcast aus dem EU-Parlament in Brüssel und oder Straßburg.“
0:21:55–0:22:00
Das ginge ja sogar. Muss halt nur die Themen finden, gut vorbereitet sein,
0:22:00–0:22:04
Termine mit Abgeordneten machen. Das ist relativ easy.
0:22:04–0:22:09
Material ist da, was man so einspielen kann. Also wenn man Sachen vorbereitet,
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kann man das auch einspielen lassen. Video und Audio ist natürlich gar kein Problem.
0:22:12–0:22:15
Und da könnte man relativ leicht irgendwas machen. Es ist halt einfach wahnsinnig
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aufwendig, denn natürlich muss man erstmal sehr doll in den Themen drin sein.
0:22:20–0:22:24
Das sagte auch der Kollege von der ARD beim Abendessen, so sein erstes halbes
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Jahr im tagesaktuellen Geschäft da in Brüssel, war er nur am Schwimmen,
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war er komplett überfordert, weil er erstmal Strukturen und Abläufe verstehen
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musste und dann auch in der Lage sein musste, ein Thema einzuschätzen.
0:22:35–0:22:39
Also seine Redaktion zu erklären, warum es jetzt gerade kein schlauer Zeitpunkt
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ist, über ein Thema zu berichten, weil es eben noch mitten im Trilogverfahren ist oder oder oder.
0:22:45–0:22:48
Und viele Sachen, sagt er, kann man halt auch einfach schlecht in nur einer
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Minute zusammenfassen. Das ist halt nochmal, wie es ist.
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Aber Bock hätte ich da drauf.
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Dann hätte man also keine Kosten für Material und Infrastruktur,
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man hätte aber Reisekosten und das ist auch echt nicht wenig.
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Zwölfmal im Jahr nach Brüssel bzw. Straßburg zu fahren plus Hotelkosten.
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Ja, also als Hobby weiß ich nicht. Bin ich unsicher.
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Schreibe ich mir mal auf für nach dem Lottogewinn. (lacht) So, das wird super.
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Ich hatte auf der Fahrt zum Glück zumindest in Deutschland genug Internet und
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auch genug Zeit, um mir die Pilotfolge von „Starfleet Academy“ anzugucken.
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Da hatte mich Tao Tao darauf hingewiesen, dass die kostenlos bei YouTube war,
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zumindest für eine kurze Zeit, bis zum 28.
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Januar, um ganz genau zu sein. Und das ist jetzt halt die neueste Star Trek
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Serie, deren Auftakt mir deutlich besser gefallen hat, als das,
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was ich damals bei „Discovery“ gesehen habe.
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Ich hatte mehrfach über „Discovery“ gesprochen im Podcast, das hat mich so gar nicht abgeholt.
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Und hier, naja, da sitzt man streckenweise so davor und es ist halt New Trek,
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also es ist halt ein ganz anderes Verständnis davon, wie man Star Trek zeigt,
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aber ich finde tatsächlich ein besseres Verständnis davon,
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weil dieses Prinzip von Vielfalt in der Sternenflotte da ganz anders und viel
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selbstverständlicher gezeigt wird.
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Es ist natürlich alles sehr comichaft, vor allem einige Nebenrollen,
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dass irgendwie in einem Moment sagt da eine Stimme aus dem Off,
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dass die Sternenfloktenakademie die Besten der Besten der Besten unter sich
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versammelt und nur die schlauesten und hellsten und toughesten bla bla bla.
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Und eine der ersten Einstellungen, die man davon sieht, ist halt wie der Holodoc
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die Eingangsuntersuchung macht und da steht eine Dame vor ihm und sagt:
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„Iich habe meinen Kommunikator verschluckt.“
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Und das ist natürlich irgendwie, es gibt bestimmt Leute, die das lustig finden,
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aber ich fand es halt komplett deplatziert an der Stelle, denn dann war die
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offensichtlich nicht die Schlauste, die sie an dem Tag gesehen haben.
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Aber gleichzeitig will ich das überhaupt gar nicht verurteilen.
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Es darf ja so sein, dass man irgendwo was findet, was einem nicht so gut gefällt.
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Aber ich mochte halt einfach, so wie sie auch den Hauptcharakter eingeführt
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haben, dass sie sich da einfach mal eine gute halbe Stunde für nehmen,
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seine traumatische Hintergrundgeschichte zu erzählen.
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Dass es einen Klingonen gibt, der halt eher ein Intellektueller ist und nicht so gerne kämpfen mag.
0:25:22–0:25:26
Dass es wahnsinnig viele, wahnsinnig starke Frauencharaktere gibt.
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Also die Serie will Spaß machen und das macht sie auch.
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Ich finde es fantastisch, zum Beispiel auch wie die Kanzlerin der Academy,
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die auch Kapitän dieses, also die Academy ist zum Teil ein Raumschiff und sie
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ist der Kapitän und die Kanzlerin.
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Und wie die halt einfach die ganze Zeit barfuß unterwegs ist und auf diesem
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Captain’s Chair rumlümmelt, wie viel Platz für quirky Charaktere ist,
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das macht einfach große Lust auf mehr und ich sage es nochmal,
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ich hätte deutlich mehr Lust darauf,
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mir diese Serie anzugucken, als ich es damals bei „Discovery“ hatte.
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Ich werde mir jetzt dafür nicht ein Paramount Plus Abo holen,
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aber ich finde diesen Auftakt jedenfalls fand ich total großartig und das,
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was ich bei Mastodon gelegentlich lese, was Leute über die Serie schreiben,
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bestärkt mich eigentlich darin.
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Und natürlich gibt’s halt, insbesondere auf YouTube, die gibt’s eine Menge Hass
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dafür, das finde ich sehr, sehr schade, von wegen, „die machen Star Trek kaputt“
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und „das ist kein Star Trek mehr“ und bla bla bla und was soll denn das?
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Kann man alles so sehen, ist halt irgendwie konservativ, reaktionär,
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weiß der Geier, finde ich, ja, also ich hatte Spaß damit, Punkt.
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So, womit ich überhaupt keinen Spaß hatte, war Spotify.
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Ich habe ja meine Premium-Mitgliedschaft da gekündigt, weil ich einfach diesem
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Konzern kein Geld mehr in Rachen schmeißen möchte.
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Gar nicht mal unbedingt wegen digitaler Unabhängigkeit, sondern einfach,
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weil ich das Geschäftsmodell scheiße finde und das Geschäftsgebaren von Spotify nach wie vor nicht mag.
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Und da habe ich mir gedacht, irgendwie 180 Euro im Jahr will ich denen einfach nicht mehr geben.
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Ich brauche Spotify eigentlich für zwei Sachen. Das eine ist,
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das Creator-Konto für den Haialarm-Podcast zu verwalten, weil wir da dann
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auch tatsächlich noch ein relativ großes Publikum haben.
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Und das andere ist eben TKKG zu hören, damit ich weiß, worüber die Jungs von
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„Audio Adlernest“ sprechen. Das habe ich jetzt dann versucht.
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Ich mache das immer so, dass wenn eine neue Folge von „Audio Adlernest“ in meiner
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Podcast-Playlist auftaucht, in Antennapod, dass ich dann eben pausiere,
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erstmal die TKKG-Folge höre und dann die Podcast-Episode.
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Das geht aber nicht mehr, wenn man kein Premium-Abo hat.
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Das ist komplette Grütze, weil man den Shuffle-Modus nicht mehr ausschalten kann.
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Und so eine TKKG-Folge besteht halt aus bis zu 40 einzelnen Schnipseln,
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die dann so durcheinandergewürfelt werden.
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Dass da Werbung drin ist, geschenkt, damit hatte ich gerechnet.
0:27:59–0:28:03
Aber ich kann auch nicht in den einzelnen Schnipseln nochmal spulen.
0:28:03–0:28:06
Also wenn ich irgendwie denke, ich habe jetzt hier gerade was verpasst.
0:28:07–0:28:09
Dann muss ich mir den ganzen Schnipsel nochmal anhören.
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Und natürlich ist es so, dass der nächste Sound-Schnipsel aus diesem Hörspiel
0:28:15–0:28:19
schon ausgewählt wird, bevor der eine, den man gerade hört, eigentlich zu Ende ist.
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Und wenn dann Werbung einsetzt, dann muss man wieder abzählen von oben,
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an welcher Stelle war ich denn jetzt eigentlich, weil man da nicht anders wieder hin zurückkommt.
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Nee, sorry Freunde, das geht nicht.
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Also TKKG hören kann ich jetzt halt dann nicht mehr, jetzt bin ich eben ja darauf beschränkt.
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Auf deren Zusammenfassung. Das ist ja auch in der Regel gut,
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aber ich kann mir halt so schlechter eine eigene Meinung bilden. Naja.
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Also meine Nutzungszeit in der Spotify
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App, die wird jetzt dann deutlich runtergehen. Das ist schon mal safe.
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Und so sehr, wie ich mich über Spotify geärgert habe, so sehr habe ich mich
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gefreut über ein Paket von Stefan anlässlich meines Podcast-Geburtstags.
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Herzlichen Dank an der Stelle. Das ist wirklich, wirklich toll.
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Was ich tatsächlich aber auch verpasst habe, während ich weg war,
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sind die Temperaturen ja nochmal sehr stark runtergegangen.
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Es gab nochmal wahnsinnig viel Schnee in Schleswig-Holstein.
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Wir hatten hier wieder neue 30 Zentimeter Schnee und Temperaturen,
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wie gesagt, komplett im Keller.
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Und das war ein Ausmaß, das die Herzdame beschlossen hat, für die Hühner ist
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es jetzt gerade viel zu scheiße draußen.
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Die hat dann ein provisorisches Gehege in unserem Keller gebaut und die Hühner
0:29:36–0:29:41
durften dann also zwei Tage im Haus verbringen, zwei Tage und zwei Nächte,
0:29:41–0:29:46
bis es dann wieder für sie rausging und naja, so wie die Temperaturen sich in
0:29:46–0:29:48
den kommenden zwei Wochen entwickeln.
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Denken wir schon wieder darüber nach, ob das nicht angezeigt wäre,
0:29:52–0:29:53
denen das nochmal zu ermöglichen.
0:29:53–0:29:58
Also denen geht es ganz gut, keine Erfrierungserscheinungen,
0:29:58–0:30:01
die sind munter, aber man merkt eben auch, dass denen ganz schön kalt ist.
0:30:02–0:30:04
Und bevor ich jetzt hier Feierabend mache, ihr habt es wahrscheinlich schon
0:30:04–0:30:07
gesehen, heute Morgen ist die neue Folge vom Podjournal rausgekommen.
0:30:08–0:30:13
Spotify ist da ein Thema, weil es halt wichtig ist für Podcastende,
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für einige von ihnen zumindest.
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Es gibt zwei Arten, wie man Werbung aus Podcast rausschneiden kann,
0:30:18–0:30:20
eine gute und eine illegale.
0:30:20–0:30:25
Hugo hat jetzt ein Podcasting-Modul bekommen und das andere Thema war…
0:30:26–0:30:30
Der Ticketverkauf von Podstock ist gestartet, wie das immer so ist.
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Ich hatte die Folge schon komplett fertig, alles geschnitten,
0:30:34–0:30:37
alles Veröffentlichung vorbereitet, pam, pam, pam, scrolle so ein bisschen durch
0:30:37–0:30:41
meine Mastodon-Timeline und dann sehe ich halt den Post, es gibt Podstock-Tickets, hurra.
0:30:41–0:30:46
Und dann habe ich diese Nachrichten noch schnell mit reingebaut in die Sendung,
0:30:46–0:30:50
war fertig, habe mich aufs Sofa gesetzt und mit den anderen ein bisschen Fernsehen
0:30:50–0:30:52
geguckt. Ich weiß gar nicht mehr, was für ein Film laufen.
0:30:53–0:30:56
Scrolle durch meine Timeline, melden sich die Leute von Castopod,
0:30:56–0:30:59
dass sie jetzt irgendwie ein neues Installationsskript haben,
0:30:59–0:31:03
mit dem deinem Kommandozeilenbefehl die Installation binnen weniger Minuten
0:31:03–0:31:05
geht. Und ich dachte, du wolltest mich eigentlich alle verarschen? (lacht)
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Das ist einfach das Ding mit Redaktionsschluss. Aber das schieben wir einfach
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um vier Wochen. Ich habe auch noch eine Mail viel zu spät bekommen.
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Die hat es dann leider auch nicht mehr reingeschafft. Aber dann ist das halt
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in der nächsten Episode drin.
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Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass alle, die sich nicht aktiv gegen das
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Erstarken des Rechtsextremismus in Deutschland einsetzen, von ihren politischen
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Ämtern zurücktreten sollten.
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Bis sie das tun oder bis eine weitere Folge erscheint von Jörn Schaas feinem Podcast: Alles Gute.
Mit Bezug auf diese Episode:
Das Kleingedruckte:
Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 01.02.2026 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz . Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw („Jenny’s Theme „, CC-BY-SA)
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