JSFP548: Hochkultureller Penispropeller

Von penispropellerndem Drehspieß-Carsharing in der Funkhaus-Kantine. Oder so ähnlich.

Die Dauer der Episode 0:20:57Diese Episode erschien am 7. Juni 2026 um 9:04Downloads 332 Downloads

 
Wir waren im Theater. Und da war ein nackter Typ, der exaltiert rumgehampelt hat. Unter anderem. Zuvor hätte ich fast eine Currywurst Hawaii bestellt und bin kurz in eine gewisser Hamburg-Sehnsucht verfallen, die aber nur kurz dauerte. Außerdem erzähle ich von den dienstlichen Bemerknissen dieser Woche, was einen deutlich zu gut bewerteten Döner in Wilster beinhaltet.

Diese Episode hat 9 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 2 Minuten und 19 Sekunden lang.

Teilen auf

Shownotes:

Das Ensemble des Stücks "Herr Puntilla und sein Knecht Matti" sitzen in der Eröffnungsszene auf der Bühne verteilt und wirken teils bewusstlos. Überall liegt Müll. Links im Hintergrund steht ein Wohnwagen, rechts im Hintergrund bilden Balken ein Haus. Der Hintergrund ist dunkel gehalten und wirkt wie ein Nachthimmel mit Polarlichtern. Foto: Katrin Ribbe
Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: »Herr Puntila und sein Knecht Matti« (Regie: Karin Beier / Bühne: Johannes Schütz). Auf dem Foto (v.l.n.r.): Josef Ostendorf, Joachim Meyerhoff, Kristov Van Boven, Lilith Stangenberg, Michael Wittenborn, Maximilian Scheidt (im Wohnwagen Jakob Neubauer) © Katrin Ribbe.

 

Transkription der Episode anzeigen

0:00:10–0:00:14
Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 548.
0:00:14–0:00:17
Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
0:00:18–0:00:20
Vorige Woche nach der Aufnahme sind wir nach Hamburg gefahren.
0:00:21–0:00:25
Und wie so häufig, wenn ich nach Hamburg komme, dann erinnere ich mich dran,
0:00:26–0:00:29
dass ich da mal eine kurze Zeit gewohnt habe und denke mir: „ach,“
0:00:29–0:00:30
„das war ja eigentlich ganz schön.“
0:00:30–0:00:33
„Also eigentlich wäre es auch nett, in Hamburg zu wohnen.“
0:00:35–0:00:40
Und das dauert immer so ungefähr 20 Minuten. Und dann denke ich mir:
0:00:40–0:00:42
„Ach du Scheiße, ist das voll und laut hier.“
0:00:42–0:00:46
Wir sind an der Alster rumspaziert und da kamen irgendwie mehrere Leute,
0:00:47–0:00:56
die obszön laute Musik in irgendwelchen Boxen am Fahrrad anhatten oder im Cabrio.
0:00:56–0:01:01
Ein Typ, der war wirklich beeindruckend, der hatte an seinem Gepäckträger so
0:01:01–0:01:04
eine Satteltasche im Style von so Scout-Schulranzen.
0:01:05–0:01:12
Und da drin eingebaut waren Lautsprecher, die nach vorne und nach hinten rausschallten.
0:01:12–0:01:14
Also das Ding war schon, das war so ein Partybike.
0:01:15–0:01:18
Das war schon dafür gebaut, gezielt Leute zu belästigen.
0:01:18–0:01:21
Mit der Kacke, die der da gespielt hat. Das war nicht schön.
0:01:22–0:01:25
An der Alster war es total nett. Wir haben uns dann auch mit Matze getroffen,
0:01:26–0:01:31
sind ein bisschen rumgelaufen und dann abgebogen in den Stadtteil St.
0:01:31–0:01:35
Georg, Da in der Straße Lange Reihe ist das Café Uhrlaub. Da haben wir dann noch
0:01:35–0:01:36
ein bisschen im Hof gesessen.
0:01:37–0:01:41
Da gab es sehr leckeren Kuchen. Es gab eine Menge vegane Sachen.
0:01:41–0:01:43
Und ich muss auf jeden Fall nochmal dahin.
0:01:44–0:01:49
Denn wofür wir keine Zeit hatten, war die Currywurst Pommes im Hawaii-Stil.
0:01:50–0:01:54
Das klingt so krank. Das möchte ich auf jeden Fall probieren.
0:01:55–0:01:57
Der Grund für unsere Reise war,
0:01:57–0:02:00
dass wir dem Gastteenie zu Weihnachten einen Theaterbesuch geschenkt hatten.
0:02:01–0:02:05
Sie hatte sich gewünscht, in einem schönen alten Theatersaal ein Theaterstück zu sehen.
0:02:06–0:02:11
Und dann hatten wir auch relativ schnell eins, was gut aussah und das ist dann
0:02:11–0:02:12
aber leider ausgefallen.
0:02:12–0:02:17
Und so mussten wir dann nach einer Alternative suchen und naja,
0:02:17–0:02:19
also es war nicht so ganz einfach,
0:02:19–0:02:26
weil vieles von den Vorschaubildern entweder sehr nach Blut und Gedärm aussah
0:02:26–0:02:33
oder nach Nacktheit, wo wir jetzt gedacht haben, für so ein Florida-Girl ist das …
0:02:35–0:02:40
Also ich persönlich bin kein besonderer Fan von nackten Menschen auf Theaterbühnen
0:02:40–0:02:45
und ich weiß, dass sie da auch so ein bisschen schambehaftet ist.
0:02:45–0:02:48
Und jetzt hatten wir dann auch noch eine Freundin von ihr mit dazu eingeladen
0:02:48–0:02:56
und hatten also schon beim Aussuchen des Stücks auf den Vorschaubildern so gedacht,
0:02:56–0:02:58
naja, das ist dann vielleicht nichts.
0:02:58–0:03:02
Und haben uns dann für „Herr Puntilla und sein Knecht Matti“ entschieden,
0:03:02–0:03:04
ein Stück nach Bert Brecht.
0:03:05–0:03:08
Das hat er geschrieben nach seiner Flucht aus Deutschland.
0:03:08–0:03:14
Er hat dann in Finnland eine Zeit verbracht, so 1940, 1941 und hat da auf sein
0:03:14–0:03:16
Visum für die USA gewartet.
0:03:17–0:03:20
Und ich weiß nicht, die Wirtin, wo er da gewohnt hat, ich weiß nicht,
0:03:20–0:03:24
ob das ein landwirtschaftlicher Betrieb war oder irgendwas, die hatte jedenfalls
0:03:24–0:03:29
mehrere Gäste und hat dann die langen Abende für Geschichten genutzt.
0:03:29–0:03:35
Und daraus und aus dem Leben, das er da geführt hat, ist dann eben dieses Theaterstück geworden.
0:03:36–0:03:42
Es geht um den Gutsbesitzer Herr Puntila, der ein absoluter Kapitalist ist und
0:03:42–0:03:47
Menschenschinder und richtiger Arsch, außer wenn er gesoffen hat. Und der säuft viel.
0:03:47–0:03:52
Wenn er besoffen ist, dann ist er ein Menschenfreund und kommunistisch aufgelegt
0:03:52–0:03:56
und will Reichtum verteilen und sieht das Gute im Menschen und so weiter und so fort.
0:03:56–0:04:00
Und Matti ist sein Chauffeur, sein Knecht, das ist auch je nachdem.
0:04:01–0:04:04
Offenbar je nach Inszenierung, habe ich bei Wikipedia gelesen,
0:04:04–0:04:08
ist das mal ein Knecht, mal ein Chauffeur, das ist ganz unterschiedlich.
0:04:09–0:04:13
Und die beiden, das sind halt so die Hauptfiguren, die sich da so gegenüberstehen
0:04:13–0:04:14
und da auch eine ganze Menge miteinander verhandeln.
0:04:15–0:04:21
So und das Stück geht darum, dass also die Tochter von Herrn Puntila einen Attaché
0:04:21–0:04:22
heiraten soll und der ist nun
0:04:22–0:04:25
total langweilig und blöd und da hat sie eigentlich gar keinen Bock drauf.
0:04:26–0:04:32
Und im Suff will Puntila dann sie mit seinem Knecht verheiraten,
0:04:32–0:04:33
weil das doch ein ganz feiner Typ ist.
0:04:33–0:04:38
Und irgendwie sowas hin und her, Lirum Larum. Es geht also buchstäblich über Tische und Bänke.
0:04:38–0:04:42
Das Bühnenbild ist, ich möchte fast sagen, ein bisschen abstrakt.
0:04:43–0:04:49
Also da ist halt das Gerippe eines Hauses zu sehen, also ein stilisiertes Haus aus Balken.
0:04:49–0:04:53
Im Hintergrund steht ein alter Wohnwagen, da sitzen die Musiker drin,
0:04:53–0:04:55
die live die Musik spielen zu dem Stück.
0:04:55–0:04:59
Wobei „Musik“, also das sind halt mehr so sphärische Klänge. Das ist kein Soundtrack
0:04:59–0:05:02
im eigentlichen Sinn, war aber trotzdem sehr stimmungsvoll.
0:05:02–0:05:07
Auf der Bühne eine Menge Gerümpel und Müll und eine Menge Tische und Stühle.
0:05:08–0:05:11
Und es geht auch damit los, dass sie irgendwie seit zwei Tagen in der Kneipe sind.
0:05:11–0:05:16
Und er bestellt dann beim Kellner einen weiteren Aquavit und einen Freitag,
0:05:16–0:05:17
weil er Samstag doof findet.
0:05:18–0:05:21
Und also so in diese Richtung geht es los. Und das ist also alles so ein bisschen,
0:05:21–0:05:23
wie gesagt, abstraktes Bühnenbild.
0:05:23–0:05:30
Ja, und also die spielen sich da alle in Rage. Also ein zehnköpfiges Ensemble,
0:05:30–0:05:33
glaube ich, wenn ich mich jetzt nicht komplett vertan habe.
0:05:33–0:05:35
Die Nebenrollen sind alle mehrfach
0:05:35–0:05:40
besetzt, beziehungsweise es gibt mehr Nebenrollen als Schauspielende.
0:05:41–0:05:45
Und entsprechend spielen mehrere Typen dann allerlei Nebenrollen,
0:05:46–0:05:47
auch unterschiedlichen Geschlechts.
0:05:48–0:05:52
Da kommt man so ein bisschen durcheinander manchmal, wer nun gerade wer ist.
0:05:52–0:05:55
Frauen werden in der Regel durch Kopftücher markiert.
0:05:56–0:06:00
Und dann sind halt auch Leute dabei, die zum Teil nur für ein,
0:06:00–0:06:02
zwei Szenen auftauchen.
0:06:02–0:06:05
Insofern kann ich das nachvollziehen, dass man da sagt, das besetzen wir doppelt.
0:06:06–0:06:10
Das besetzen wir halt mit einer Person mehrere Rollen.
0:06:11–0:06:15
Naja, und was dann natürlich dann doch passiert ist, mittendrin waren da zwei Nackte.
0:06:19–0:06:23
Erst zieht sich der Matti aus. Und er zieht sich nicht einfach nur aus,
0:06:23–0:06:26
er hampelt auch noch um. Also der Penispropeller gehörte dazu.
0:06:27–0:06:32
Also er steht vorne in der Bühnenmitte und propellert buchstäblich,
0:06:32–0:06:37
rennt breitbeinig über die Bühne und ist sehr hampelig in seiner Nacktheit.
0:06:37–0:06:41
Und dann zieht sich auch noch die Tochter des Herrn Puntila aus. Der Plan
0:06:41–0:06:49
der beiden ist, dass der Attaché sie und Matti im Flagranti bei irgendwas erwischt,
0:06:49–0:06:51
damit er dann von der Verlobung zurücktritt.
0:06:52–0:06:55
Die tun da nichts, sie tun aber so als ob.
0:06:55–0:07:01
Also die sind dann in einem Badehaus, das in dem Fall durch einen Tisch symbolisiert
0:07:01–0:07:07
wird und da ist dann eine Menge Nebel aus einer Nebelmaschine und sie kniet
0:07:07–0:07:12
da in so einer Hockstellung auf dem Tisch und er sitzt neben ihr und sie beide
0:07:12–0:07:15
stöhnen sehr laut und das war so der Moment,
0:07:15–0:07:18
wo die mitgereisten Teenager dann irgendwann unter den Sesseln saßen.
0:07:21–0:07:25
Ja, naja, also ob man jetzt für diese spezielle Szene nackt sein musste,
0:07:26–0:07:31
lasse ich mal dahingestellt, ob man dafür so lange nackt sein musste, erst recht.
0:07:31–0:07:35
Es war unterhaltsam, es war beeindruckend,
0:07:35–0:07:42
wie der Hauptdarsteller Jekyll und Hyde mäßig, also in Sekundenbruchteilen zwischen
0:07:42–0:07:44
besoffen und nüchtern hin und her switchte
0:07:44–0:07:48
und vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten auf einmal hatte.
0:07:49–0:07:52
Auch da bin ich ein bisschen ins Schleudern gekommen, habe das nicht so komplett
0:07:52–0:07:55
immer nachvollziehen können, das dauerte immer so ein bisschen weiter.
0:07:56–0:08:01
Und die haben halt einfach Bock, also das sieht man, die spielen das mit Verve
0:08:01–0:08:04
und allem, was dazu gehört und geben da wirklich alles.
0:08:06–0:08:11
Insofern war es auf jeden Fall sehenswert. Mit etwas über drei Stunden inklusive
0:08:11–0:08:14
Pause war es mir persönlich dann aber doch ein kleines bisschen zu lang.
0:08:16–0:08:20
Und was man auch sagen muss, also das Ziel, einen schönen alten Theatersaal
0:08:20–0:08:23
von innen zu sehen, das ist definitiv erreicht worden.
0:08:23–0:08:27
Also sie war sehr begeistert vom Schauspielhaus in Hamburg. Dem größten deutschen
0:08:27–0:08:30
Sprechtheater, wie ich in diesem Zuge gelernt habe.
0:08:30–0:08:35
Also es ist wirklich sehr, sehr schön und ich will auch, also unabhängig von
0:08:35–0:08:39
den Verwirrungen um den Penispropeller, hat sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt.
0:08:41–0:08:45
Am Mittwoch war ich abends in Brokdorf.
0:08:45–0:08:50
Brokdorf ist bekannt geworden durch das dortige Atomkraftwerk und – die Älteren
0:08:50–0:08:58
mögen sich vielleicht erinnern – 1981 hat dort gefühlt die Anti-Atomkraft-Bewegung
0:08:58–0:09:00
ihre Geburtsstunde erlebt.
0:09:00–0:09:06
Da haben nämlich bis zu 100.000 Menschen gegen den Bau des Atomkraftwerks protestiert.
0:09:06–0:09:11
Nun ist das Ding schon seit einer ganzen Weile vom Netz und irgendwann jetzt
0:09:11–0:09:16
in diesem Jahr soll ein Castortransport dorthin erfolgen.
0:09:16–0:09:20
Das ist der letzte Transport von Sellafield nach Deutschland.
0:09:20–0:09:24
Damit ist die Rücknahme des deutschen Atommülls dann abgeschlossen und die Castoren
0:09:24–0:09:30
werden dann dort im Standortzwischenlager eingelagert, solange bis es ein Endlager gibt.
0:09:30–0:09:34
Und einer dieser Menschen, der da informiert hat über das, was da geplant ist,
0:09:34–0:09:37
sagte im Verlauf des Ganzen auch,
0:09:37–0:09:43
dass er nicht davon ausgeht, dass die vollständige Räumung des hiesigen Zwischenlagers
0:09:43–0:09:45
noch innerhalb dieses Jahrhunderts gelingen würde.
0:09:46–0:09:49
Und da war dann also eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung,
0:09:49–0:09:51
die jetzt nicht so zahlreich vertreten war.
0:09:52–0:09:55
Also da waren ungefähr 40 Leute.
0:09:56–0:10:02
Und wie sich dann im Verlauf des Abends herausstellte, waren da viele Leute
0:10:02–0:10:06
von der BGZ, Das ist die Gesellschaft für Zwischenlagerung.
0:10:07–0:10:10
Da waren viele Leute, die im Kraftwerk arbeiten.
0:10:11–0:10:14
Da waren viele Gemeindevertreter. Da waren viele Leute aus dem Kreistag.
0:10:15–0:10:21
Da waren viele Leute von der Base, von der Bundesanstalt für atomare Sicherheit und Endlagerung.
0:10:23–0:10:28
Und dann waren da halt auch noch ein paar Altvordere der Anti-Atomkraft-Bewegung,
0:10:29–0:10:33
die nun inzwischen mehr „alt“ als „Vorder“ sind, wollen wir ehrlich sein.
0:10:35–0:10:38
Also das war tatsächlich so ein bisschen erschreckend. Da war jemand dabei,
0:10:38–0:10:42
den ich noch vor wenigen Jahren als sehr scharfsinnig und sehr gut vorbereitet
0:10:42–0:10:48
erlebt habe auf ähnlichen Veranstaltungen und der hat doch sehr stark abgebaut.
0:10:48–0:10:49
Das tat mir richtig leid, den so zu sehen.
0:10:50–0:10:55
Gefühlt würde ich sagen, abgesehen von denen und Mir als beobachtendem Journalisten
0:10:55–0:10:59
waren da, also da war auch noch eine Kollegin da von der Zeitung,
0:11:00–0:11:05
aber ich habe fast das Gefühl, dass da maximal fünf Leute waren,
0:11:05–0:11:08
die aus der Gegend kamen, um sich wirklich zu informieren.
0:11:09–0:11:15
Das war zumindest so der Eindruck, den ich hatte. Es gab ein Informationsangebot,
0:11:15–0:11:18
ob man das nun nutzen möchte oder nicht, ist dann die andere Frage.
0:11:19–0:11:24
Was da nicht rauskam, war der Termin, wann denn nun der Transport stattfindet.
0:11:24–0:11:29
Das hat halt als strategische Gründe, man möchte einfach es den Leuten,
0:11:29–0:11:31
die dagegen protestieren möchten, so schwer wie möglich machen.
0:11:32–0:11:36
Nichtsdestotrotz, sagte der Polizeichef auch, wenn es Protest gibt,
0:11:36–0:11:38
dann wird der halt auch ermöglicht.
0:11:38–0:11:41
Das ist halt immer, sagt er, hat es wirklich so gesagt, eine schöne Gelegenheit,
0:11:41–0:11:43
für die mal wieder ihre Fahnen und Banner zu zeigen.
0:11:44–0:11:46
Und das sollen sie auch tun. Und die Polizei ist dann dafür da,
0:11:47–0:11:51
um dafür zu sorgen, dass sowohl die ihre Banner zeigen dürfen,
0:11:51–0:11:54
als auch, dass der Transport sicher abgewickelt wird.
0:11:54–0:11:58
Er war da ganz zuversichtlich, weil er sagt, sie kriegen jedes Jahr das Wacken
0:11:58–0:12:03
Open Air gewuppt, denn sie haben den Protest gegen das LNG Terminal in Brunsbüttel
0:12:03–0:12:08
hinbekommen und dann werden sie auch den Castortransport routinemäßig abwickeln können.
0:12:08–0:12:12
Und ich glaube, er meint das auch tatsächlich so, dass das halt zwar ein Großeinsatz
0:12:12–0:12:17
ist, dass sie aber damit grundsätzlich Erfahrung haben, wie man sowas ordentlich über die Bühne kriegt.
0:12:18–0:12:24
Vor dem Termin habe ich noch in Wilster angehalten und war dort beim Döner am Colo.
0:12:24–0:12:28
Der heißt so, weil direkt gegenüber das Colosseum ist. Eine Veranstaltungshalle,
0:12:28–0:12:31
wo immer legendäre Faschingspartys zum Beispiel stattfinden.
0:12:32–0:12:37
Naja, dort bin ich hingefahren, A, weil ich vorher gerne was essen wollte und
0:12:37–0:12:43
B, weil das der Döner mit der besten Rezension im ganzen Umkreis war, nämlich 4,9.
0:12:44–0:12:48
Bei Google eine Rezension, die da sehr prominent gefeatured wurde,
0:12:48–0:12:51
war: „der beste Döner, den ich je gegessen habe.“
0:12:51–0:12:55
Und jetzt, wo ich da war, gehe ich davon aus, dass diese Person noch nicht so
0:12:55–0:12:57
viel Döner gegessen hat in ihrem Leben.
0:12:57–0:13:00
Also es ist ein Drehspieß Döner Art.
0:13:01–0:13:05
Das Brot war für meine Verhältnisse wieder zu lang im Kontaktgrill.
0:13:05–0:13:07
Das ist also sehr schnell auseinandergebrochen.
0:13:08–0:13:12
Und dafür dann eben wieder zu viel Belag und Soße. Es ist ja nett,
0:13:13–0:13:14
dass man auch was kriegt für sein Geld.
0:13:15–0:13:20
Aber halt auch wieder so wahnsinnig ausladend belegt, dass man große Probleme hatte, den zu essen.
0:13:21–0:13:23
Also es ist ja wie immer, man kriegt diesen Döner und dann denkt man so,
0:13:24–0:13:26
ja okay, zusammenklappen kann man den nicht.
0:13:27–0:13:30
Aber ich war dann halt auch zu faul aufzustehen, mir eine Gabel zu holen,
0:13:30–0:13:32
auch weil ich nicht sofort gesehen habe, wo es die gibt.
0:13:33–0:13:36
Das wäre halt das Schlaue gewesen, da jetzt ein bisschen was rauszugabeln und
0:13:36–0:13:41
dann hätte man den normal essen können. Also eine 4,9 war das nicht.
0:13:42–0:13:46
Das war streng genommen noch nicht mal eine 3. Das ist ein Döner in der Kleinstadt.
0:13:46–0:13:51
Vielleicht ist das der Maßstab, den man da anlegen muss. Aber ich fahre da nicht nochmal hin.
0:13:53–0:13:58
Donnerstag war ich in Kiel fast sozusagen unter Wasser, denn dort findet aktuell
0:13:58–0:14:03
ein Schulklassenprojekt statt, das „Kiel Snorkeling City“ heißt.
0:14:04–0:14:09
Da geht es darum, dass Schulklassen unter Anleitung in der Kieler Förde schnorcheln können.
0:14:10–0:14:14
Es gibt in Kiel das Seebad Düsternbrook, das ist ein Freiwasserschwimmbad.
0:14:15–0:14:19
Und die Schulklassen können da hinkommen, das ist auch von Klasse 5 bis 13.
0:14:20–0:14:26
Und da sind dann eben Studierende, die am Geomar, Meeresbiologie studieren oder
0:14:26–0:14:28
auch, ich glaube, ein Dozent ist da auch noch mit dabei.
0:14:29–0:14:32
Das Ganze wird dann von verschiedenen Partnerorganisationen organisiert,
0:14:32–0:14:33
unter anderem auch von BUND.
0:14:35–0:14:37
Und die erklären den Kindern dann halt, wie man schnorchelt,
0:14:38–0:14:40
worauf sie aufpassen müssen, wie sie mit dem Material umgehen müssen,
0:14:40–0:14:44
wie sie sich im Wasser verhalten sollen, was so die klassischen Handzeichen
0:14:44–0:14:45
sind, die sie machen können.
0:14:45–0:14:49
Und dann gibt es auch noch so ein bisschen Theoriebriefing, was sieht man denn
0:14:49–0:14:52
da eigentlich im Wasser, bevor es dann tatsächlich reingeht.
0:14:53–0:14:58
Und da habe ich mich ein bisschen rumgetrieben und habe einer 8., 9.
0:14:58–0:15:02
Klasse dabei zugehört, wie die ins Wasser gehen, im Wasser sind.
0:15:03–0:15:07
Und da wird dann jetzt für kommende Woche ein Beitrag draus.
0:15:08–0:15:13
Ich fand es total cool, das zu sehen, mit was für einem Herzblut die Leute da
0:15:13–0:15:15
dabei sind und wie viel Bock die darauf haben,
0:15:16–0:15:21
den Kindern dieses Wissen zu vermitteln und das eben auch unter dem Umweltbildungsaspekt,
0:15:22–0:15:27
und das Problem ist, wie immer bei solchen Projekten, dass die halt hart unterfinanziert
0:15:27–0:15:30
sind und ständig um Finanzierung zittern müssen.
0:15:30–0:15:36
Am Rande habe ich zwischen zwei Gruppen dann gehört, dass die den Zuschlag für
0:15:36–0:15:38
eine Stiftungsfinanzierung nicht bekommen haben.
0:15:39–0:15:43
Sie sind aber im Rennen um den Umweltpreis der Kieler Stadtwerke und den Link
0:15:43–0:15:45
tue ich euch in die Shownotes.
0:15:45–0:15:49
Das empfehle ich euch doch sehr, dort einmal drauf zu klicken und da kann man
0:15:49–0:15:51
bis zum Ablauf des Votings, das ist auch tatsächlich so gewollt,
0:15:52–0:15:53
jeden Tag neu abstimmen.
0:15:54–0:16:00
Also wenn ihr sowieso morgens beim Frühstück das Handy in der Hand habt,
0:16:00–0:16:02
dann drückt doch da einfach mal jeden Tag drauf.
0:16:03–0:16:08
Also tut euch nicht weh, dauert ungefähr 10 Sekunden und wenn es gut läuft,
0:16:08–0:16:12
dann kriegen die halt ungefähr 70.000 Euro dafür, dass sie das weitermachen können.
0:16:14–0:16:19
Freitag war einigermaßen ereignislos. Da bin ich nur in meinem Kieler Büro gewesen,
0:16:19–0:16:22
habe da ein paar Sachen gemacht und habe mit Kollegen Mittag gegessen in der Kantine.
0:16:22–0:16:24
Einige von denen hatte ich jetzt auch schon wieder länger nicht gesehen.
0:16:24–0:16:28
Das war sehr nett, da mal wieder ein bisschen zusammen zu sitzen und sich zu unterhalten.
0:16:28–0:16:34
Und gestern am Samstag hatte ich dann erst in Kiel zu tun und bin dann nochmal
0:16:34–0:16:36
nach Drelsdorf gefahren.
0:16:36–0:16:38
Drelsdorf ist ein Dorf in der Nähe von Husum.
0:16:38–0:16:43
Da war ich jetzt schon zweimal dienstlich, Denn die haben dort in Eigenleistung
0:16:43–0:16:45
ihr Schwimmbad saniert. Die haben ein Freibad.
0:16:45–0:16:52
Das war abgängig. Und es war klar, die Gemeinde würde im regulären Verfahren
0:16:52–0:16:57
den Neubau dieses Bades oder des Schwimmbeckens nicht finanzieren können.
0:16:57–0:17:01
Und da haben sich dann einige engagierte Bürger zusammengetan und haben gesagt,
0:17:01–0:17:02
das wollen wir doch mal sehen.
0:17:03–0:17:06
Habe ich hier auch, glaube ich, schon ein, zwei Mal im Podcast erzählt.
0:17:06–0:17:11
Und haben also organisiert, dass dieses Schwimmbad neu gebaut wird.
0:17:11–0:17:16
Haben ganz viel in Eigenleistung gemacht, haben nur das Nötigste an Fachfirmen vergeben.
0:17:16–0:17:20
Und ansonsten waren halt auch einfach Freiwillige aus dem Dorf,
0:17:20–0:17:24
aber eben auch Handwerker, die gesagt haben, Okay, ich kann halt hier das,
0:17:24–0:17:27
was ich sowieso beruflich mache, kann ich natürlich am Wochenende hier auch
0:17:27–0:17:30
nochmal auf Spendenbasis sozusagen machen.
0:17:30–0:17:33
Ausdrücklich nicht schwarz, sondern sie spenden eine Sachleistung,
0:17:33–0:17:36
nämlich ihre Arbeitszeit und im Zweifel, ich weiß gar nicht,
0:17:36–0:17:39
ob die auch das Material gespendet haben, einige bestimmt.
0:17:39–0:17:43
Naja, da war ich also schon mehrfach nun, habe einmal von der Baustelle berichtet,
0:17:43–0:17:47
einmal vom Anbaden, das im November noch stattfinden musste,
0:17:47–0:17:50
damit die ganzen Fördergelder auch wirklich noch fließen können.
0:17:51–0:17:55
Und am Samstag gestern war nun also Saisoneröffnung. Da bin ich jetzt nochmal
0:17:55–0:17:57
hingefahren, um nochmal Interviews zu machen.
0:17:58–0:18:01
Und das fließt dann ein in ein Kollegengespräch mit O-Tönen,
0:18:01–0:18:03
das am 20. ausgestrahlt werden wird.
0:18:05–0:18:08
Insofern hatte ich da gestern einen ziemlich langen Tag. Ich hatte nämlich auch
0:18:08–0:18:13
noch morgens das Gastteenie und eine Freundin nach Kiel zum ZOB gefahren,
0:18:14–0:18:17
denn die beiden hatten sich in den Kopf gesetzt, so früh wie möglich zum Hansapark
0:18:17–0:18:19
zu fahren und da den Tag zu verbringen.
0:18:19–0:18:24
Und der Flixbus sollte nun um 7.25 Uhr abfahren und so früh fahren halt noch keine Züge.
0:18:25–0:18:26
Also am Wochenende fährt der erste
0:18:26–0:18:30
Zug bei uns im Dorf um 7.10 Uhr und das natürlich ein bisschen zu spät.
0:18:32–0:18:36
Also sind wir hier um sechs losgefahren haben die Freundin eingesammelt und
0:18:36–0:18:38
dann habe ich sie da abgesetzt habe mein Kram in Kiel erledigt und bin dann,
0:18:39–0:18:42
als ich dann fertig war mittags erstmal nach Hause gefahren habe das Auto hier
0:18:42–0:18:45
abgestellt damit ich das nicht den ganzen Tag blockiere und habe dann in Eckernförde
0:18:45–0:18:47
das Carsharing-Auto übernommen,
0:18:47–0:18:49
um einmal nach Drelsdorf und zurückzufahren,
0:18:50–0:18:54
das hat diesmal auch wieder ausnehmend gut funktioniert ohne Panne,
0:18:54–0:18:58
ohne irgendwas vergessen zu haben also manchmal läuft es halt einfach.
0:18:59–0:19:02
Ich helfe der Herzdame gleich noch dabei, den Gottesdienst vorzubereiten.
0:19:03–0:19:05
Der findet heute im Rahmen des Dorffestes statt.
0:19:06–0:19:09
Da muss ich eigentlich nur noch das ganze Gedöns verkabeln.
0:19:09–0:19:13
Und dann steige ich aber schon in den Zug und fahre nach Kiel in den Botanischen
0:19:13–0:19:15
Garten. Dort ist heute Tag der offenen Hose.
0:19:16–0:19:19
Und weil ich an einem Beitrag über diesen Botanischen Garten arbeite,
0:19:20–0:19:24
fahre ich da dienstlich hin und werde da einfach ein paar Stimmen einsammeln
0:19:24–0:19:28
von Leuten, die sich den Botanischen Garten anschauen, um einfach mal zu hören,
0:19:28–0:19:31
wie toll die den finden oder was ihnen daran auffällt.
0:19:31–0:19:36
Denn der Botanische Garten hat als Erste in Deutschland eine internationale
0:19:36–0:19:40
Auszeichnung bekommen, die man wohl in der Branche als Ritterschlag bezeichnen kann.
0:19:40–0:19:43
Da habe ich jetzt schon Interviews geführt mit Mitarbeitenden und dem Leiter.
0:19:44–0:19:46
Bemerkenswert fand ich an der Stelle, dass die alle gesagt haben,
0:19:46–0:19:49
naja, alle botanischen Gärten machen sehr gute Arbeit in Deutschland.
0:19:50–0:19:53
Und wir haben jetzt einfach nur einen Preis bekommen, der dokumentiert,
0:19:53–0:19:55
dass wir das, was wir tun, tun.
0:19:56–0:19:59
Weil es da halt einfach darum geht, wie nach welchen Standards man arbeitet
0:19:59–0:20:03
und dass man ein Sammlungskonzept hat und wer unter welchen Umständen entscheidet,
0:20:04–0:20:07
dass eine Pflanze zum Beispiel aus der Sammlung auch wieder rausfliegt.
0:20:07–0:20:11
Fast alle, mit denen ich gesprochen habe, haben so ein bisschen das runtergeredet.
0:20:12–0:20:14
Also die haben zwar eine ganz, ganz tolle Auszeichnung bekommen,
0:20:14–0:20:17
sagen aber auch, naja, okay, streng genommen ist das nichts Besonderes,
0:20:17–0:20:20
weil wir das ja schon, diese Standards schon seit 20 Jahren erfüllen,
0:20:20–0:20:22
aber jetzt haben wir halt uns mal beworben.
0:20:22–0:20:25
Es ist dann so ein bisschen schade, weil ich finde, man kann da durchaus auch
0:20:25–0:20:29
stolz drauf sein, wenn das anerkannt wird, sind sie wahrscheinlich auch,
0:20:29–0:20:31
aber ich glaube, sie wollten sich eben nicht so rausstellen,
0:20:31–0:20:34
dass sie jetzt der beste botanische Garten Deutschlands sind.
0:20:35–0:20:38
Und falls ihr es noch nicht gehört habt, dann geht doch mal rüber,
0:20:38–0:20:43
www.podjournal.de, da ist am ersten, also am Montag, eine neue Folge erschienen,
0:20:43–0:20:45
die ich euch auch sehr ans Herz legen möchte.
0:20:46–0:20:50
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass Katharina Reiche als Bundeswirtschaftsministerin
0:20:50–0:20:53
zurücktreten sollte, bis sie das tut oder bis eine weitere Folge erscheint von
0:20:53–0:20:55
Jörn Schaars feinem Podcast: Alles Gute.

 

Mit Bezug auf diese Episoden:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 07.06.2026 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw („Jenny’s Theme„, CC-BY-SA)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Um von deinem eigenen Blog zu antworten, füge hier den Permalink zu deinem Antwort-Post ein. Deine Antwort erscheint (u. U. nach einer Freigabe) hier als Kommentar. Wenn du deine Antwort aktualisieren oder entfernen willst, kannst den Post bei dir einfach updaten oder löschen und die URL hier erneut eintragen. (Klingt komplizierter, als es ist, ehrlich!)