JSFP563: Multimedialer Herbst

Von Teamarbeit im Dönerladen unter Windrädern. Oder so ähnlich.

Die Dauer der Episode 0:22:32Diese Episode erschien am 11. Oktober 2026 um 10:51Downloads 316 Downloads

 
Ich habe mal wieder gleichzeitig für Radio, Fernsehen und Online gearbeitet und das war sehr cool. Sonst bin ich in einem Wechselbad der Gefühle, was den Herbst angeht und habe mich einmal mehr über Menschen geärgert, die offensichtlich die Situation um die herum nicht wahrnehmen.

Diese Episode hat 6 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 3 Minuten und 45 Sekunden lang.

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Shownotes:

 

Transkription der Episode anzeigen

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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars Feinem Podcast Episode 563.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Es ist wieder Herbst, das ist was Schönes, denn das bedeutet,
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dass ich nicht mehr so häufig auf dem Fußweg mit Zusatzschild „Radfahrer frei“
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hier im Dorf über den Haufen gefahren werde oder angepöbelt.
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Das ist was Gutes. Das bedeutet auch, dass man keinen Idiotenslalom mehr in
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der Eckernförder Innenstadt laufen muss. Das ist auch was Gutes.
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Alles andere daran ist ganz schön kacke. Es regnet wieder mehr, es ist wieder windiger.
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Ich brauche morgens eine Taschenlampe, wenn ich mit dem Hund unterwegs bin.
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Andererseits sind auch weniger Feriengäste hier im Dorf, was tatsächlich zu
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einem Rückgang der liegen gelassenen Hundehäufchen geführt hat. Das ist auch was Gutes.
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Aber ich habe so ein bisschen Probleme damit, Herbst als gemütlich oder gar
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schön zu empfinden, weil das natürlich auch heißt, dass die ganzen Ahornbäume
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jetzt ihre Saat hier verteilen.
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Das heißt, überall liegen Ahörner rum. Überall.
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Unglaublich. Na gut, okay. Ich habe diese Woche jeden Tag in Kiel verbracht,
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weil ich nämlich, fantastische Geschichte, sozusagen eine Kombiproduktion gemacht habe.
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Ich habe ein Thema sowohl an Deutschlandradio als auch an den NDR verkaufen können.
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Und das war aufregend, weil ich nämlich seit mindestens fünfeinhalb Jahren,
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eher sechs würde ich sagen, das erste Mal wieder auch einen Beitrag fürs Fernsehen gemacht habe.
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Kann ich nicht wirklich verlinken, weil der am Donnerstag gelaufen ist,
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ist schon von der Homepage runter und wird spätestens am Donnerstag dann auch
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wieder depubliziert. Also das hält nicht.
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Ich kann den Beitrag verlinken, solange er da ist. Könnt ihr euch das ja angucken.
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Da ist auch ein begleitender Online-Artikel erschienen. Aber die ausführlichere
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Geschichte, die habe ich im Radio erzählt bei Deutschlandfunk.
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Fast sieben Minuten sind das geworden
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und auch das verlinke ich euch. Ich glaube, die haben nicht die volle Länge
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gesendet, wenn ich das richtig im Planungssystem gesehen habe.
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Ich habe 6 Minuten 46 überspielt und 6 Minuten 6 standen im Sendeprotokoll.
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Gucke ich mir nochmal an, seht ihr dann.
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Inhaltlich ging es darum, dass an den Sozialgerichten immer mehr Klagen auflaufen
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und auch vor allem immer mehr Eilverfahren.
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Sozialgerichte behandeln Fälle wie im Beispiel unseres Beitrags,
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da hat jemand nach einer Belastungsdepression als pflegender Angehöriger eine
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Reha beantragt bei der Rentenversicherung und die hat die abgelehnt.
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Jetzt hat er erstmal einen Widerspruch formuliert. Dieser Widerspruch könnte
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aber, wenn Sie das nochmal ablehnen, eben vor dem Sozialgericht landen.
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Dann kann es Sachen geben wie zum Beispiel, dass das Jobcenter die Zahlung für
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eine Heizkostennachforderung verweigert oder einen Zuschuss für eine neue Waschmaschine.
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Also alle solche Sachen, die landen da. Und was die jetzt wahrnehmen da bei Gericht
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ist ein erhöhter Verfahrenseingang mit KI-generierten Klageschriften.
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Das ist nur eine Vermutung, was da passiert. Das äußere ich so auch nicht in
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den Beiträgen, die ich gemacht habe.
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Aber die Vermutung liegt nahe, dass jemand einen ablehnenden Bescheid bekommt
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und den quasi zum Übersetzen durch seine favorisierte künstliche Intelligenz jagt.
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Und dann auch gleich den Tipp bekommt, wir können da noch drüber reden.
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Oder der vielleicht einfach fragt, stimmt das, so ist das rechtens.
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Und die KI sagt natürlich, ja natürlich hast du recht.
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Und hilft dann dabei eben einen Widerspruch oder halt auch eine Klage zu formulieren.
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Und das bräuchte man eigentlich nicht.
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Man kann bei Sozialgerichten auch einfach hinkommen, in der Geschäftsstelle
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sagen, ich habe hier ein Problem mit einer Behörde,
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und kann das im Prinzip auf dem handgeschriebenen Zettel vorformulieren und
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da sind dann Leute, die helfen einem, das in die richtige Form zu bringen. Das kostet auch nichts.
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Genauso wie auch die Gerichtskosten immer null sind beim Sozialgericht.
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Man kann halt nicht Recht bekommen mit dem, was man haben möchte.
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Auch da thematisieren wir einen Fall in den Beiträgen.
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Aber die Zahl der Verfahrenseingänge hat sich innerhalb eines Jahres mehr als
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verdoppelt und der Trend ist steigend.
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Und das haben wir thematisiert, weil das halt so ein Kampf Maschine gegen Mensch
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ist. Auch das ist ein Zitat der Pressesprecherin vom Sozialgericht,
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die selber auch Richterin ist.
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Naja, und jetzt wie schon gesagt, ich hatte das also für zwei Sender anbieten
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und auch verkaufen können.
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Und Fernsehen ist halt immer ein bisschen anders als Radio, weil man einfach,
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ja, das ist auch, also das ist der eine, ein cooler Aspekt daran.
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Man arbeitet halt immer komplett im Team, man ist nicht alleine unterwegs.
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Gleichzeitig dauert es aber ein bisschen länger, weil die Person hinter der
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Kamera, in meinem Fall waren es jetzt halt an zwei Drehtagen jeweils Frauen.
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Die müssen natürlich erstmal das Bild einrichten. Sprich also,
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wo im Raum positionieren wir überhaupt die Kamera?
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Also sprich, was ist ein guter Hintergrund für das Bild, was wir sehen?
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Das Interview selber ist dann so, wie ich es im Radio auch machen würde.
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Und dann braucht man immer noch sogenannte Themenbilder. Das heißt,
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wir suchen dann im Raum nochmal nach Stellen, wo wir eine Aufnahme machen können,
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damit für mich sozusagen im Schnittraum dann was übrig bleibt,
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wo ich drüber sprechen kann.
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Das brauche ich im Radio natürlich nicht. sondern da habe ich halt einfach,
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vielleicht habe ich ein Geräusch, was irgendwie zufällig zum Thema gehört oder
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zu dem Ort oder halt nicht.
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Und beim Film muss ich ja irgendwas zeigen und dann, das ist halt etwas,
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das das Ganze noch ein bisschen verzögert.
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Aber die Zusammenarbeit ist immer toll, das macht immer Spaß,
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weil, das habe ich ja hier auch schon mehrfach thematisiert in der Vergangenheit,
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dass einfach Profis sind, die natürlich auch ein Auge dafür haben,
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wie so ein Beitrag funktioniert, was man dafür braucht und die sich vor allem
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aber auch immer sehr viel Mühe geben mit den Themenbildern.
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Da fließt wirklich sehr viel Hirnschmalz rein und dass es halt schön wird, dass es gut aussieht.
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Und das habe ich sehr genossen, teilweise auch ein bisschen,
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weil ich nicht selber fahren muss. Also ich habe mich dann mit dem Team in Kiel
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getroffen und bin halt mit denen im Teamwagen mitgefahren. Das war schön und
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wir hatten jetzt auch nicht so eine wahnsinnige Eile dabei.
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Am Montag war ein ganz kurzer Dreh, hinfahren um 11, halb 12,
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halb 1 wieder fertig und am Dienstag hatten wir dann einen Termin vormittags
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um 10.30 Uhr, dann eine ziemlich lange Mittagspause von fast zwei Stunden,
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bevor wir dann los mussten, um die letzten Aufnahmen in Lübeck zu machen.
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Und am Mittwoch bin ich dann nur in Anführungszeichen reingefahren,
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um den Schnitt des Beitrags zu machen, hatte da aber dann auch noch genug Zeit,
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um den Text für den Radiobeitrag fertig zu machen, bzw.
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Da habe ich Dienstag schon angefangen, Mittwoch habe ich den dann noch fertig
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gemacht und abgeschickt und habe mich dann Donnerstag um den Online-Text und
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die Produktion des Radiobeitrags gekümmert.
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Ich weiß nicht mehr, an welchem dieser Tage es passiert ist,
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aber ich bin an jedem Tag mit dem Zug gefahren,
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bin auch jeden Tag mit dem Zug zurückgefahren, aber an einem dieser Tage bin
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ich später zurückgefahren, als ich gemusst hätte, weil nämlich auf dem Bahnsteig
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komplett die Hölle los war.
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Also mein Zug fährt immer auf dem Gleis 6a. Das ist, wenn man im Kieler Hauptbahnhof
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ist, das ist ein Kopfbahnhof.
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Man geht auf die Gleise zu, ist das ganz rechts. Der ist es,
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der Richtung Eckernförde fährt und dann eben weiter zu uns nach Rieseby.
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Und an diesem Bahnsteig ist etwas weiter hinten auch noch ein weiteres Gleis, Gleis 6b.
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Da fährt der Zug nach Husum. Auf der linken Seite des Bahnsteigs ist Gleis 5.
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Nicht jeder Zug, der nach Hamburg fährt, hält dort, aber viele.
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Und nun kam ich also an den Bahnsteig, bin schon froh gewesen,
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dass ich an diesen Greenpeace-Wegelagerern an der Haupttreppe vorbeikam,
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ohne von denen angequatscht zu werden.
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Und komme auf diesen Bahnsteig und der ist einfach voll. Voll mit Menschen,
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die auf die Züge gewartet haben.
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Sowohl Menschen, die nach Hamburg wollten, als auch Leute, die Richtung Eckernförde fahren wollten.
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Und eigentlich kamen diese ganzen Züge, alle drei fast gleichzeitig.
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Der nach Hamburg fährt ist natürlich der größte von allen. Der kotzt irgendwie,
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weil sie nicht 2000 Leute auf einmal aus. Das ist unglaublich.
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Und dann in jedem Zug dieser beiden Regionallinien nach Eckernförde und nach
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Husum, da passen locker 300 Leute in den Zug rein und die sind da auch häufig drin.
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So kamen jetzt also gefühlt einfach mal zweieinhalbtausend Leute auf diesem
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Bahnsteig an, auf dem aber schon runde tausend gewartet haben.
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Und das war problematisch, um es vorsichtig zu formulieren, denn es gibt ja
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so eine komische gesellschaftliche Entwicklung auf ganz vielen Bahnsteigen.
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Der Zug kommt an und dann bildet sich da so eine Traube um die Tür und da bleibt
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dann so ein relativ schmaler Gang übrig zwischen den Menschen,
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durch die man dann als jemand, der aus dem Zug aussteigen will,
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auf den Bahnsteig kommt.
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Und naja, wie ich schon häufiger hier formuliert habe, Menschen sind halt dumm,
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und das betrifft die Menschen auf beiden Seiten der Türen.
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Manchen kann man das vorwerfen, anderen nicht. Den einen, die außen stehen,
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den werfe ich vor, dass die halt A zu wenig Platz lassen und B nicht darüber
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nachdenken, wo diese Gasse, die sie da bilden, nun verläuft.
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Das ist nicht so schlau, wenn die Menschen, die aus dem Zug rauskommen,
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ausschließlich durch die Leiber der anderen, die schon warten,
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in die Mitte des Bahnsteigs geleitet werden.
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Und am besten in diesem Fall endet die Schlange zwischen einer Bank und einem
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Mülleimer und da war nicht viel Platz.
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Naja und dann passiert halt das, was in solchen Fällen passiert:
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Vom hinteren Gleis kamen 300 Leute an, aus dem Hamburger Zug kamen die Leute
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an und aus dem Zug, in den ich einsteigen wollte, stiegen Leute aus.
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Darunter auch eine Gruppe von Kindern, ich würde sagen es waren etwa 10,
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im Alter zwischen 9 und 12.
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So, und denen kann man nun überhaupt keinen Vorwurf machen, dass die von dieser
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Situation komplett überfordert waren und die machen halt das,
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was Menschen in so einer Situation tun, die steigen aus dem Zug aus und bleiben
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erstmal stehen, um sich zu orientieren.
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Jetzt sind die halt zumindest durch diese Gasse von Menschen durchgegangen,
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um sich da zu orientieren, aber am Ende war diese Gruppe dann so ein Pfropf,
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der die Gasse zugemacht hat.
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In diesem ganzen Pulk standen natürlich Menschen mit Fahrrädern,
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die auch völlig zu Recht gesagt haben, ich müsste hier eigentlich durch,
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denn das Fahrradabteil ist 50 Meter weiter, dann würde ich hier auch weniger Platz verbrauchen.
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Die kamen aber nicht dazu. Es ging nicht, es war einfach physisch kein Platz da.
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Niemand konnte sich wirklich bewegen an der Stelle.
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Trotzdem drängelten sich natürlich Leute auch noch völlig unnötig dadurch,
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denn der Mensch hat ja keine Augen oder zumindest ist die Verbindung zwischen
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Augen und allem, was dahinter liegt, zumindest instabil, würde ich mal sagen.
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Also niemand kam auf die Idee, ich warte hier einfach mal einen Moment,
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bis sich dieses Chaos beruhigt.
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Ging auch nicht, weil hier einfach kein Platz war.
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Naja, ich habe dann kurz tatsächlich gewartet, bin ein paar Meter zurückgegangen,
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habe gedacht, okay, ich versuche jetzt mal hier zu stehen und gucke mal,
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ob sich dieses Chaos irgendwie auflöst.
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Der Pulk an der Tür, an der ich stand oder stehen musste wegen des Andrangs,
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war halt größer als der an der anderen Tür. Da bin ich dann hingegangen.
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Da hatten sich dann inzwischen auch die Fahrradfahrer hindurchgekämpft.
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Und natürlich saßen auf den Klappsitzen am Fahrradstellplatz schon andere Menschen,
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die überhaupt keinen Bock hatten, diesen Platz wieder freizugeben.
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Da stand dann auch schon der Zugbegleiter und hat darum diskutiert.
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Sagen wir es mal so, ich hatte keinen Bock auf die Scheiße.
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Hab dann gesagt, weißt du was, ich muss hier nicht drin sitzen.
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In der Stunde fährt der nächste Zug, dann sind die Idioten alle weg.
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Ich setze mich mal hier in das Café.
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Und habe mir ein Stück Kuchen geholt und eine heiße Schokolade und habe mir
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das aus dem Fenster angeguckt, habe der Herzdame geschrieben,
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dass ich eine Stunde später komme und die sagte auch, weißt du,
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du kannst ja auch einfach den anderen Zug nehmen, der zu uns fährt. Also es gibt einen Zug.
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Ist eigentlich die Linie Kiel-Flensburg. So, der fährt bei uns durchs Dorf,
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hält da auch an und fährt jetzt dann eben noch eine Station weiter.
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Dann bleibt er stehen, weil die Brücke gerade neu gebaut wird.
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Dann kann man so irgendeine Behelfsbrücke rüberwatscheln.
0:13:23–0:13:26
Und auf der anderen Seite steht der Zug, der dann nach Flensburg weiterfährt.
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So, den wollte ich eigentlich nehmen.
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Es gibt aber auch noch einen, der nur bis Erkernförde fährt.
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Der auch schneller ist und der doppelt so viel Platz bietet. Warum auch immer
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das nicht andersrum ist. Das ist aber auch egal. Fairerweise muss man sagen,
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90% der Leute, die in meinen Zug eingestiegen sind, würden in Eckernförde spätestens wieder aussteigen.
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Fast jeder von denen, die mir da im Weg standen, hätte einfach eine halbe Stunde
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später fahren können, hätte viel mehr Platz gehabt und es wäre nicht so drängelig geworden.
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Details an der Stelle. Ich bin also eine halbe Stunde später in einem nahezu
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leeren Zug nach Eckernförde gefahren. Die Herzdame hat mich abgeholt. Alle waren glücklich.
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Alle anderen waren bescheuert.
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Genauso wie dieser Mensch, den ich gestern traf.
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Ich hatte gestern auch wieder in Kiel zu tun. Ich habe da beim NDR,
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der Nachrichtenredaktion ausgeholfen.
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Auch etwas, das ich früher oft gemacht habe und seit diesem Jahr auch wieder,
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weil ich halt auch so ein bisschen den Wunsch verspürte, im Team zu arbeiten.
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Ich habe da von 12 bis 18 Uhr gearbeitet und dann der Herzdame geschrieben, ich fahre jetzt los.
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Sagt sie, ja, dass sie schon gegessen hätte und ob ich dann satt nach Hause
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komme oder ob sie was vorbereiten soll oder ob ich es selber kochen möchte.
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Wenn das so ist, hole ich mir natürlich einen Döner und bin zu meinem alten Stammdöner gefahren.
0:14:45–0:14:50
Damals, als ich vor 20 Jahren nach Kiel zog, habe ich im Stadtteil Südfriedhof
0:14:50–0:14:53
gewohnt. Und da einfach bei mir die Straße runter, 300 Meter weiter,
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war ein sehr, sehr guter Dönerimbiss Garip’s.
0:14:57–0:15:01
Der ist inzwischen umgezogen, aber es ist der gleiche Laden,
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die haben sich einfach nur vergrößert und es ist alles ein bisschen gemütlicher,
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jetzt kann man auch da essen.
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Früher war das halt einfach so ein Raum, da standen irgendwie nur drei Tische drin.
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Und es standen immer, wann immer ich dort war, zwischen sieben und zwanzig Leute
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in der Schlange vorm Tresen, die einfach was zum Mitnehmen bestellt haben.
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Also ich habe das sehr schnell verstanden: du stehst in der
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Schlange und du musst halt immer den Typen im Blick haben, der hinterm Tresen
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derjenige ist, der die Bestellung annimmt.
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Der guckt dich irgendwann an und sagt, was willst du?
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Und am Anfang habe ich die ersten ein-, zweimal habe ich das noch nicht geschnallt
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und habe gesagt, ich bin noch gar nicht dran. Und er sagt, doch, du bist jetzt dran.
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Was möchtest du? Und dann ging es auch nur darum zu sagen, dass ich einen Döner
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möchte. Und die eigentlichen Details, was da drauf soll oder auch nicht drauf
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soll, welche Soßen und sowas, das wurde dann später geklärt.
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Aber erstmal geht es klar, wir brauchen jetzt noch einen Döner in dieser Schlange.
0:15:57–0:16:01
Und dieses Prinzip haben die halt beibehalten. Der Durchsatz ist gefühlt nicht
0:16:01–0:16:05
mehr so hoch wie früher, aber es ist halt trotzdem dabei geblieben. Ich bin da nicht mehr so
0:16:05–0:16:08
oft, aber immer wenn ich da bin, stehen Leute vor mir in der Schlange.
0:16:08–0:16:12
Das Prinzip ist das gleiche geblieben. Man wird irgendwann angesprochen,
0:16:12–0:16:15
was man möchte und dann kann man schon mal sagen, was es sein soll.
0:16:16–0:16:18
Das Einzige, was sich verändert hat, ist, dass man gleich die ganze Bestellung
0:16:18–0:16:22
aufgibt und wenn man im Lokal essen möchte, dann kann man sich schon hinsetzen
0:16:22–0:16:23
und kriegt das Zeug gebracht.
0:16:24–0:16:27
Und da saß ich nun, habe auf meinen Döner gewartet und hinter mir in der Schlange
0:16:27–0:16:30
waren zwei Typen. Im besten Fall kannten die einfach das System nicht.
0:16:31–0:16:35
Aber die wurden dann angesprochen von dem Menschen hinter der Theke. Was wollt ihr denn?
0:16:36–0:16:41
Ja einen Döner-Teller. Und welches Fleisch? Was soll drauf? Welche Soßen?
0:16:42–0:16:46
Und der antwortet ernsthaft: „sage ich dir gleich.“ Bruder, du diskutierst nicht
0:16:46–0:16:51
mit dem Dönermann, wann du deine Bestellung aufgibst, sondern wenn der deine
0:16:51–0:16:55
Bestellung haben möchte, dann bist du jetzt in dem Moment dran und dann sprich mit ihm.
0:16:57–0:17:01
Also das hat einfach den Betrieb aufgehalten und war auch noch dumm.
0:17:02–0:17:06
Warum? Das ist doch vollkommen unnötig. Nee, nee, nee, so geht’s nicht.
0:17:07–0:17:12
Genug geärgert. Ich mache Feierabend für heute. Nächste Woche wird es keine
0:17:12–0:17:16
Folge Jörn Schaars feinen Podcast geben und ich erzähle euch übernächste Woche warum.
0:17:17–0:17:21
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass Katharina Reiche als Bundeswirtschaftsministerin
0:17:21–0:17:24
zurücktreten sollte. Bis sie das tut oder bis eine weitere Folge erscheint von
0:17:24–0:17:26
Jörn Schaars feinem Podcast: Alles Gute.
0:17:28–0:17:31
Oh, bei der Gelegenheit fällt mir ein, Stichwort Katharina Reiche,
0:17:31–0:17:39
die hat ja gerade das sogenannte Netzpaket und eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Bundestag.
0:17:39–0:17:45
Grandios kurze Stellungnahmezeiten für die Verbände und alle Zuständigen und
0:17:45–0:17:47
alle finden es scheiße. Überraschung.
0:17:48–0:17:53
Bis zu dem Grad, dass unser Ministerpräsident in Schleswig-Holstein Daniel Günther
0:17:53–0:17:57
dem Bundeskanzler einen dreiseitigen Brief geschrieben hat, in dem er doch bittet,
0:17:57–0:18:02
dass der mal darauf einwirken soll, dass diese Änderungen so nicht durchgehen,
0:18:02–0:18:04
weil die halt wirklich, wirklich schlecht sind.
0:18:05–0:18:10
Für die Branche und auch fürs Land, weil hier einfach eine Menge Wertschöpfung dadurch entsteht.
0:18:11–0:18:15
Das habe ich alles in einem Kollegengespräch erklärt am Freitag bei Deutschlandfunk
0:18:15–0:18:17
Kultur im Ländereport. Das kann ich euch sehr gut verlinken.
0:18:18–0:18:22
Im Nachgang dessen habe ich noch mehrere Mails ausgetauscht mit jemandem,
0:18:22–0:18:23
der sich das angehört hat.
0:18:23–0:18:26
Also das Mikrofon war noch nicht ganz zu. Da hatte ich von dem schon eine Mail,
0:18:26–0:18:32
mit einer beliebten Verschwörungserzählung, dass es in Schleswig-Holstein relativ
0:18:32–0:18:35
viele Windräder gäbe, die sich zwar drehen.
0:18:35–0:18:39
Aber gar nicht an Stromnetz angeschlossen sind, sprich die einfach nur die EEG-Förderung
0:18:39–0:18:44
abgreifen wollen und bei denen sich dem Vernehmen nach innerhalb von zwei bis
0:18:44–0:18:48
drei Jahren die Anlage amortisiert hätte und dann würden sie nur noch Reingewinn machen.
0:18:48–0:18:53
Naja, die Mail war höflich formuliert. Ich hatte dann nochmal eine Nachfrage.
0:18:53–0:18:56
Also ich habe jetzt gerade zwei Mails zusammengefasst. Nämlich die erste war
0:18:56–0:18:59
nur, es gibt diese Anlagen, was ist da dran?
0:18:59–0:19:05
Und ob ich das nicht mal thematisieren könnte und auf meine Nachfrage eben die Erläuterung.
0:19:06–0:19:09
Und er hätte das in Dänemark Urlaub von einem Urlauber gehört und das sei in
0:19:09–0:19:11
Schleswig-Holstein ein offenes Geheimnis.
0:19:11–0:19:15
Spoiler: Ist es nicht, geht gar nicht, also rein regulatorisch schon nicht.
0:19:16–0:19:20
Also es ist so, wenn man ein Windrad aufstellt, dann macht man das,
0:19:20–0:19:24
entweder weil man den Strom direkt vermarktet, dann kriegt man nur dann Geld,
0:19:24–0:19:29
wenn man auch wirklich Strom abgeben kann oder man ist eben in der sogenannten EEG-Förderung.
0:19:30–0:19:34
Dann bekommt man über 20 Jahre einen garantierten Preis für den Strom,
0:19:34–0:19:38
den man produziert. Und darauf sind die Anlagen projektiert und kalkuliert.
0:19:39–0:19:43
Das bedeutet, man nimmt an einer Ausschreibung teil und sagt,
0:19:43–0:19:47
ich möchte hier gerne Windräder projektieren in einer bestimmten Region.
0:19:47–0:19:51
Da habe ich auch schon das Land erworben, da habe ich dies, da habe ich das gemacht.
0:19:51–0:19:55
Grundsätzlich Genehmigungen liegen vor und jetzt geht es los.
0:19:55–0:19:57
Ich will in diesen Fördertopf rein.
0:19:57–0:20:01
Bei diesen Ausschreibungen gewinnt derjenige, der mit den geringsten Kosten
0:20:01–0:20:03
kalkuliert und das ist immer überzeichnet.
0:20:04–0:20:06
Und wenn man jetzt in diesen Topf reinkommt.
0:20:08–0:20:12
Dann hat man in der Regel vorher schon eine Netzanschlusszusage.
0:20:12–0:20:15
Ohne das kriegt man eigentlich schon fast keinen Zuschlag mehr.
0:20:16–0:20:22
So, das heißt, dann baut man dieses Ding. Das dauert eine Weile und das ist auch ganz schön teuer.
0:20:23–0:20:27
Schon bevor das Fundament gegossen wird, werden in der Regel Kabel verlegt,
0:20:27–0:20:30
um den Strom abzutransportieren. Ich weiß das zufällig, weil hier in der Region
0:20:30–0:20:31
gerade drei neue Windräder gebaut
0:20:31–0:20:35
werden und ich das aus dem Zug immer beobachte, seit ein paar Wochen.
0:20:36–0:20:42
Sondern erst wenn das Ding in Betrieb genommen wird, dann läuft das erste Mal diese Förderung.
0:20:43–0:20:47
Dann dreht sich dieses Windrad bei Wind und es hört auf, sich zu drehen,
0:20:47–0:20:52
entweder weil das in einen Wartungsmodus geschaltet wird, sprich wenn ein Techniker
0:20:52–0:20:54
irgendwas ölen muss oder dergleichen,
0:20:55–0:21:00
oder wenn halt das Netz verstopft ist, also sprich wenn die Leitungskapazität,
0:21:00–0:21:04
im Stromnetz nicht ausreicht, um diesen ganzen Strom abzutransportieren.
0:21:04–0:21:07
Dann wird das aber vom Netzbetreiber abgeschaltet.
0:21:08–0:21:12
Das ist der Punkt, wo diese Entschädigung aufläuft. Und wenn der Betreiber
0:21:12–0:21:17
der Anlage nichts dafür kann, dass sie stillsteht, dann wird er mit dieser Förderung entschädigt.
0:21:17–0:21:21
Und das kann natürlich nur abgeschaltet werden und wird auch nur überhaupt relevant,
0:21:22–0:21:23
wenn das Ding wirklich am Netz ist.
0:21:23–0:21:26
Und das habe ich diesen Menschen erzählt und erklärt.
0:21:27–0:21:31
Und dann kamen auch irgendwie drei andere Argumente. Das ist halt so ein klassisches
0:21:31–0:21:34
Signal dafür, dass man es einfach mit einem Windkraftgegner zu tun hat.
0:21:34–0:21:37
Du hast ein Argument sehr elaboriert entkräftet und dann kommt er mit was anderem.
0:21:38–0:21:41
Das war dann auch ok so, also es war alles sehr netter Austausch.
0:21:42–0:21:44
Fast kurz vor konstruktiv.
0:21:45–0:21:49
Also er hat mir dann immer irgendwelche Tipps gegeben für meine Berichterstattung,
0:21:49–0:21:52
worauf ich doch mal mehr achten sollte und es sei ja auch journalistisch nicht
0:21:52–0:21:55
so ganz in Ordnung, wenn ich nur die Meinung der Landesregierung wiedergäbe,
0:21:56–0:21:59
wo ich dann gesagt habe, das habe ich mitnichten getan, sondern es ist Anlass
0:21:59–0:22:02
unseres Berichts gewesen, aber ich habe eben auch darauf hingewiesen,
0:22:02–0:22:03
was die Branche dazu sagt,
0:22:04–0:22:08
was betroffene Kommunen dazu sagen und naja, also ich habe ein bisschen mehr
0:22:08–0:22:12
diskutiert, als notwendig gewesen wäre, aber wir haben uns dann höflich voneinander
0:22:12–0:22:14
verabschiedet und uns ein schönes Wochenende gewünscht.
0:22:15–0:22:18
Das fiel mir eben nur bei Katharina Reiche ein und das hat jetzt auch wieder,
0:22:18–0:22:21
länger gedauert, als ich gedacht habe, das zu erklären.
0:22:21–0:22:25
Ich verlinke auch dieses Gespräch mit meiner Kollegin im Länderreport.
0:22:26–0:22:31
Jetzt aber Katharina Reiche, Rücktritt. Tschüss.

 

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 11.10.2026 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw („Jenny’s Theme„, CC-BY-SA)

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