JSFP417: Hast du einen Umzugskarton in der Tasche, oder freust du dich so mich zu sehen?

Von Umzügen, die mit Christian Lindner am Steuer der Fördefahre geblitzt werden. Oder so ähnlich.

Die Dauer der Episode 0:10:46Diese Episode erschien am 27. August 2023 um 9:53Downloads 564 Downloads

 
Ich berichte von meiner Arbeitswoche, die mich unter anderem nach Hamburg-Billbrook führte und davon, das dies die letzte Aufnahme aus dem "alten" Studio ist. Denn am Mittwoch steht hier der Umzugslaster vor der Tür und dann wird es ernst mit dem Umzug. Vorher war noch viel zu tun und ein Teil dessen war eine Fahrt mit dem Fördedampfer von Kiel nach Strande, diverses ÖPNV-Generve und dann war da auch noch ein merkwürdiges Blitzer-Foto.

Diese Episode hat 7 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 1 Minuten und 32 Sekunden lang.

Shownotes:

Die Batterie besteht aus acht schwarzen, flachen Blöcken, die in Zweier-Reihen angeordnet sind. Zwischen den Reihen verläuft ein Strang mit orangefarbenen Kabeln an einem Aluminiumrahmen.

So sehen Batterien von vollelektrischen Autos aus.

Das Foto einer Radarfalle soll eigentlich die Person am Steuer zeigen. Hier sieht es nach Nebelschwaden aus. Ich erkenne auf dem Bild gar keine Person, geschweige denn mich selbst.

Eindeutig zu erkennen, wer hier gefahren sein soll.

 

Transkription der Episode anzeigen

0:00:11–0:00:16
Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinen Podcast Episode 417.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Jetzt wird es langsam aufregend mit dem Umzug. Das ist die letzte Episode aus dem alten Studio.
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Am Mittwoch kommt der Umzugswagen und dann sollen wir am Freitag endgültig mit allem im neuen Haus sein.
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Und dann wäre nächste Woche die erste Episode aus dem neuen Studio.
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Es ist alles sehr, sehr aufregend. Viele Kisten sind gepackt, längst noch nicht alle.
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Das Studio abzukabeln ist ein Projekt für jetzt nach der Aufnahme.
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Alles abmachen, alles einpacken, was auf dem Schreibtisch sich so angesammelt hat,
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die ganzen Kabel von unterm Schreibtisch raus und in Kartons rein und schon mal alles
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so vorbereiten, dass die Sachen, wo ich nicht weiß, wie ich die am besten einpacken soll,
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dann eben für die Profis bereit liegen.
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Und dann wollen wir mal gucken.
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Und bei diesem Umzug haben wir es ja, finde ich, sehr clever gemacht und haben gesagt, wir machen das nicht neben dem Tagesgeschäft.
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Und machen also ein bisschen Umzugsurlaub bei der ganzen Geschichte.
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Und wie immer vorm Urlaub war die vergangene Woche dann doch relativ anstrengend, weil ich viel im Programm war diese Woche.
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Unter anderem mit einem Besuch bei einem Batteriezell-Recyclingwerk in Hamburg.
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Das ist eine Kooperation aus einem Recyclingunternehmen, European Metal Recycling, und Northvolt, diesem schwedischen Batteriekonzern, der in Heide darüber nachdenkt, ein weiteres Werk zu bauen.
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Da werden die Batterien von Elektroautos und Hybridfahrzeugen nach Billbrook gefahren und dort fachkundig zerlegt. Darüber habe ich einen Beitrag gemacht.
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Warum habe ich den gemacht? Die Hamburger Kollegin hatte keine Zeit und ich habe gesagt: "Ich finde das Thema aber so wichtig, wenn du nichts dagegen hast, dann komme ich." Und sie sagte: "Ja geil, machen!"
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Ja und das ist ganz schön spannend, weil erstmal ist das natürlich mit hohen Sicherheitsvorkehrungen verbunden.
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Es geht ja um Hochvolttechnik, das heißt da wird so eine Batterie angeliefert.
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Da muss die 24 Stunden beobachtet werden in einer eigens dafür gebauten Halle mit
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einem Kamerasystem, das erkennen kann, wo vielleicht Wärme entsteht und dann kann
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man innerhalb von wenigen Minuten die komplette Halle bis unter die Decke mit Schaum fluten.
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Das fand ich schon relativ beeindruckend. Dann wird die technisch überprüft auf so einem Tisch, wo man die ganze Batterie auf Knopfdruck binnen Sekundenbruchteilen in einem Wasserbad versenken kann.
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Und dann werden sie erstmal tiefentladen, der Strom wird dann zurückgespeist ins örtliche Stromnetz.
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Und dann geht's an die eigentliche Zerlegung und ja, das ist ganz spannend.
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Was ich nicht wusste, Fahrzeug-, also Elektroautobatterien sind mit einem sehr harten Copyright verbunden.
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Das ist offensichtlich, ja klar, natürlich sind das Betriebsgeheimnisse.
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Und es gab eben eine Batterie, die die Medien auch filmen und fotografieren durften.
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Die war entsprechend so vorbereitet, dass man sagt, okay, das ist jetzt ein Standard.
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Und das Foto dieser Batterie, das seht ihr in den Shownotes.
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Genau, dann waren noch irgendwie mehrere andere Sachen. Das war alles, ja, Standard.
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War ich ganz froh. Hat eine Menge zusammengespielt, dass das alles funktioniert hat.
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Das war alles fein. Und so war ich dann am Freitag im Büro, um,
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ja, so die letzten Urlaubsvorbereitungen zu treffen. Hab mich noch mit Daniela und Sascha auf einen Döner getroffen.
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Hatte danach dann noch einen Termin in Strande und statt 60 Minuten Bus zu fahren, bin ich lieber 90 Minuten Fähre gefahren, habe ich auch ewig nicht gemacht.
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Mit der Fähre einmal komplett durch die Kieler Förde, das war richtig schön, das mochte ich.
0:04:08–0:04:16
Es war viel zu voll und die Leute waren total merkwürdig und rücksichtslos zum Teil, aber es war mir egal.
0:04:16–0:04:30
Ich hatte einen schönen Platz auf dem Achterdeck sozusagen, also mit Blick nach hinten, und habe mich einfach nicht um die verrückten Leute gekümmert, habe mich nur um mich gekümmert, um meine Podcasts und habe so rausgeguckt und es war einfach richtig gut.
0:04:31–0:04:35
Ja und dann ging der Spaß los, dann sollte ich ja wieder nach Hause.
0:04:35–0:04:40
Bis ich dann am Hauptbahnhof war, sah ich: es gibt Schienenersatzverkehr bis Rendsburg.
0:04:41–0:04:55
Und das ist immer so ein großer Spaß, weil ich finde am Kieler Hauptbahnhof ist das ganze Thema Schienenersatzverkehr halt einfach nochmal schwieriger als an vielen anderen Bahnhöfen. Es gibt inzwischen eine eigene Haltestelle für den Schienenersatzverkehr.
0:04:55–0:05:21
Dort halten aber auch Reisebusse und die Stadtrundfahrt-Heinis mit ihren Doppeldecker-Bussen und man muss immer so ein bisschen gucken so wo fährt also es gibt keine struktur sondern es stehen einfach drei busse in der in der reihe und auf mehreren steht dann irgendwie das schienenersatz symbol und dann fuhr einer das war der expressbus nach flensburg das andere war dann der bus den ich dann zukünftig nehmen muss.
0:05:22–0:05:49
In die neue Wohnung über Eckernförde und sonst was Richtung Kappeln hoch und dann halt so ein anderer Bus, den ich nicht sofort identifizieren konnte, bin ich also hin, hab gefragt, sag ich, ja und fahren Sie den Schienenersatzverkehr nach Rendsburg, sagt er, ja, aber das sind die ganzen Zwischenhalte mit auf allen Dörfern bis fast zwei Stunden unterwegs, dann warte lieber noch 20 Minuten, dann kommt der Expressbus, der ohne Zwischenhalt nach Rendsburg fährt und das habe ich dann auch gemacht.
0:05:49–0:05:59
War dann wiederum sehr merkwürdig, weil in Rendsburg kam halt ein Zug an Ausrichtung Kiel, wo auch schon Leute drin saßen.
0:05:59–0:06:08
Also ich bin schon vormittags, als ich nach Kiel hingefahren bin, nur bis zum Citti-Park gekommen und von da mit dem Leihfahrrad weiter.
0:06:09–0:06:13
Aber zurück konnte ich offensichtlich nicht ab Citti-Park fahren.
0:06:13–0:06:21
Also es saßen auch Leute in dem Zug, aber mein Schienenersatzverkehr ging laut App direkt von Kiel nach Rendsburg, was auch immer.
0:06:21–0:06:29
Es war auf jeden Fall alles sehr nervig und ich hatte dann auch einfach wenig Bock auf irgendwas anderes.
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Aber umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich mich danach noch auf Cocktails mit Swen treffen konnte.
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Swen macht gerade Urlaub hier und sitzt total gerne in der Bartelli.
0:06:39–0:06:48
Das ist eine Rooftop Bar am Husumer Hafen. Und da haben wir uns getroffen, haben irgendwie ein bisschen was zusammen getrunken, haben uns sehr sehr nett unterhalten und es war richtig toll.
0:06:48–0:06:56
Wer mir beim Mastodon folgt hat es vielleicht gesehen, ich habe aus dem Briefkasten einen Strafzettel geholt für zu schnelles Fahren.
0:06:56–0:07:04
Auch dazu ein Foto in den Shownotes, denn da ist sehr eindeutig zu erkennen, wer da angeblich gefahren sein soll.
0:07:04–0:07:11
Also aus Tag und Uhrzeit und Ort weiß ich halt, dass ich es war und ich bestreite das auch überhaupt gar nicht.
0:07:14–0:07:23
Ja, es ist halt einfach eine graue Fläche, wo man sehr schemenhaft mit sehr viel gutem Willen erkennen kann, dass da vielleicht eine Brille irgendwo zu sehen ist.
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Zumindest das Beweisfoto reicht eigentlich nicht aus, nach meinem laienhaften Verständnis, dass dieser ganze Vorgang da in Ordnung ist.
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Andererseits haben sie ja die Geschwindigkeitsmessung und das Kennzeichen und entsprechend fange ich jetzt nicht an, da wegen 20 Euro irgendwie ein Widerspruchsverfahren anzustrengen.
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Da ist meine Arbeitszeit einfach viel zu teuer.
0:07:48–0:07:57
Ich habe eigentlich schon mehr Zeit darin investiert, mich darüber lustig zu machen, als da jetzt irgendwie Schritte einzuleiten, so einen Unfug.
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Dann auch auf einem anderen Kanal jemand schrieb: "Ja, kannst du direkt wegschmeißen, sollen die euch doch verklagen, die können euch gar nichts!"
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Ich sage aber, auf den Stress habe ich auch gar keine Lust.
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Also natürlich ist mein erster Gedanke, was für eine Frechheit, aufgrund dieses Fotos sagen zu wollen, überweisen Sie uns bitte 20 Euro.
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Und eigentlich würde ich einfach gerne jemanden von der Ordnungswidrigkeitenstelle des Nachbarkreises einbestellen,
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damit er uns vor Ort anhand dieses Fotos beiden in die Augen guckt und sagt,
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wer von uns beiden denn jetzt gefahren ist. Ja, mein Gott, so kann man machen,
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ist dann halt kacke, weil also so ein Prinzipienreiter-Kram habe ich keinen Bock
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drauf. Ich beschwere mich ständig darüber, dass mir der Kontrolldruck
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auf deutschen Straßen zu gering ist. Und wenn dann mal kontrolliert wird und man sozusagen in die Falle geht und dabei erwischt wird, dass man halt 77 gefahren ist in der 70-Zone,
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dann muss man halt auch sagen, ja, stimmt und dann bezahle ich das halt so.
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Das ist eigentlich mein Dings dazu.
0:09:02–0:09:11
Dann hatte ich gerade letzte Woche, habe ich ein bisschen gehadert mit meinem üblichen Abschiedsspruch, dass ich der Meinung bin, dass Christian Lindner zurücktreten sollte.
0:09:11–0:09:15
Weil doch der Wissing, unser Verkehrsminister, so viel mehr Quatsch macht.
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Sachen, die einfach hinten und vorne nicht funktionieren, Sachen, wo er sich hart gegen sperrt.
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Also irgendwie CO2-Reduktion im Verkehrssektor ist etwas, das er nicht anfassen will.
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Der liefert einfach eine Menge Stoff für Rücktrittsforderungen und trotzdem habe ich mich aus irgendeinem Grund dazu entschieden, Christian Lindner weiter zu behalten in diesem Satz.
0:09:38–0:09:46
Und wenige Stunden nach der Aufzeichnung kam dann eben dieses Statement von ihm raus, dass er die Kindergrundsicherung infrage stellt.
0:09:46–0:09:52
Ich habe letztes Mal bei der alten Bundesregierung, bei der alten Bundesregierung habe ich ja noch gesagt irgendwie,
0:09:53–0:10:00
dass ich den Verkehrsminister, den Scheuer-Andi, da aus dieser Liste rauslasse, weil es bei ihm nur um Geld geht.
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Und auch hier geht es ja jetzt erst mal nur um Geld beim Finanzminister.
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Aber der blockiert ja Dinge, die ein besseres Leben für alle ermöglichen würden.
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Und der blockiert mit der Kindergrundsicherung etwas, wo Kinder aus einkommensschwachen Familien
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im Zweifelsfall was auf dem Tisch haben zum Essen oder nicht. Und da hört der Spaß für
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mich auf. Also bin ich weiterhin der Meinung, dass Christian Lindner als Bundesfinanzminister
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zurücktreten sollte. Bis das soweit ist oder bis eine weitere Folge von Jörn Schaars feinem
0:10:32–0:10:34
Podcast erscheint: Alles Gute!

 

Mit Bezug auf diese Episode:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 27.08.2023 aufgenommen und veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw ("Jenny's Theme", CC-BY-SA), Philipp Weißmann (bestes Outro der Welt)