JSFP440: live on tape aus Kalifornien

Von Hotelheizungen in der Husumer Packstation bei Tobys neuestem Umzug während einer Demo. Oder so ähnlich.

Die Dauer der Episode 0:30:38Diese Episode erschien am 4. Februar 2024 um 12:54Downloads 601 Downloads
Mit dabei: Gesche
Gesche
Hotelbetten-Fan

         
 

 
Wir melden uns heute live on tape aus einem Hotelzimmer in Kalifornien. Chronologisch etwas unsortiert driften wir durch die Woche, kritisieren Jörns Vokabular und üben generelle Sprachkritik.

Diese Episode hat 13 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 2 Minuten und 21 Sekunden lang.

Shownotes:

 

Transkription der Episode anzeigen

Gesche
0:00:10–0:00:14
(lachend) Hallo und herzlich willkommen in meinem Bett.
Jörn
0:00:15–0:00:20
Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 440.
0:00:21–0:00:24
Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
Gesche
0:00:24–0:00:24
Nicht in meinem Bett.
Jörn
0:00:25–0:00:32
Ja, das ist mal gut. Wir melden uns heute aus dem Beach Hotel Kalifornien.
0:00:33–0:00:34
In Kalifornien.
Gesche
0:00:34–0:00:37
Und ich podcaste aus meinem Bett.
Jörn
0:00:38–0:00:40
Warum melden wir uns aus einem Hotel, mein Schatz?
Gesche
0:00:41–0:00:45
Wir wollten mal wegfahren, mal was anderes sehen.
Jörn
0:00:45–0:00:46
Und was noch?
Gesche
0:00:47–0:00:50
Weiß ich nicht, wüsste ich jetzt nicht. Einfach so.
Jörn
0:00:50–0:00:53
Nicht so doll frieren zu Hause vielleicht?
Gesche
0:00:53–0:00:55
Ich mache ein Beweisfoto, dass ich aus dem Bett podcaste.
Jörn
0:00:55–0:00:59
Ja, es wäre schon gut, wenn das Mikrofon ungefähr in der Nähe deines Mundes bliebe.
Gesche
0:01:00–0:01:02
Das ist doch an der Nähe meines Mundes.
Jörn
0:01:02–0:01:06
In einer ähnlichen Entfernung, nicht immer so hin und her machen.
Gesche
0:01:07–0:01:09
(wedelt mit dem Mikrofon) Meinst du, das kriegt da nicht mal Auphonic hinterher hin,
0:01:09–0:01:10
dass das wieder gut klingt?
Jörn
0:01:11–0:01:18
Es war keine gute Idee, die Anklipsmikrofone von Rode mitzunehmen,
0:01:18–0:01:20
aber die Headsets hätten zu viel Platz weggenommen.
0:01:21–0:01:23
So, also warum sind wir nochmal im Hotel?
Gesche
0:01:23–0:01:29
Ja, weil irgendwie jemand vergessen hat, rechtzeitig Öl zu bestellen und wir
0:01:29–0:01:31
jetzt zu Hause keine warme Dusche haben.
Jörn
0:01:32–0:01:33
Oder eine Heizung.
Gesche
0:01:33–0:01:34
Oder eine Heizung.
Jörn
0:01:35–0:01:37
Ja, und wann kommt das Öl?
Gesche
0:01:37–0:01:38
Wissen wir nicht.
Jörn
0:01:39–0:01:41
Aber wie lange bleiben wir dann im Hotel?
Gesche
0:01:42–0:01:43
Montag.
Jörn
0:01:44–0:01:44
Okay.
Gesche
0:01:47–0:01:50
Schatz, wenn wir Montagfrüh noch mal duschen, das ist wichtig, ne?
Jörn
0:01:50–0:01:51
Das ist richtig wichtig, ja.
Gesche
0:01:52–0:01:53
Lange und warm.
Jörn
0:01:53–0:01:54
Ja, genau.
0:01:56–0:01:59
Weil wir dann vielleicht mehrere Tage keine Gelegenheit dazu haben.
Gesche
0:02:00–0:02:05
Ja, wir können dann, Dienstag können wir einfach jemanden in Kiel besuchen zum Duschen.
0:02:06–0:02:10
Ich denke mal, bis Dienstag wird aber auch Öl geliefert werden.
Jörn
0:02:10–0:02:11
Na, ich bin gespannt.
Gesche
0:02:12–0:02:13
Bestimmt.
Jörn
0:02:13–0:02:14
Ja.
Gesche
0:02:16–0:02:20
Es hat auch niemand so richtig kommuniziert, wer für diese Öllieferung zuständig ist.
0:02:21–0:02:25
Zumal das Gemeindehaus da ja auch mit dran hängt. Und ich hoffe sehr für unsere
0:02:25–0:02:31
bezaubenden Sekretärinnen, dass sie am Montag nicht erfrieren im Büro.
Jörn
0:02:31–0:02:31
Ja.
Gesche
0:02:35–0:02:38
Aber wir wollten doch eh mal rauskommen.
Jörn
0:02:38–0:02:39
Das stimmt.
Gesche
0:02:40–0:02:45
Kalifornien, hallo. Wundern sich jetzt Leute, warum wir in Kalifornien sind?
Jörn
0:02:47–0:02:51
Willst du es erklären, sicherheitshalber? Also wir haben uns einfach,
0:02:51–0:02:56
weil wir keine Heizung haben, in den Flieger gesetzt und sind einfach um die halbe Welt geflogen.
Gesche
0:02:56–0:03:00
Ja. Oder sind wir nach kurz hinter Kiel gefahren.
Jörn
0:03:00–0:03:02
Ja, das haben wir gemacht.
Gesche
0:03:02–0:03:03
Kalifornien-Schönberg?
Jörn
0:03:03–0:03:06
Kalifornien, Kreis Plön.
Gesche
0:03:07–0:03:10
Kreis Plön. Aber Gemeinde Schönberg. Oder nicht?
Jörn
0:03:10–0:03:11
Das kann sein.
Gesche
0:03:12–0:03:12
Naja.
Jörn
0:03:14–0:03:19
Ja. Ja. Es war ein bisschen eine abenteuerliche Woche diese Woche,
0:03:19–0:03:25
unter anderem, weil ich eine E-Mail bekommen habe, dass in der Packstation in
0:03:25–0:03:26
Husum ein Paket auf mich wartet.
0:03:28–0:03:35
Und das ist insofern, ich will nicht sagen kompliziert, aber problematisch,
0:03:35–0:03:37
weil wir ja gar nicht mehr in Husum wohnen.
0:03:38–0:03:41
Nun hatte ich aber glücklicherweise da in der Nähe zu tun und habe gedacht,
0:03:41–0:03:45
ja prima, dann fahre ich nach meinem Termin noch kurz in Husum vorbei.
0:03:45–0:03:51
und hole das dann ab und stand also vor der Packstation und habe die App mit
0:03:51–0:03:56
dem Ding verbindet und dann hieß es (Gesche lacht laut, weil ich "verbindet" gesagt habe) das ist dein richtiges Wort nein,
0:04:00–0:04:05
ich habe gewartet dass das Handy sich mit der App verbindet du hast gerade gesagt,
0:04:05–0:04:11
du hast das App mit dem Ding du sprichst es die ganze Zeit falsch aus es heißt JaSlighting,
0:04:12–0:04:17
also Also ich habe das Handy verbunden mit der Packstation und dann sagt die
0:04:17–0:04:21
Packstation App, ja hier, scann mal den Strichcode von deiner Abholkarte.
0:04:21–0:04:23
Hatte ich ja aber gar nicht, weil
0:04:23–0:04:27
das Paket offensichtlich direkt in die Packstation geliefert worden war.
Gesche
0:04:28–0:04:29
Warum eigentlich?
Jörn
0:04:30–0:04:34
Weil es einfach nette Leute gibt, die mir Sachen schicken. Das war sehr nett.
Gesche
0:04:34–0:04:36
Aber hast du schon gesagt, wem es war?
Jörn
0:04:36–0:04:37
Nee.
Gesche
0:04:37–0:04:40
Hat die Person dann noch nicht mitbekommen, dass wir nicht mehr in Husum wohnen?
Jörn
0:04:40–0:04:45
Das ist die eine Variante. Die andere Variante ist, dass einfach die Packstation
0:04:45–0:04:48
in dem Amazon-Adressbuch steht,
0:04:50–0:04:55
als feste Instanz, und das einfach, also das ändert sich dann ja nicht automatisch.
0:04:56–0:04:59
Naja, jedenfalls habe ich dann versucht, als ich wieder zu Hause war,
0:04:59–0:05:01
den Kundenservice von DHL zu erreichen.
0:05:01–0:05:06
Hahaha, das geht nur mit einem Chatbot, der erstaunlich hartnäckig ist.
0:05:07–0:05:09
Ich habe dann gleich geschrieben, ich möchte bitte mit einem echten Menschen
0:05:09–0:05:12
sprechen und der Chatbot so, na, vielleicht kann ich Ihnen ja doch helfen,
0:05:13–0:05:14
geben Sie mir doch mal die Sendungsnummer.
0:05:14–0:05:17
Ich sage, nein, ich möchte einen echten Menschen haben, versuchen wir es doch
0:05:17–0:05:19
mal. Also wir haben wirklich mehr oder weniger gestritten.
0:05:21–0:05:24
Das dauert dann ewig und dann heißt es so, ja, vielleicht kann ich Ihnen nicht
0:05:24–0:05:27
weiterhelfen, aber meine menschlichen Kollegen sind gerade nicht für den Chat verfügbar.
0:05:29–0:05:31
Sollen wir sie zurückrufen? Und dann gibst du deine Nummer an und dann kannst
0:05:31–0:05:34
du aus drei Optionen auswählen, wann du angerufen werden möchtest.
0:05:36–0:05:40
Habe ich dann auch gemacht. Das klappte auch. Der Mitarbeiter rief zurück und
0:05:40–0:05:42
sagte, ja, dann bräuchte ich jetzt bitte mal die Sendungsnummer.
0:05:42–0:05:48
Und ich war dummerweise gerade mit Tempo 100 auf der Landstraße unterwegs und
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das fand ich jetzt nicht so eine perfekte Gelegenheit, eine 16-stellige Sendungsnummer zu diktieren.
0:05:54–0:05:57
Und deswegen haben wir uns dann vertagt auf "in 15 Minuten".
0:05:58–0:06:02
Dann habe ich 20 Minuten auf dem Supermarktparkplatz gewartet und dann musste
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ich also die Sendungsnummer,
0:06:04–0:06:08
meine Postnummer, meine Blutgruppe, den Mädchennamen meiner Oma,
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das alles angeben und einen Altar aus Reisigzweigen bauen, bevor dieser Hotline-Fifi
0:06:13–0:06:18
mir dann erzählt hat, dass ich mich einfach nur in der DHL-App hätte anmelden müssen,
0:06:18–0:06:22
um davon einen Abholcode zu bekommen.
0:06:24–0:06:29
Und ich mag Datenschutz, aber das war mir ein bisschen zu viel Tanz für so eine profane Antwort.
0:06:30–0:06:33
Und ich habe mich auch immer gefragt, was die Leute antreibt,
0:06:33–0:06:37
die sich bei Mastodon gerade sehr über App-Zwang aufregen.
0:06:38–0:06:41
Und jetzt verstehe ich es langsam, weil diese blöden Paketstationen kann man
0:06:41–0:06:45
einfach nicht mehr bedienen, ohne ein Smartphone mit der passenden App und einem Kundenkonto zu haben.
0:06:46–0:06:50
Das finde ich sehr schwierig. Es nervt wie Drahtseile.
0:06:51–0:06:55
Aber immerhin, ich bin dann also gestern nochmal nach Husum gefahren,
0:06:55–0:06:57
um das Paket abzuholen und ich habe mich wahnsinnig gefreut,
0:06:57–0:07:01
denn es ist fabulöse Fakten von Daniela Schreiter,
0:07:01–0:07:07
hat mir Stefan geschickt, anlässlich des 10-jährigen Geburtstags von Jörn Schaars feinem Podcast.
Gesche
0:07:08–0:07:09
Was? 10 Jahre Bist du schon alt geworden?
Jörn
0:07:10–0:07:17
Der Podcast. Ja, ja.
Gesche
0:07:17–0:07:18
Weißt du, was auch im Sommer 10 Jahre alt wird?
Jörn
0:07:18–0:07:19
Na?
Gesche
0:07:20–0:07:23
Weißt du es nicht? Was wird im Sommer 10 Jahre alt?
Jörn
0:07:24–0:07:26
Weiß ich nicht, irgendeine Nichte von uns?
Gesche
0:07:27–0:07:27
Sommer 2014?
Jörn
0:07:28–0:07:29
Klingelt nichts.
Gesche
0:07:29–0:07:30
Nee.
Jörn
0:07:30–0:07:32
(flüstert ins Mikrofon) Wir haben da Hochzeitstag.
Gesche
0:07:32–0:07:35
Vielleicht wird es dann auch nicht mehr 10 Jahre alt. Schauen wir mal.
Jörn
0:07:37–0:07:38
Das ist ganz hart.
Gesche
0:07:39–0:07:40
Unsere kaputte Ehe.
Jörn
0:07:41–0:07:46
Bevor ich nach Husum gefahren bin, war ich noch in Kiel und habe Umzugshilfe
0:07:46–0:07:48
für Tobi geleistet. Der Bursche ist mal wieder umgezogen.
Gesche
0:07:49–0:07:57
Der Bursche. Guck mal, das ist, was ich meine, dass du manchmal so extrem alte Leute-Worte benutzt.
Jörn
0:07:58–0:08:00
Aha.
Gesche
0:08:00–0:08:03
Man denkt, Du bist Mitte 40, was ja schon schlimm genug ist. Aber du benutzt manchmal so
0:08:03–0:08:05
Worte, die mein Opa eigentlich benutzt hat nur.
Jörn
0:08:06–0:08:09
Ich habe kurz überlegt, ob ich sagen soll "der Knilch ist umgezogen."
Gesche
0:08:11–0:08:14
Der Bursche. Wer sagt, ja und wer redet denn so?
Jörn
0:08:14–0:08:15
Ich.
Gesche
0:08:16–0:08:19
Oh, ja okay, stimmt. Das war gemein.
Jörn
0:08:19–0:08:20
Das war so extra.
Gesche
0:08:20–0:08:24
Ja und wie war es bei den Burschen? Ich bin übrigens zu Hause geblieben,
0:08:24–0:08:28
nicht aus Faulheit, sondern nur, weil eine kleine Hoffnung bestand,
0:08:28–0:08:31
dass es doch eine Heizöllieferung geben könnte. Gab es aber nicht.
Jörn
0:08:31–0:08:33
Gab es aber nicht. Okay.
Gesche
0:08:33–0:08:34
Zurück zu den Burschen.
Jörn
0:08:35–0:08:39
Tobi hat selber gesagt, es ist sein 28. Umzug. Ich habe mal durchgerechnet,
0:08:39–0:08:42
an mindestens fünf Umzügen war ich beteiligt in irgendeiner Form.
0:08:43–0:08:46
Wenn Tobi irgendwas kann, dann ist es ja Umzüge vorbereiten.
0:08:46–0:08:49
Also es ist halt einfach alles gepackt, alles auseinandergebaut,
0:08:49–0:08:51
alles vorbereitet. Man muss nur noch tragen.
0:08:51–0:08:54
Und das haben wir gemacht. Das waren irgendwie acht oder neun Leute,
0:08:54–0:08:59
die da waren. Und wir waren in einer Dreiviertelstunde fertig mit Runtertragen.
0:09:00–0:09:04
sind dann in die neue Wohnung gefahren und waren in einer guten Dreiviertelstunde
0:09:04–0:09:07
fertig mit Hochtragen und dann habe ich noch ein bisschen,
0:09:08–0:09:13
geholfen beim Vorhänge anschrauben und irgendwie Sachen hinstellen bevor ich
0:09:13–0:09:17
dann losgefahren bin nach Husum das ist chronologisch gerade alles irgendwie
0:09:17–0:09:22
nicht so ganz aber ist ja alles Dings.
0:09:23–0:09:29
Und Tag vorher am Freitag war ich auch noch noch gegen rechts demonstrieren in Kiel.
0:09:31–0:09:36
Freitag Nachmittag um 15 Uhr eine Demo bei Nieselregen und, naja,
0:09:36–0:09:38
ich will nicht sagen Sturm, aber kräftigem Wind.
0:09:39–0:09:43
Und trotzdem waren 5000 Leute da. Das fand ich schon ziemlich gut.
0:09:45–0:09:49
Aufgerufen hatten IG Metall und Fridays for Future und das sind ja nun mal beides
0:09:49–0:09:54
Organisationen, die man getrost als Demo-Profis bezeichnen kann.
0:09:55–0:10:01
Das war einfach gut. Also da war dann irgendwie vom Bauhof der Stadt Kiel,
0:10:01–0:10:03
hatten Leute irgendwie Absperrungen auf dem Exerzierplatz hingestellt,
0:10:04–0:10:06
dass wir also da auch einen Platz
0:10:06–0:10:09
haben, wo wir uns für Start- und Abschlussgrundgebung versammeln konnten.
0:10:10–0:10:15
Und dann sind wir einmal Rathausstraße runter, einen kleinen Kiel längs und
0:10:15–0:10:20
dann über Andreas-Gayk-Straße und Ringstraße wieder zurück.
0:10:22–0:10:30
Zurück zum Exerzierplatz. Genau, an der Praxis vorbei von diesem Nazi-Heilpraktiker,
0:10:31–0:10:33
der auch bei der Wannsee-Konferenz 2.0 mit dabei war.
0:10:34–0:10:38
Das war die einzige Stelle, wo ich Polizisten in Demo-Ausstattung gesehen habe,
0:10:38–0:10:39
also mit Helm und allem.
Gesche
0:10:39–0:10:44
Letztes Mal auch. Letztes Mal auch bei der Demo. In der Woche davor oder zwei Wochen davor.
0:10:44–0:10:48
Da sind wir auch, da ist da Ringstraße. Ich hatte gerade nicht zugehört, Entschuldigung.
Jörn
0:10:49–0:10:50
Kenn ich von zu Hause.
Gesche
0:10:51–0:10:55
Da war auch die Stelle, wo die in ihrer ganzen Kluft standen.
Jörn
0:10:55–0:10:59
Ansonsten waren die halt super entspannt und also viele Kreuzungen und wurden
0:10:59–0:11:03
einfach nur von irgendwie einem Polizisten auf dem Fahrrad abgesichert.
0:11:03–0:11:07
Da war also nicht mehr viel zu tun.
Gesche
0:11:07–0:11:11
Das ist auch clever. Weil sie wissen, dass die Klientel, die da hingeht, auch grundsätzlich so tendenziell
0:11:11–0:11:12
fahrradfahrerfreundlich ist.
Jörn
0:11:12–0:11:16
Ja, stimmt. Oh ja.
Gesche
0:11:16–0:11:20
Macht man sich direkt beliebt damit, wenn man so ein Fahrrad dabei hat. Bei der Klientel hast du ja direkt so einen Sympathiepunkt.
Jörn
0:11:20–0:11:25
Das stimmt. Zwei Highlights hatte ich. Zum einen war da, wo ich gelaufen bin,
0:11:25–0:11:30
waren zwei Jugendliche von Fridays for Future mit so einem Lastenfahrrad, das als Lauti diente.
0:11:30–0:11:35
Und die haben erst irgendwie Anti-Nazi-Lieder gespielt und irgendwann hat dann
0:11:35–0:11:40
einer von denen das Mikrofon angeschlossen und hat dann halt angefangen so Demo-Parolen
0:11:40–0:11:41
zu rufen und der war halt irgendwie,
0:11:41–0:11:45
weiß ich nicht, 14 oder so und ich fand das klang ein bisschen,
0:11:45–0:11:49
fast ein bisschen niedlich, weil der sich sehr angestrengt, der war sehr engagiert.
Gesche
0:11:49–0:11:52
Ich denke, dass der wahrscheinlich Mitte 20 war.
0:11:52–0:11:57
Du mittlerweile nur so ein alter Bursche geworden bist, dass dir alles,
0:11:57–0:12:01
was jünger als 40 ist, so wie Teenager vorkommt.
Jörn
0:12:01–0:12:06
Das kann natürlich sein, aber der war auch noch nicht so ganz fertig
0:12:06–0:12:09
mit dem Stimmbruch, würde ich jetzt sagen.
0:12:10–0:12:11
Ja, naja.
0:12:12–0:12:15
Achso, dann wollte ich noch erzählen, hier so Nerd-Kram mäßig.
0:12:15–0:12:18
Manche Leute haben ja diese Message-Ease-Tastatur.
0:12:18–0:12:24
Die ist speziell für Handy-einhändige Bedienungen gedacht.
0:12:24–0:12:28
Das sind im Prinzip nur neun Tasten mit den wichtigsten Buchstaben und von diesen
0:12:28–0:12:34
neun Tasten kann man in verschiedene Richtungen swipen, um dann weniger wichtige
0:12:34–0:12:35
Buchstaben zu schreiben.
0:12:36–0:12:40
Die habe ich jetzt ein paar Jahre schon benutzt, weil die cool ist und wohl
0:12:40–0:12:42
auch ziemlich datenschutzfreundlich.
0:12:42–0:12:48
Und vorgestern kriegte ich ein Pop-up, dass diese kostenlose Tastatur jetzt
0:12:48–0:12:52
dann bald eingestellt wird und man doch bitte upgraden soll auf die kostenpflichtige App.
0:12:52–0:12:56
Und da habe ich so gedacht, für eine Tastatur auf dem Handy Geld zu bezahlen,
0:12:56–0:13:00
sehe ich nicht so richtig. Aber ich fand das schade.
Gesche
0:13:01–0:13:04
Brauchst du jetzt wieder doppelt so lange zum Tippen?
Jörn
0:13:04–0:13:04
Ja, mindestens.
0:13:07–0:13:13
Wir sind bei Netflix, haben gerade die vierte Staffel von
0:13:13–0:13:16
Cobra Kai uns zu Ende angeguckt und die fünfte angefangen.
Gesche
0:13:16–0:13:17
(lachend) Das war so schlecht.
Jörn
0:13:17–0:13:21
Es wird immer trashiger. Also in der vierten Staffel...
Gesche
0:13:21–0:13:26
Aber die letzten Folgen wurden wieder besser sogar. Weil dann auch mal was passiert ist.
Jörn
0:13:27–0:13:27
Ja.
Gesche
0:13:27–0:13:33
Und nicht nur die ganze Zeit so die gleiche Geschichte von vor 40 Jahren in
0:13:33–0:13:37
der nächsten Generation erzählt und alle hassen sich die ganze Zeit gegenseitig.
Jörn
0:13:37–0:13:39
Und es geht immer nur um, alle Probleme sind mit Karate zu lösen.
Gesche
0:13:40–0:13:40
Ja, nur.
Jörn
0:13:41–0:13:47
Also vierte Staffel ist sehr trashig. Es geht auf die Neuauflage des All Valley
0:13:47–0:13:51
Karate Turniers hinzu.
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Und der Vorstand dieses Turniers trifft sich in einem Konferenzraum und sowohl
0:13:58–0:14:02
die schauspielerische Leistung, als auch die Kulisse, als auch Kamera und Licht
0:14:02–0:14:05
haben mich so krass an einen Haitrash-Film erinnert.
0:14:07–0:14:12
Und auch worüber die diskutiert haben, dass ja der Wechsel zu blauen statt roten
0:14:12–0:14:17
Matten für mehr Zuschauer gesorgt hat oder dass die Demografie der Fans weiblicher
0:14:17–0:14:20
wird und man auch junge Mädchen ansprechen muss oder oder oder.
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Und was ich auch, was auch immer schlimmer wird, finde ich, ist die Figur des Johnny Lawrence,
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der halt nicht nur immer noch in den 80ern stecken geblieben ist und alles irgendwie
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badass machen will und muss, sondern
0:14:36–0:14:39
der hat jetzt dann auch noch so ein Männlichkeitsding irgendwie am Laufen.
0:14:40–0:14:43
Also an einer Szene steht er in der Küche und macht irgendwie Mittagessen,
0:14:43–0:14:47
so eine Art Chili, probiert das und sagt, das ist noch nicht männlich genug
0:14:47–0:14:50
und schüttet einfach noch eine komplette Packung Beef Jerky mit rein.
0:14:51–0:14:56
Und also, ja. Aber fünfte Staffel wird, glaube ich, ein bisschen besser,
0:14:56–0:15:02
weil sich dann gibt es einen neuen Antagonisten und noch jemand aus der Vergangenheit von,
0:15:03–0:15:08
Daniel-San tritt auf. Also, ja, könnte gut werden.
0:15:08–0:15:12
Ich habe das Gefühl, du bist überhaupt gar nicht so mit dabei heute.
Gesche
0:15:12–0:15:16
Nee, weil ich bin hier gerade abgelenkt von einer Blue Sky Diskussion,
0:15:16–0:15:21
wo jemand Jemand meint, dass wenn jemand anderes eine andere Meinung zum Gendern
0:15:21–0:15:25
hat, der quasi ein Nazi ist und von einer Party rausgeschmissen werden sollte.
Jörn
0:15:27–0:15:28
Okay.
Gesche
0:15:28–0:15:30
Ich weiß nicht, was mit Menschen los ist.
Jörn
0:15:31–0:15:34
Ja, eine Menge ist mit Menschen los.
Gesche
0:15:35–0:15:36
Wann ist das passiert?
Jörn
0:15:37–0:15:40
Ich glaube, das hat sehr viel mit Corona zu tun.
Gesche
0:15:40–0:15:43
Du benutzt das generische Maskulinum? Nazi!
0:15:43–0:15:45
Raus mit dir. Leute, Ist doch nicht euer fucking Ernst!
Jörn
0:15:46–0:15:54
Tja Es ist tatsächlich ein bisschen problematisch
0:15:54–0:15:58
mit den Leuten die sich so stark gegen Gendern aussprechen,
0:16:00–0:16:04
Habe ich jetzt, oh, was war das für ein Podcast? Achso, genau, Logbuch Netzpolitik.
0:16:05–0:16:11
Da war der Typ zu Gast von Korrektiv, der mit dabei war oder das mit organisiert
0:16:11–0:16:17
hat, diese Wannsee 2.0 Konferenz an die Öffentlichkeit zu bringen und die Inhalte daraus.
0:16:17–0:16:21
Also die haben ja da wirklich zum Teil Tonmitschnitte von den Leuten hinbekommen.
Gesche
0:16:22–0:16:24
Da wurde wahrscheinlich auch nicht gegendert.
Jörn
0:16:24–0:16:28
Nee, und da war ja vor allem Silke Schröder, ehemals Vorsitzende des Vereins
0:16:28–0:16:30
Deutsche Sprache, mit dabei.
0:16:31–0:16:39
Und naja, also es gibt halt eben aus rechten Kreisen eine sehr starke Strömung,
0:16:39–0:16:40
die Gendern verbieten wollen.
0:16:41–0:16:48
Und deswegen kann man eben durchaus eine Parallele ziehen, sagt er, Jean Peters,
0:16:49–0:16:57
zwischen Gender, gegen Gendersterne zu sein oder überhaupt gegen Gendern zu sein und Nazi zu sein.
Gesche
0:16:57–0:17:00
Ja, aber was heißt denn eine Parallele ziehen?
Jörn
0:17:00–0:17:03
Es gibt da eine grundsätzliche Verbindung.
Gesche
0:17:03–0:17:08
Eine Schnittmenge. Aber das lässt doch in der Logik den Umkehrschluss schon nicht
0:17:08–0:17:13
zu, zu sagen, jeder, der gegen Gendern ist, ist aufgrund oder gegen gendergerechte
0:17:13–0:17:17
Sprache, der das generische Maskulinum benutzt, wie auch immer, ist deswegen Nazi.
0:17:17–0:17:20
Das ist doch, Entschuldigung, der größte Bullshit.
Jörn
0:17:21–0:17:27
Ja, das ist das, was Jean Peters in diesem Interview gesagt hat. Ich gebe das nur wieder.
Gesche
0:17:29–0:17:33
Aber hat der das gesagt? Also wie soll ich das sagen? Es gibt doch auch auch
0:17:33–0:17:36
zum Beispiel von Nazis, so eine Tendenz,
0:17:39–0:17:42
Umweltschutzthemen irgendwie zu besetzen. Also zum Beispiel,
0:17:43–0:17:47
ich sage mal, völlig aus der Luft gegriffen, ich denke mir jetzt ein fiktives
0:17:47–0:17:48
Beispiel aus: Seeadlerschutz.
0:17:50–0:17:55
Komplett fiktiv. Das heißt aber nicht im Umkehrschluss, dass Umweltaktivisten
0:17:55–0:18:01
rechts sind, sondern dass es Themen gibt, wo sich Extremrechte mit draufsetzen.
0:18:01–0:18:03
Und das ist doch bei Gender auch so.
0:18:04–0:18:09
Nur ist natürlich ein Umweltthema in linken Bubbles vielleicht auch eher anschlussfähig,
0:18:10–0:18:12
sodass da der Verdacht nicht so gleich da ist.
0:18:12–0:18:16
Aber wenn jetzt jemand einfach eine andere Meinung hat über Sprache oder Sprache
0:18:16–0:18:20
einfach anders benutzt, dann da gleich sonst was zu unterstellen,
0:18:20–0:18:25
ich finde das komplett kontraproduktiv und das führt nirgendwo hin.
0:18:25–0:18:28
Und ja, nee, weiß ich nicht.
Jörn
0:18:29–0:18:34
Ja, also vielleicht ist da auch der Punkt, wenn man gegen Gendern ist und sich
0:18:34–0:18:40
dabei auf die Expertise oder die Einschätzung des Vereins Deutsche Sprache stützt,
0:18:40–0:18:46
dass man dann eben sich von potenziell rechten Leuten lenken lässt. Keine Ahnung.
Gesche
0:18:49–0:18:53
Ich glaube, man muss halt einfach sehen, dass sehr großen Teil der Bevölkerung
0:18:53–0:18:55
dieses Thema schlicht scheißegal ist.
0:18:55–0:18:59
Und wenn hier halt jemand sagt, mein Gott, es interessiert in meinem Job niemand,
0:18:59–0:19:08
ich bin halt, weiß ich nicht, sag mir einen Job, mir fallen keine normalen Berufe ein.
Jörn
0:19:09–0:19:10
Schreiner.
Gesche
0:19:11–0:19:15
Ich bin Schreiner. Auch als Frau. Oder wir haben zum Beispiel noch eine gute Freundin von uns,
0:19:15–0:19:18
die Ärztin ist, die aber regelmäßig sagt.
Jörn
0:19:18–0:19:19
Sie ist Arzt.
Gesche
0:19:19–0:19:24
Das ist da einfach so. Sie würde sich nicht als Ärztin bezeichnen.
0:19:24–0:19:28
Sie spricht von sich selber in der männlichen Form. Genauso in der Kita habe
0:19:28–0:19:34
ich das auch erlebt, wo es einmännliche Mitarbeiter gab und trotzdem immer von
0:19:34–0:19:36
den Mitarbeitern gesprochen wurde, nicht von den Mitarbeiterinnen.
0:19:37–0:19:41
Fand ich auch ein bisschen komisch. Das ist halt aber deren Sprachgebrauch.
0:19:41–0:19:46
Und wenn da Leute sagen, ja komm, schnick, schnack, ich habe da gerade keine Aufmerksamkeit für.
0:19:47–0:19:50
Solange man halt andere Leute nicht dafür anpöbelt, wenn die so reden,
0:19:50–0:19:53
wie sie reden, wo ist das Problem?
0:19:55–0:19:58
Es ist vielleicht auch ein bisschen Luxus.
0:19:58–0:20:03
Sich stundenlang danken, weil es ist jetzt Gendersternchen oder Gendergap oder
0:20:03–0:20:06
was weiß ich, was gerade inklusiver und so machen zu können.
Jörn
0:20:07–0:20:08
So.
Gesche
0:20:08–0:20:11
Vielleicht kriege ich jetzt mal ein bisschen Hate ab. Ich habe noch nie Hate,
0:20:11–0:20:14
glaube ich, bekommen, nachdem ich bei dir im Podcast war.
Jörn
0:20:14–0:20:19
Ja. Vielleicht passiert es jetzt. Mal gucken, in welchen Bubbles das gefallen wird.
Gesche
0:20:19–0:20:22
Die woken Jörn-Schaar-Fans fallen jetzt über mich her.
0:20:23–0:20:28
Ich finde, alle seien fast so reden, wie sie wollen. Hauptsache, sie reden keinen Hass.
Jörn
0:20:28–0:20:34
So. Ich habe bei Netflix eine Serie alleine angefangen zu gucken.
0:20:34–0:20:39
Die heißt Loudermilk und es geht um einen Typen namens Sam Loudermilk.
0:20:39–0:20:46
Früher gefeierter Musikkritiker und jetzt halt irgendwie Leiter einer Gruppe
0:20:46–0:20:49
der anonymen Alkoholiker.
0:20:49–0:20:54
Aber er ist halt auch ein Arsch und pöbelt die ganze Zeit rum und redet davon,
0:20:54–0:20:57
was für Versager seine Gruppenmitglieder sind.
0:20:58–0:21:05
Und dann droht die Kirchengemeinde, die ihm den Raum zur Verfügung stellt,
0:21:05–0:21:11
damit ihn rauszuschmeißen, wenn er nicht sich um die Tochter eines Verwaltungsmitglieds da kümmert.
0:21:12–0:21:19
die in einer toxischen Beziehung lebt ständig raucht und also kifft und Drogen
0:21:19–0:21:23
nimmt und säuft und so weiter und dabei ist ihr Leben wegzuschmeißen,
0:21:23–0:21:26
das aber nicht so richtig einsieht und dann geht er da kurz hin,
0:21:26–0:21:31
die beschimpfen sich und am Ende zieht sie bei ihm ein weil sie gemerkt hat,
0:21:31–0:21:34
dass er recht hat und er betreut sie da so ein bisschen,
0:21:35–0:21:40
und da passiert eine ganze Menge was wahnsinnig witzig ist finde ich.
0:21:43–0:21:48
Das ist aber leider nur die erste Staffel, denn dann wird es langsam so ein
0:21:48–0:21:54
bisschen düsterer, weil in der zweiten Staffel klar wird, dass sein bester Freund,
0:21:54–0:21:57
mit dem er sich die Wohnung teilt, der ihn jahrelang belogen hat,
0:21:57–0:22:10
was sein Reha vom Alkohol angeht, also der säuft halt heimlich und ist gerade dabei,
0:22:10–0:22:14
die Ex-Frau von Sam Loudermilk zu heiraten.
0:22:14–0:22:18
Und er spricht nämlich immer davon, dass er seine Frau nach einem Unfall verloren
0:22:18–0:22:22
hat, wo er besoffen war, das Auto um den Baum gewickelt hat und ihm ging es
0:22:22–0:22:24
gut und seiner Frau nicht so sehr.
0:22:24–0:22:27
Das ist die konkrete Formulierung. Man denkt halt, die wäre dabei gestorben.
0:22:28–0:22:33
Sie hat aber nur, also in Anführungszeichen nur, einen Teil ihres Beins verloren,
0:22:33–0:22:37
trägt jetzt eine Prothese und hat, wie sich dann in der zweiten Staffel herausstellt,
0:22:37–0:22:41
die Beziehung aufgelöst, weil er auf einmal nur noch davon geredet hat,
0:22:41–0:22:45
dass er jetzt trocken sein muss und nur noch seine Sitzung im Kopf hatte.
0:22:46–0:22:50
Und sie aber sagte, na gut, er ist gefahren, weil ich zu besoffen war und nicht
0:22:50–0:22:54
mehr konnte und Unfälle passieren und ich will trotzdem weiter Party machen.
0:22:55–0:23:00
Naja, und die und sein bester Freund heiraten nun und das bringt am Anfang der
0:23:00–0:23:06
zweiten Staffel die Stimmungslage so ein bisschen runter, ist aber nichtsdestotrotz sehr unterhaltsam.
0:23:08–0:23:10
Ja, gucke ich gerne gerade.
0:23:12–0:23:17
Und ich habe eine kurze Podcast-Serie gehört, fünf Teile hat die, heißt "Tatort Ostsee".
0:23:18–0:23:24
Und es ist eine ziemlich aufwendige und sehr, sehr gründliche Recherche über
0:23:24–0:23:27
die Sprengung von Nord Stream 2 bis hin dazu,
0:23:28–0:23:32
dass die Journalisten, die diesen Podcast machen, das gleiche Boot gemietet
0:23:32–0:23:38
haben wie die Gruppe von Tauchern, die wohl für die Sprengung von Nord Stream
0:23:38–0:23:40
2 verantwortlich waren.
0:23:40–0:23:43
Und sind damit rausgefahren mit einem professionellen Skipper,
0:23:44–0:23:50
mit Sicherheits- und Munitionstauchern, also Leuten, die sowas ähnliches auch
0:23:50–0:23:57
machen, um einfach mal nachzuempfinden, ob das jetzt ein sicherer Einsatz war.
0:23:58–0:24:06
Insbesondere die Episode 4, Augen in Erbsensuppe, da geht es halt genau darum,
0:24:06–0:24:08
dass sie da rausgefahren sind und sich das anzugucken.
0:24:08–0:24:16
Und was ich daran besonders schön finde, diese Podcast-Reihe wurde in gekürzter
0:24:16–0:24:21
Form auch beim WDR ausgestrahlt, und zwar ausgerechnet in der Feature-Sendung Tiefenblick.
0:24:24–0:24:26
Badumts, Gesche ist schon wieder abgelenkt.
Gesche
0:24:26–0:24:27
Ja, ich bin immer noch in dieser...
0:24:30–0:24:35
Es geht übrigens nicht um Gendern, sondern um Entgendern.
0:24:35–0:24:39
Und ich musste googeln, was das ist. Ich wusste es nicht.
Jörn
0:24:39–0:24:41
Was ist denn Entgendern? Habe ich noch nie gehört.
Gesche
0:24:41–0:24:44
Ja siehst du, hast du auch noch nicht gehört. Du bist halt auch ein Faschist.
0:24:44–0:24:47
Wer dagegen ist, ist ein Faschist, habe ich gerade bei Blue Sky gelernt.
0:24:48–0:24:50
Das ist diese Y-Form.
0:24:50–0:24:56
Dass man quasi gar kein Geschlecht mehr reinbaut, sondern mit so einem Y hinten.
Jörn
0:24:56–0:25:00
Achso, dieses, also statt Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel Ärztys zu sagen.
Gesche
0:25:00–0:25:00
Ja.
Jörn
0:25:00–0:25:03
Okay. Das ist entgendern?
Gesche
0:25:03–0:25:06
Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden. Also ich habe mir das jetzt schnell
0:25:06–0:25:11
ergoogelt. Und es gibt keinen Grund, der dagegen spricht, sagt Persony.
0:25:13–0:25:13
Ypsilon.
0:25:16–0:25:21
Auf blue Sky. Es gibt keinen Grund, der dagegen spricht, das zu machen. Ist doch klar, Jörn.
0:25:22–0:25:26
Das ist doch, was ist denn das Kontroverse überhaupt daran? Es gibt kein Argument
0:25:26–0:25:29
dagegen. Das ist meine Meinung. Deswegen, wer es nicht macht, ist ein Faschist.
Jörn
0:25:31–0:25:37
Ja gut, also finde ich das diskussionswürdig.
Gesche
0:25:37–0:25:41
Nein, wenn du das diskutieren willst, bist du ein Faschist. Dann schmeiß ich
0:25:41–0:25:42
dich raus von meiner Party.
Jörn
0:25:44–0:25:48
Aber ich kann nicht nach Hause fahren, weil es da kalt ist.
Gesche
0:25:48–0:25:51
Das ist nicht mein Problem.
Jörn
0:25:52–0:25:53
Sondern meins.
Gesche
0:25:54–0:25:58
Sounds like a you problem. Es tut mir leid. Ich dachte, es wird auch ein bisschen
0:25:58–0:26:00
besser, vielleicht auch als Twitter oder so.
0:26:01–0:26:03
Und es ist auch nicht Mastodon, es ist Blue Sky.
0:26:04–0:26:05
Ich dachte.
0:26:05–0:26:10
Diese ganz korrekten moralischen Menschen, die der Meinung sind,
0:26:10–0:26:13
dass es nur einen Weg gibt.
0:26:13–0:26:15
Ich dachte, die sind bei Mastodon alle.
Jörn
0:26:15–0:26:18
Tja, stellt sich raus, sind die gar nicht.
Gesche
0:26:18–0:26:21
Am Anfang war Blue Sky auch irgendwie mehr Spaß.
Jörn
0:26:22–0:26:25
Tja.
Gesche
0:26:25–0:26:29
Okay, ich bin jetzt ruhig, Entschuldigung, ich weiß nur nicht, warum Menschen so sind.
0:26:31–0:26:35
Ich frage mich, ob die auch manchmal noch in diesen draußen rumlaufen oder nur
0:26:35–0:26:43
noch ihren vermeintlich moralisch korrekten Quark in Handys tippen und denken,
0:26:43–0:26:45
dass sie die Welt besser gemacht haben.
Jörn
0:26:46–0:26:49
"Moralinsauer" ist das Wort, das du suchst.
Gesche
0:26:49–0:26:53
Nein. Es ist das Wort, das alte Leute, alte Burschen wie du benutzen.
0:26:56–0:27:00
Ich schwöre, Moralinsauer ist ein Wort, das auch Leute benutzen,
0:27:00–0:27:06
die in Kommentarspalten von Spiegel Online schreiben, gleich gefolgt von solchen
0:27:06–0:27:09
Zitaten wie, was Brot ich esse, das Lied ich singe.
0:27:11–0:27:15
Das sind diese Menschen, ja.
Jörn
0:27:15–0:27:16
Ach so.
0:27:17–0:27:20
Na gut, ich wollte ja nur helfen.
Gesche
0:27:20–0:27:22
Ja, ja, ja, ja.
Jörn
0:27:22–0:27:26
Ja, neue Episode Podjournal ist draußen seit dem ersten.
Gesche
0:27:26–0:27:28
Das war der letzte Punkt schon auf der Liste.
Jörn
0:27:28–0:27:28
Ja.
Gesche
0:27:28–0:27:31
Das ist traurig, sind wir schon wieder fertig mit dem Podcast?
Jörn
0:27:32–0:27:34
Naja, du hast dich ja nicht beteiligt.
Gesche
0:27:34–0:27:35
Ich hab mich nicht beteiligt.
Jörn
0:27:35–0:27:39
Ich bitte dich. Wenn Blue Sky wichtiger ist als Jörn Schaars feiner Podcast,
0:27:40–0:27:43
dann ist es wohl Jörn Schaars feiner Podcast und nicht Gesche Schaars feiner Podcast.
Gesche
0:27:43–0:27:47
Warum eigentlich nicht? Und wer von euch würde Gesche Schaars Feiner Podcast
0:27:47–0:27:50
abonnieren? Jetzt mal ganz ehrlich, weil es gibt schon Buttons.
0:27:52–0:27:57
Es gibt schon Buttons mit meinem Logo. Ich weiß aber nicht, ob die das Logo gespeichert haben.
0:27:57–0:28:01
Also Grüße an Christian Kessen. Haben wir das schon erzählt hier?
Jörn
0:28:01–0:28:01
Nein.
Gesche
0:28:02–0:28:07
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf dem Kongress sind Buttons für Gesche
0:28:07–0:28:08
Schaars Feinen Podcast entstanden.
0:28:09–0:28:15
Und ja, sind dann im Sendezentrum unter die Leute gebracht worden.
Jörn
0:28:15–0:28:16
Ja.
Gesche
0:28:17–0:28:20
Ich weiß aber nicht, das wäre eigentlich auch ein gutes Logo schon gewesen.
Jörn
0:28:20–0:28:25
Ich kenne nur die subversiven Buttons, wo das G von Geesche Schaars Feinem Podcast,
0:28:25–0:28:27
das J von Jörn Schaars Feinem Podcast.
0:28:27–0:28:31
Ach, das sind die. Dann habe ich zumindest, kann ich ein Foto davon in die Show nutzen.
Gesche
0:28:32–0:28:38
Ja, auf jeden Fall. Ich sage mal so, wenn mir jetzt, ich könnte jetzt so ein,
0:28:38–0:28:41
Dings ansetzen, so eine Mindestzahl von Leuten, die mir schreiben müssen,
0:28:41–0:28:44
dass die die Gieschisch-Hasfein-Podcast abonnieren würden.
Jörn
0:28:45–0:28:46
Und wenn ich die erreicht habe.
Gesche
0:28:46–0:28:47
Geht der los.
Jörn
0:28:49–0:28:51
Warum sprichst du im Konjunktiv davon?
Gesche
0:28:55–0:28:55
Was meinst du?
Jörn
0:28:56–0:28:57
Du sagst, ich könnte jetzt.
Gesche
0:28:57–0:29:01
Soll ich das machen? Okay, aber Jörn, wie viele Leute?
Jörn
0:29:02–0:29:05
Ja, musst du entscheiden, was dein Mindestpublikum sein soll.
Gesche
0:29:05–0:29:06
Was mein Preis ist.
Jörn
0:29:07–0:29:08
Du kannst ja einfach sagen, mehr als 20.
Gesche
0:29:09–0:29:14
Sobald mir mehr, aber das sind nicht so viele, hören überhaupt 20 Leute diese Folge?.
Jörn
0:29:17–0:29:22
Alter. Alter. Mit was ich mich hier jeden Tag rumschlagen muss. Genau solche Unterstellungen
Gesche
0:29:24–0:29:29
Wie viel hören dann deine Podcasts?
Jörn
0:29:29–0:29:33
Im Durchschnitt so 500 bis 600
Gesche
0:29:33–0:29:36
Das ist nicht so viel Der Podcast, den ich hatte, hatte mehr Downloads Aber der hatte halt auch nur drei Folgen
0:29:36–0:29:42
Aber die waren sehr gut Und hatten sehr viele Downloads.
Jörn
0:29:42–0:29:46
(sarkastisch) Dicht so viel, das ist die Eckernförder Stadthalle
Gesche
0:29:47–0:29:51
Passen da nur 500 Leute rein? Die Eckernförder Stadthalle ist übrigens auch so ein bisschen veraltet,
0:29:54–0:29:59
Insofern, der Vergleich ist gar nicht schlecht. Hast du Kopfschmerzen oder warum
0:29:59–0:30:00
fasst du dir so an die Stirn?
Jörn
0:30:00–0:30:03
Ich habe Kopfschmerzen, ja. Gerade gekriegt.
Gesche
0:30:05–0:30:06
Oh, mein Handy klingelt Kann ich kurz rangehen?
Jörn
0:30:06–0:30:08
Ja, bitte.
Gesche
0:30:10–0:30:11
(ins Telefon) Gesche Schaar?
Jörn
0:30:12–0:30:17
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass alle, die sich nicht aktiv gegen das
0:30:17–0:30:21
Erstärken des Rechtsextremismus in Deutschland einsetzen, von ihren politischen
0:30:21–0:30:22
Ämtern zurücktreten sollten.
0:30:22–0:30:26
Bis das passiert oder bis eine weitere Folge erscheint von Jörn Schaars feinem Podcast: Alles Gute.

 

Mit Bezug auf diese Episode:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 01.01.1970 aufgenommen und am 04.02.2024 veröffentlicht. Sie steht unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)-Lizenz. Zu hören sind: Jörn, Gesche (Hotelbetten-Fan) Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw ("Jenny's Theme", CC-BY-SA), Philipp Weißmann (bestes Outro der Welt)

2 comments on JSFP440: live on tape aus Kalifornien

  1. Hallo Ihr zwei!
    Seit bestimmt 200 Folgen freue ich mich auf jeden Sonntagnachmittag. Dafür schon Mal Danke!

    Heute habe ich mich aber besonders gefreut.
    Ich bin auch so ein alter „Bursche“ der mit dem Gendern nicht viel anfangen kann. Ich bin aber auch diese, nicht enden wollenden, Diskussionen darum leid.
    Über Gleichberechtigung, Frauenrechte, equal pay usw braucht niemand mit mir zu diskutieren. Aber ich frage mich, was so schlimm daran ist, wenn Frauen hin und wieder ins Maskulinum mit einbezogen werden.
    Wir müssen das leben und nicht präsentieren!
    Liebe Gesche: Von mir ein dickes „LIKE“!

    Macht weiter so ihr Zwei!

    Bis nächsten Sonntag.😉

  2. Huhu!

    Loudermilk ist ne verdammt gute Serie. Ich gebe Dir Recht, die zweite Staffel war erstmal ein herber Schlag. Aber ich habe inzwischen alle Staffeln durch und muss sagen, die Gratwanderung zwischen unfassbar komisch und sehr bedrückende Themen ist extrem gut gelungen.
    Ich freue mich auf weitere Staffeln.
    Mein absoluter Lieblings-Charakter ist Maxi.

    @ Gesche: Glückwunsch zum Podcast! Endlich hab ich den auch in den Player bekommen.
    Zu Deiner Meinung zum Gendern:
    Du hast vollkommen Recht. Warum versuchen einige Menschen das immer so zuzuspitzen? Schubladendenken oder gar Aufzwängen finde ich doof.
    Mir persönlich fällt es unglaublich schwer das Gendern in die Aussprache aufzunehmen. Ebenso das „Ärztys“. Ich hab es mein ganzes Leben anders gelehrt bekommen, bin aber zumindest sehr offen das zu akzeptieren und wenigstens im Schriftverkehr immer wieder zu benutzen. Aber Leute zu verurteilen weil sie das gar nicht nutzen finde ich doof.
    Viele Menschen sehen den Sinn für sich auch nicht mehr darin weil sich ihr Umfeld auch mit dem Thema überhaupt nicht beschäftigt. Meine Eltern zum Beispiel. Sie haben schon davon gehört, würden es aber auf gar keinen Fall benutzen. Eben weil es in ihrem Umfeld einfach keine Rolle mehr spielt.
    Wie gesagt, ich bin bemüht, weiß um die Wichtigkeit, verurteile aber niemanden der das nicht kann/möchte.
    Und das erwarte ich auch von anderen Menschen dass ich mich weder mit „Ärztys“ oder „Ens“ anfreunden werde. Benutzt es meinetwegen, ich nicht.
    So, und nun werft ruhig Steine nach mir. Ich bau mir was schönes draus 😜

    Gruß

    ein alter „Racker“

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