JSFP452: Episodentitel

Von Gerichtsterminen um Käsetoast-Wissenschaft im ungemähten Fledermausgarten von Dr. Specht in Sønderborg. Oder so.

Die Dauer der Episode 0:30:02Diese Episode erschien am 5. Mai 2024 um 11:24Downloads 591 Downloads

 
Ich erzähle ausführlich von der Arbeitswoche. Dafür ergeht zumindest teilweise eine Inhaltswarnung: Ich spreche zwar nicht so detailliert wie die Staatsanwältin, aber doch von einer Gewalttat. Wer das nicht so gut verträgt, kann über die Kapitelmarken komfortabel diese Passage überspringen. Außerdem war ich dienstlich in Sønderborg und privat im Brauhaus "Land in Sicht" essen. Da sind wir in Zukunft öfter, das war richtig gut. Abschließend sinniere ich darüber, dass inzwischen selbst aus Käsetoast eine Wissenschaft gemacht wird und berichte von meinem Netflix-Konsum, bevor ich meinen Gedanken zu alten Schauspieler:innen in Serien und Filmen freien Lauf lasse, die in der Highschool-Zeit spielen.

Diese Episode hat 11 Kapitelmarken und jede von ihnen ist durchschnittlich ca. 2 Minuten und 43 Sekunden lang.

Shownotes:

 

Transkription der Episode anzeigen

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Moin und herzlich willkommen zu Jörn Schaars feinem Podcast Episode 452.
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Ich bin Jörn Schaar und ihr seid es nicht.
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Es war eine relativ normale Arbeitswoche. Ich hatte Termine in Kiel kürzlich,
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unter anderem einen im Umweltministerium, weil bald Energieministerkonferenz
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ist und da wurde schon mal so ein bisschen informiert, was so auf dem Programm steht, zumindest grob.
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Und ich habe gedacht: ich beteilige mich an der Dekarbonisierung des individuellen
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Nahverkehrs, bin deswegen mal wieder auf ein Leihrad umgestiegen.
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Da habe ich ein bisschen was gelernt, zum einen über Zeitmanagement und zum
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anderen über meine Kondition.
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Also ich war ein paar Minuten zu spät und ein bisschen zu verschwitzt für so
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einen Termin, aber das ist manchmal so. Ich soll mich ja auch mehr bewegen.
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Das hatte ich dann auch für den Rückweg vor, da war aber kein Leihrad verfügbar
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Und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass da in der Nähe noch eine Station sein
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müsste und bin so in die Richtung gelaufen, da fiel mir ein:
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"Ach nee, stimmt ja gar nicht, hast du dich letztes Mal schon drüber geärgert."
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Und für den nächsten Bus zum Bahnhof hätte ich dann wieder 300 Meter zurücklaufen müssen.
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Und das war mir irgendwie, ich weiß auch nicht, warum mir das zu blöd war! (lacht)
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Das ist völlig bescheuert. Aber im Endeffekt bin ich dann ungefähr dreieinhalb
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Kilometer gelaufen, nämlich bis zur nächsten Leihradstation in der Nähe des Finanzministeriums.
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Und da habe ich mich dann auf ein Pedelec gesetzt. Oder E-Bike?
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Also ein Fahrrad mit Elektrounterstützung und bin dann bis zum Hauptbahnhof
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zurückgefahren, wo dann an der Radstation ungefähr 20 Fahrräder gestanden haben.
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Wie ich dann aber zwei Tage später rausgefunden habe, sind davon ungefähr 15 reparaturbedürftig.
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Und die mit Akku-Unterstützung, da gibt es offensichtlich irgendwo Ladestationen,
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wo die Fahrräder dann doch nicht wieder landen.
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Und die stehen dann halt da mit leerem Akku und sind für die Miete gesperrt.
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Also das scheint irgendwie so ein bisschen ein Problem zu sein bei der Sprottenflotte
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in Kiel, dass reparaturbedürftige Fahrräder scheinbar nicht abgeholt werden.
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Das ist so ein bisschen schwierig.
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Arbeitsmäßig war ich ansonsten auch noch mal wieder am Landgericht in Itzehoe.
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Da war Plädoyer-Tag im sogenannten Brokstedt-Prozess.
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Ich mache hier mal eine Content-Warnung: Könnte sein, dass die Schilderungen
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des Tages für einige Menschen unangenehm sein könnten, weil es eben um eine Gewalttat geht.
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Ich mache hier drei Sekunden Pause und dann könnt ihr, wenn ihr das nicht so
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gut vertragen könnt, bei der nächsten Kapitelmarke wieder einsteigen.
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Es geht ja bei dem Prozess um jemanden, der
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im Januar 2023 in einem Regionalexpress um sich gestochen und zwei Menschen getötet hat.
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Vier weitere wurden schwer verletzt, zum Teil lebensgefährlich.
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Und das ist auch angeklagt, also zweifacher Mord und vierfacher versuchter Mord
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in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
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Ich hatte da keinen Auftrag zu berichten, sondern die nächste Berichterstattung
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ist dann die Urteilsverkündung, die ist am 15., aber weil da eben nur die Entscheidung
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des Gerichts verkündet wird,
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war es für mich wichtig, jetzt nochmal die Plädoyers gehört zu haben,
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damit ich dann ungefähr weiß,
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wie Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung ihre Forderungen begründen.
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Und ja, der Tag war schwierig, also erstmal in erster Linie wegen der Logistik.
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Von hier zum Landgericht in Itzehoe sind es halt einfach mal anderthalb Stunden
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Fahrt, wenn es gut läuft.
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Und dann wurde die Verhandlung auch relativ kurz nach Beginn erstmal wieder
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unterbrochen, weil der Verteidiger noch einen Beweisantrag gestellt hat,
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er hat nämlich das Gutachten des psychiatrischen Gutachters angezweifelt.
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Und zwar, und das ist eine sehr klare, auch für den Laien erkennbare Verhandlungstaktik,
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der Plan ist seinen Mandanten für schuldunfähig erklären zu lassen.
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Im Ergebnis käme da das gleiche bei raus, nur die Art der Unterbringung wäre
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unterschiedlich, denn der Gutachter hat gesagt,
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der ist zwar voll schuldfähig, aber nicht haftfähig, weil er eben eine schwere
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posttraumatische Belastungsstörung hat.
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Und diese Symptome der PTBS werden eben in einer Haftzelle offensichtlich schlimmer,
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das hat die U-Haft gezeigt in zwei Fällen und deswegen müsse er ohnehin in einer
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forensischen Einrichtung untergebracht werden und das ist eben auch das,
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was der Verteidiger erreichen möchte, aber eben mit der Anerkenntnis der Schuldunfähigkeit.
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Und der Verteidiger hat nun also ein Zweitgutachten beantragt,
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dass er sagt, er sieht in dem vom Gericht beauftragten Gutachten einige Schwächen,
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die sich mit den Aussagen mehrerer Zeugen, die auch Psychiater sind oder zumindest die,
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der eine ist erst in Weiterbildung zum Facharzt, aber kann man so zählen.
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Und die haben eben auf Psychose diagnostiziert.
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Und das kam eben vom Gericht beauftragten Gutachten nicht raus.
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Und deswegen hat er gesagt, diese Schwäche, das müssen wir nochmal unabhängig überprüfen lassen.
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Ja, und darüber hat das Gericht dann eben fast zwei Stunden,
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vielleicht sogar ein bisschen länger beraten, dann kamen sie wieder raus,
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den Antrag abgelehnt, war auch nicht so ganz erwartbar oder es war nicht klar, was passieren würde.
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Die anderen JournalistInnen und ich haben da so ein paar Sachen im Kopf durchgespielt,
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was dann passieren würde.
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Und dann, ja, der Antrag wurde abgewiesen. Daraufhin hat er einen neuen Beweisantrag
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gestellt, beziehungsweise erstmal eine Pause beantragt, um seinem Mandanten
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zu erklären, was jetzt passiert ist und zu besprechen, wie sie damit umgehen wollen.
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Und nach dieser Pause kam er dann mit einem neuen Beweisantrag zurück,
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für den er auch erstmal eine Unterbrechung brauchte, um den zu Papier zu bringen.
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Darüber musste die Kammer wieder beraten. So und dann war es am Ende schon ungefähr
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15 Uhr, also wir waren dann schon 5 Stunden da, über 5 Stunden,
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bis überhaupt die Plädoyers angefangen haben.
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Ich bin normalerweise ein bisschen abgebrühter, gerade auch bei Mord- und Missbrauchssachen,
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aber irgendwas hat mich diesmal ein bisschen mehr angefasst.
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Wahrscheinlich, also es ist gar nicht mal immer so die Detailtiefe dessen,
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was da in den Plädoyers oder in der Anklageschrift nochmal zutage kommt,
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sondern es ist ja Aufgabe eines jeden Prozessbeteiligten für die eigene Sache
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einzustehen und im Zweifelsfall eben auch Mitgefühl zu wecken.
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Also sprich, dass die Staatsanwältin dann nochmal erzählt,
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dass eines der beiden Opfer 26 Messerstiche abbekommen hat und dass ihr Freund,
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zwei Jahre älter, also sie waren beide unter 20, sich buchstäblich dazwischen geworfen hat.
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Und dann auch, ich weiß, ich habe es jetzt nicht direkt parat,
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wie viele Stiche es konkret waren, aber einer davon ging eben auch durchs Herz und das alleine.
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Damit kann ich grundsätzlich umgehen. Aber dann die Nebenklage.
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Die Anwältin der Eltern, eines der Opfer, dass die also sagt,
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ich schließe mich im Wesentlichen dem an, was die Staatsanwältin gesagt hat,
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die Forderung tragen wir so mit, lebenslange Haft, besondere Schwere der Schuld.
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Aber dass die dann noch sagt, lassen Sie mich ein bisschen über,
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und ich sage jetzt noch nicht mal den verkürzten Namen, über die Person erzählen.
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Da hätte ich rausgehen können, ganz ehrlich.
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Das wollte ich überhaupt gar nicht wissen, was die für ein Mensch war.
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Und ich glaube, das ist so ein bisschen das Ding.
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In anderen Fällen, die ich am Gericht begleitet habe, und insbesondere eben
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in Itzehoe, ging es um Mord, um Missbrauchssachen,
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zum Teil wirklich ekelhaften Kram, hat mich komplett, also ich will nicht sagen
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komplett kalt gelassen, ich nehme vieles davon nämlich mit nach Hause,
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aber da ist so ein bisschen der Notizblock, den ich dabei habe,
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Aber der ist so ein bisschen mein Schutzschild. Ich habe dann eine Aufgabe,
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dahinter kann ich mich verstecken.
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In diesem Fall wurde das tatsächlich greifbarer, menschlicher,
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persönlicher. Das war schwierig.
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Und wie gesagt, ich weiß gar nicht warum. Das ist das Einzige,
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woran ich das so ein bisschen festmachen
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kann, dass die Nebenklage eben so persönlich geworden ist mit dem.
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Und dann ist es natürlich umso schwerer zu ertragen, wenn der Verteidiger vorträgt.
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Ich muss noch ein paar Schritte zurückgehen.
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Als der nämlich das Zweitgutachten gefordert hat,
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habe ich da gesessen und dachte, ja so klar, mit der Begründung,
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jetzt wenn ich mir das so in Erinnerung rufe, was der eine Zeuge,
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den ich an dem Tag gehört habe vorher und der Gutachter gesagt haben,
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da ist schon eine Diskrepanz.
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Ja klar, also natürlich, da muss wohl ein Zweitgutachten her.
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Und ich war eigentlich auch davon ausgegangen, dass das Gericht dem stattgeben
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würde, weil sie so akribisch bisher waren. Und dann kommt der Richter und sagt,
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ja, das ist ja Quatsch, was Sie da erzählen.
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Das und das und das haben Sie völlig verkürzt wiedergegeben.
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Die Expertise des Gutachters ist da und da und dadurch belegt,
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unter anderem dadurch, dass er das seit 36 Jahren macht und in dem Fachbereich
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forensische Psychiatrie auch unterrichtet.
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Dies, dasm, Ananas, und hat im Prinzip den Antrag komplett zerlegt.
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So, und diese Situation von das,
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was der da vorträgt, dem kann ich erstmal folgen und zustimmend nicken.
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Die hatte ich bei seinem Verteidigungsplädoyer nicht, bei seinem Schlussvortrag.
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Da ist mir das auch aufgefallen, wo er Dinge verkürzt,
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wo er Schuld verlagert vom Angeklagten hin zu den Behörden, die unbestritten
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Fehler gemacht haben in dem Fall, und wo er dann auch
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vermeintlich wahnhafte psychotische Episoden seines Mandanten als Tatsachen hingestellt hat,
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dass also in seiner Wahrnehmung er beleidigt worden ist von Menschen auf dem
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Bahnsteig, im Zug und den ganzen Todesopfern.
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Das ist schwer zu ertragen dann.
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Ich weiß auch, dass der Vater eines der Menschen aus dem Zug,
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also es war nur ein Nebenkläger auch wirklich anwesend an diesem speziellen
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Tag und sein Vater saß im Publikum, der war sehr agitiert, um das mal so zu sagen.
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Den hat er sehr, sehr mitgenommen.
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Und ich habe mich auch beim Kopfschütteln ertappt und dann fiel mir ein,
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das ist halt der Job des Verteidigers, jemanden zu verteidigen.
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Und im Gerichtssaal ist er die einzige Person, die auf der Seite des Angeklagten steht.
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Komplett unerheblich, was er selber darüber denkt.
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Er muss ja trotzdem versuchen, seinen Mandanten zu verteidigen gegen die ganzen
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Vorwürfe, die da vorgebracht worden sind.
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Und das ist eben, wo ich dann so dachte, ja okay, also alle,
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auch die Nebenklageanwälte, die auch sehr doll mit dem Kopf geschüttelt haben,
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zum Teil bei dem Vortrag, hätten
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in einer ähnlichen Konstellation wahrscheinlich ähnlich argumentiert.
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Also wenn die in der Rolle gewesen wären, hätten sie wahrscheinlich ähnlich argumentiert.
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Also seine Forderung ist eben, auf Schuldunfähigkeit zu erkennen und dann entsprechend
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die Strafe zu mildern auf acht bis zehn Jahre,
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die dann in einer psychiatrischen Einrichtung abgesessen werden sollen.
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Und dann eben die Frage, ob er danach dann raus darf, ist dann ungeklärt.
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Glaube ich. Müsste ich in meine Notizen gucken.
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Und ja, ich muss sagen, ich finde das dann, sowas zu hören, finde ich spannend.
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Im Nachhinein hätte ich auch sagen können, ich habe für den Tag keinen konkreten
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Auftrag, also sprich, ich verdiene nichts damit, wenn ich da zu diesem Prozesstag fahre.
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Deswegen bleibe ich zu Hause und lese mir einfach die zusammenfassende Berichterstattung,
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der verschiedenen Medien durch, von denen ich wusste, dass sie da sind.
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Und so die Entscheidung dahin zu fahren, war dann doch wieder eine gute,
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weil das eigene Erleben, das eigene Verstehen, um sich selber ein Bild zu machen,
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da einfach in dem Fall deutlich wichtiger war.
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Dann hatten wir irgendwann diese Woche relativ spontan den Drang,
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essen gehen zu wollen und haben uns überlegt, wo wir denn hinwollen.
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Wir haben noch einen Freund angerufen, der hat sich bei uns gemeldet,
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ob wir Zeit hätten und was machen wollen.
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Dann haben wir gesagt, lass uns mal da und da treffen und dann gehen wir gemeinsam
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essen. Und da waren wir in Eckernförde im Brauhaus Land in Sicht.
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Das ist so von der Einrichtung nicht so, wie ich mir ein Brauhaus vorstellen würde.
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Also es ist direkt an der Strandpromenade in Eckernförde und wirkt einfach so
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ein bisschen fancy-schmancy. Auch wieder mit diesen Filamentlampen in einer unglaublichen Zahl.
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Die haben also mehrere Regale, in denen nur diese Lampen drinstehen.
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Da hingen noch dutzendweise von den Dingern von der Decke. Ich hatte da aus
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einem Restaurant in Neumünster erzählt, dass ich die da das erste Mal im Einsatz
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gesehen habe, also sprich außerhalb eines Baumarktes.
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Und ich bin immer mehr überzeugt davon, dass die bei uns einfach nicht in unser
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Konzept passen. Also alles sehr, sehr fancy.
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Und man sieht dann aber hinten, hinteren Ende des Gastraums in so einer Scheibe,
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kann man so in den Brauraum gucken.
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Da sieht man so die Gärkessel oder wie das heißt.
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Aber für die Lage eben super freundlich, super zugänglich. Hund überhaupt gar kein Problem.
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Und ja, kommt mal her und hier ist noch ein Platz am Fenster.
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Also wir hatten wirklich einen tollen Tisch. Fantastisch, auch ganz ohne Reservierung,
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super freundliche Leute, die da arbeiten.
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Ziemlich stabile Leute auch, denn vor kurzem ging eben genau dieses Brauhaus
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so ein bisschen durch die Presse, weil dort ein Stammtisch der örtlichen AfD stattfinden sollte.
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Heute ein AfD-Ratsherr hatte dort auf seinen Namen einen Tisch reserviert für
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30 Personen, was erstmal nichts Ungewöhnliches ist.
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Die haben so einen Nebenraum, wo das auch gut funktionieren kann.
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Und dann stellte sich aber raus, dadurch, dass eben Leute kamen und fragten:
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"Wo ist denn der AfD-Stammtisch?", dass es eine politische Veranstaltung wäre.
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Und da hat er halt kurzerhand gesagt, so Leute, nicht auf die Tour.
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Hätte die AfD selber angemeldet, hätten sie von 95 Prozent aller Restaurants eine Absage kassiert.
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Also haben sie halt den Ratsherrn vorgeschickt, dessen Namen,
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der war offensichtlich nicht beim Personal bekannt. Und abgesehen davon hätte
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es ja auch eine Familienfeier sein können.
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Und dann haben die halt einfach die ganze Versammlung rausgeschmissen und haben
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30 Hausverbote ausgesprochen, weil sie gesagt haben, so nicht politische Veranstaltung
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kann man bei uns grundsätzlich machen, aber dann wollen wir es vorher wissen.
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Und er sagte auch, wenn es jetzt irgendwie einen Empfang gäbe,
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was weiß ich, sagen wir mal CDU-Fraktion, SPD-Fraktion würden da ihren Jahresempfang
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machen und da kämen dann eben auch Mitglieder der AfD, wäre es kein Problem.
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Aber so, nee. Und allein dafür haben wir gesagt, da müssen wir jetzt dann mal
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hin und mal gucken, ob das schmeckt, was die da machen und den Laden unterstützen.
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Und ja, es schmeckt wahnsinnig gut, was die da machen.
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Die haben auch sehr leckeres Bier. Ich muss noch eine Rezension schreiben,
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weil wir wirklich sehr zufrieden waren, auch unabhängig von dieser politischen Geschichte.
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Ich kann da gerade gar keine Quelle zu verlinken, weil es die ausschließlich hinter Paywall gibt.
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Aber wahrscheinlich lohnt sich da schon ein Blick in die Rezensionen bei Google,
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um zu gucken, wie das Klientel sich da verhält.
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Ja, das war jedenfalls sehr lecker und da sind wir sicherlich nicht das letzte Mal gewesen.
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Dann war ich nochmal dienstlich unterwegs, nämlich gestern am Samstag und zwar
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in Sonderburg oder Sønderborg auf Dänisch. Ich hoffe, dass ich das richtig ausspreche.
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Ich müsste eigentlich wirklich Dänisch lernen, so nah wie wir da dran sind,
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so oft wie wir da immer im Urlaub sind.
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Naja, wurscht. Thema ist immer mehr, Deutsche wandern nach Süd-Dänemark aus
0:16:36–0:16:42
und ein Großteil von ihnen wandert nach Dänemark ein, weil sie mit der Einwanderungspolitik
0:16:42–0:16:43
in Deutschland nicht zufrieden sind.
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So, das war ein Text, der so über die dpa kam. Da hat mich eine Redaktion.
0:16:52–0:16:54
Ich bin beauftragt, mal zu gucken, was das denn für Leute sind,
0:16:54–0:16:57
die da hingehen und was die Gründe sind, blablabla, hin und her.
0:16:58–0:17:00
Und da gibt es dann verschiedene Möglichkeiten. Ich habe mich jetzt also für
0:17:00–0:17:02
den vergangenen Samstag entschieden,
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weil da zufällig ein Willkommenstag war, eine Veranstaltung für Zuzügler,
0:17:07–0:17:13
die zum Teil schon seit mehreren Monaten da wohnen, dass die nochmal offiziell
0:17:13–0:17:15
vom Bürgermeister begrüßt werden, nochmal erfahren,
0:17:15–0:17:18
was es für Möglichkeiten der Vernetzung gibt, soziale Netzwerke,
0:17:18–0:17:21
ehrenamtliche Initiativen, Sprachkurse und so weiter.
0:17:22–0:17:25
Und das finde ich total spannend. Wenn man die Seite der Stadt aufruft,
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dann gibt es eine deutsche Version.
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Also man kommt eigentlich mehr auf eine "Hallo, wandert bitte zu uns ein"-Seite.
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Einfach deswegen, die Gegend ist zwar sehr schön, Sonderburg ist eine sehr idyllische
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Stadt direkt am Wasser, aber die haben halt das Problem der Abwanderung junger Leute.
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Junge, qualifizierte Leute wollen lieber in Kopenhagen wohnen oder in anderen
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Großstädten und eben nicht in Sondeburg.
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Und deswegen hoffen sie auf Zuwanderer.
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Und da waren Menschen angemeldet aus 50 verschiedenen Nationen,
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hat mir der Pressesprecher der Stadt erzählt. Und das war natürlich die perfekte
0:18:01–0:18:05
Variante. Ich hätte auch zu irgendeinem Zuzügler-Stammtisch kommen können,
0:18:05–0:18:06
wäre auch kein Problem gewesen.
0:18:06–0:18:12
Aber so hatte ich eben den Bürgermeister, die Zuwanderungsbeauftragte oder Zuzüglerbeauftragte
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der Stadt und eben ein paar Neuankömmlinge gleich auf einem Dutt.
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Alles das, was ich an O-Tönen bräuchte, habe ich auch gleich bekommen.
0:18:19–0:18:22
Da waren sehr spannende Sachen dabei.
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Unter anderem auch eine Frau, die sagte, sie ist ausgewandert ihrer Söhne wegen,
0:18:29–0:18:33
also beide deutlich im Teenageralter, denn die sind Freilerner und in Dänemark
0:18:33–0:18:37
gibt es keine Schulpflicht wie bei uns, man kann seine Kinder auch selber unterrichten.
0:18:38–0:18:41
So und da sagt der Bürgermeister, ja das ist erlaubt, aber es ist eigentlich
0:18:41–0:18:47
nicht erwünscht, aber es gibt auch keine Handhabe dagegen, wenn die Leute das machen wollen.
0:18:47–0:18:51
Naja, also der Beitrag, der wird dann morgen fertig und läuft dann irgendwann
0:18:51–0:18:53
bei DeutschlandfunkNova.
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Ich weiß gar nicht, ob der irgendwo online dann auftaucht. Mal gucken,
0:18:56–0:19:00
ob ich den dann noch verlinken kann. Dann muss ich über eine Sache reden und zwar Käsetoast.
0:19:01–0:19:06
Käsetoast war vor allem im Campingurlaub mit dem Gastteenie ein Ding.
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Wir haben uns über weite Strecken davon ernährt, Toastscheiben mit Käse bestreut
0:19:11–0:19:17
auf dem Gasgrill zuzubereiten. Ja, das war ein Ding, als wir in Schweden waren.
0:19:17–0:19:21
Mochten wir alle sehr gerne, haben wir sehr gerne gegessen. Und jetzt nehme
0:19:21–0:19:26
ich wahr, dass es irgendwie das Grilled Cheese Sandwich wird irgendwie immer größer.
0:19:26–0:19:31
Neulich hat Holgi bei Mastodon gefragt, ob es irgendwo jemand eine Empfehlung
0:19:31–0:19:36
hätte für einen, Zitat, "ernstzunehmenden Grilled Cheese Laden in Berlin".
0:19:36–0:19:41
Was ja impliziert, dass es auch schlechte gibt, die man nicht ernst nehmen kann.
0:19:41–0:19:45
Oder welche, die sich auf was anderes spezialisiert haben und das Käsetoast
0:19:45–0:19:49
nur als Nebenbeiprodukt anbieten oder sowas.
0:19:49–0:19:56
Und jetzt flog an mir vorbei eine Podcast-Episode vom Zeitmagazin Wochenmarkt,
0:19:56–0:20:02
wo Sophie Passmann das "ultimative Grilled Cheese Sandwich" zubereitet hat.
0:20:02–0:20:08
So eine Küchenkolumne, die auch einen Podcast bekommen hat. Und natürlich kochen
0:20:08–0:20:10
die nicht nur, sondern sie unterhalten sich auch noch über irgendwelche Sachen.
0:20:11–0:20:14
Sophie Passmann finde ich sowieso toll. Die ist wahnsinnig schlau,
0:20:14–0:20:16
super witzig und echt schnell.
0:20:17–0:20:21
Und hat eine sehr gute Haltung zu ganz vielen Sachen, finde ich.
0:20:21–0:20:26
Im Wesentlichen klingt es darum, die machen halt so eine Wissenschaft aus Grilled Cheese Sandwiches.
0:20:26–0:20:32
Es ist einfach Butter in eine Pfanne, Scheibe Toast rein, Käse drüber,
0:20:32–0:20:38
noch eine Scheibe Toast obendrauf und dann wird das irgendwann umgedreht und fertig.
0:20:38–0:20:42
Ja klar, dann kann man dann überlegen, so welche Arten von Käse nimmt man,
0:20:42–0:20:45
nimmt man eine Sorte oder zwei, tut man noch Mozzarella dazu,
0:20:45–0:20:47
damit es schöne Fäden zieht.
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Das Einzige, was ich dazu tue, ist Kräutersalz. Das ist der Shit.
0:20:51–0:20:53
Aber alles andere ist in meiner Welt illegal.
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Sicherheitshalber verlinke ich mal die Episode in den Shownotes und mich würde
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interessieren, was ihr davon haltet, sowas wie Grilled Cheese,
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wie Käsetoast, so sehr zu überhöhen. Hm.
0:21:06–0:21:10
Ansonsten mache ich mit beim "Mähfreien Mai". Das ist eine Aktion,
0:21:10–0:21:14
zu der unter anderem die Gartenakademie Rheinland-Pfalz und die Deutsche Gartenbaugesellschaft
0:21:14–0:21:18
1822 in diesem Jahr wieder aufgerufen haben.
0:21:18–0:21:24
Und der Gedanke ist, dass man zumindest einen Teil davon des Gartens nicht mähen
0:21:24–0:21:28
soll. Und zwar konkret einen Quadratmeter, den man auf der Rasenfläche markieren
0:21:28–0:21:30
soll und die nicht gemäht wird.
0:21:30–0:21:35
Und dort sollen dann bis Ende Mai alle vorkommenden Blüten gezählt werden und
0:21:35–0:21:37
in eine Tabelle eingetragen werden.
0:21:37–0:21:41
Und dann kann man die Zählergebnisse und die Bilder der Blühflächen bis Anfang
0:21:41–0:21:43
Juni an die Gartenakademie schicken.
0:21:43–0:21:48
Und die 25 EinsenderInnen der artenreichsten Wiesenbilder, so steht es auf der
0:21:48–0:21:52
Homepage, erhalten von der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822 e.V.
0:21:52–0:21:56
als Dankeschön ein Samenpäckchen mit einer heimischen Wildblütenmischung aus
0:21:56–0:22:00
dem bundesweiten Projekt "Tausende Gärten, Tausende Arten".
0:22:00–0:22:04
Und die besten drei Zählergebnisse werden zudem mit einem Sonderpreis belohnt.
0:22:05–0:22:06
Darum geht es mir überhaupt gar nicht.
0:22:07–0:22:11
Sondern es geht mir darum, dass ich, als ich vergangenes Wochenende den Rasen
0:22:11–0:22:15
gemäht habe, ich vorher aus dem Küchenfenster buchstäblich Amsel,
0:22:15–0:22:20
Drossel, Fink und Star dabei beobachtet habe, wie da einige von denen auf, ich würde mal sagen, fünf oder
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sechs Quadratmetern Rasen eine ganze Weile sehr beschäftigt waren mit Picken.
0:22:26–0:22:28
Die haben offensichtlich da eine Menge Futter gefunden.
0:22:28–0:22:31
Und dann bin ich halt rausgegangen, habe gemäht. Und als ich fertig war,
0:22:31–0:22:35
kam dann nochmal einer von den Finken vorbei und hat nochmal so ein bisschen
0:22:35–0:22:41
geguckt und der war dann auf einer größeren Fläche unterwegs und sehr auf der
0:22:41–0:22:44
Suche nach Futter, aber hat nichts gefunden und war auch seitdem nicht mehr da.
0:22:44–0:22:48
Ja, und wir haben in Husum ja auch schon sehr, sehr selten gemäht,
0:22:48–0:22:51
was den Nachbarn nicht so richtig gefallen hat, aber wir hatten dadurch einfach
0:22:51–0:22:54
sehr viel mehr Tiere und Insekten im Garten, also Schmetterlinge,
0:22:54–0:22:58
Blindschleichen, ein Igel hat da gewohnt und das ist ja auch der Hauptgrund,
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warum hier kein Mähroboter jemals seinen Dienst aufnehmen wird.
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Erst mal, weil wir eventuelle Tiere im Garten nicht gefährden wollen und zum
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anderen, weil so ein kurzgemähter Rasen ökologisch halt einfach wenig Sinn ergibt. Das bringt dann nichts.
0:23:15–0:23:19
Also wird es für mich jetzt darum gehen, so eine Mischung zu finden,
0:23:19–0:23:24
aus kniehoch und ganz kurz irgendwo in der Mitte, dass da eben einfach noch
0:23:24–0:23:25
ein bisschen Leben übrig bleibt.
0:23:25–0:23:29
Und das werde ich jetzt mal im Mai verfolgen, wie sieht der Rasen eigentlich
0:23:29–0:23:35
nach vier Wochen aus und daraus dann abzuleiten, ich muss nicht alle zwei Wochen
0:23:35–0:23:38
mähen, sondern es reicht vielleicht auch alle drei oder alle vier Wochen.
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Stichwort Natur: es ist wieder Fledermaus-Zeit. Inzwischen sind zwei Fledermäuse
0:23:44–0:23:48
bei uns im Garten unterwegs und wir machen abends immer Fledermaus-Kino,
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so kurz vor Einsätzen der Dunkelheit irgendwo.
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Im Augenblick ist das so ungefähr 20.40 Uhr.
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Da kommen die beiden und fliegen ums Haus. Auch da, als der Rasen noch höher
0:23:59–0:24:01
stand, waren die länger da.
0:24:02–0:24:05
So, das ist auch etwas, das ich beobachtet habe.
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Jetzt gucken die halt mal, finden da auch was, kommen auch jeden Abend regelmäßig
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wieder, aber nicht mehr so, die sind nicht mehr so lange da unterwegs,
0:24:14–0:24:17
weil offensichtlich dann relativ schnell alles abgefrühstückt ist.
0:24:17–0:24:19
Und bei uns war ein Specht zu Gast am Meisenring.
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Wir haben einen Meisenring an einer Tanne und da saß eines Nachmittags ein Specht.
0:24:24–0:24:26
Ich habe noch nie einen Specht gesehen, immer nur gehört.
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Und jetzt saß der also da am Meisenring und hat sich da gütlich getan.
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Das fand ich total schön.
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Was bei Netflix diese Woche fertig geworden ist, ist die Serie "Daybreak",
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auch so eine Miniserie mit zehn Folgen.
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Es geht darum, dass durch eine Atombomben-Explosion - ob es Atombomben waren
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wird nicht wirklich klar - alle Erwachsenen sterben und alle Jugendlichen überleben
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und die eine neue Gesellschaft aufbauen.
0:24:54–0:24:59
Und vier Monate nachdem das passiert ist, liegt alles in Schutt und Asche.
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Es ist also eine völlig apokalyptische Welt mit so "Mad Max"-Vibes,
0:25:03–0:25:08
wo Leute sich irgendwie durchschlagen und in Stämmen organisieren,
0:25:08–0:25:14
die nach ehemaligen Highschool-Interessengebieten organisiert sind.
0:25:14–0:25:17
Denn die Erwachsenen sind nicht zwingend tot, nicht alle davon,
0:25:17–0:25:22
sondern einige sind auch zu Ghoulies geworden, also zu so einer Art Zombies.
0:25:22–0:25:25
Die haben einen erhöhten Blutdurst und fressen auch Menschen auf.
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Diese Serie ist einerseits gruselig und brutal, andererseits aber so komplett Banane.
0:25:34–0:25:37
Mein lieber Scholli, es macht einen Heidenspaß.
0:25:38–0:25:47
Es gibt zum Beispiel einen, der Anführer der Jocks, die wirklich so Mad Max-mäßig unterwegs sind.
0:25:47–0:25:50
Sehr rabiat, sehr brutal vorgehen auch.
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Und der Anführer, der unterhält sich nicht, der redet nur in Grunzlauten.
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Es gibt eine Folge, die zum großen Teil aus seiner Sicht erzählt ist,
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wo er dann so rumgrunzt und dann sieht es so aus, als würde jemand mit einem
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Edding auf dem Bildschirm was schreiben, was er sagt.
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Er ist dann von einem Pfeil getroffen worden und dann wird diese Wunde eingekreist,
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ein Pfeil drauf, da steht dann "Aua" daneben. Also wirklich total bescheuert.
0:26:13–0:26:14
Aber macht einen Heidenspaß.
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Ich habe jetzt noch eine Folge nach. Die gucke ich heute noch fertig und dann
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kann ich die auch abhaken.
0:26:20–0:26:24
Was mir aufgefallen ist, Das war auch bei "Dead Boy Detectives".
0:26:26–0:26:32
Es wird immer so deutlich bei solchen Produktionen, dass häufig "alte" Schauspieler
0:26:32–0:26:36
gecastet werden, um Highschool-Schüler zu spielen.
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Also Leute, die 15, 16 sind, werden dann von Leuten dargestellt, die Mitte 30 sind.
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Das ist mir bei "Dead Boy Detectives" auch aufgefallen.
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Da laufen sie ja rum mit so einem Medium, mit einer jungen Frau. Und in einer Episode
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wird mehrfach betont, dass die ja eigentlich jetzt in der Schule sein sollte.
0:26:56–0:27:00
Ich dachte so, hä, soll die jetzt unterrichten? Nee, aber die soll eigentlich
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eine Schülerin sein, eine Jugendliche sein.
0:27:03–0:27:07
Ist sie aber nicht, rein von der Optik her. Und das war eben bei "Daybreak"
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auch, das sind alles Leute, die ja noch nicht mal zwingend jung aussehen.
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Und das sind also eindeutig erwachsene Menschen, die da Jugendliche spielen
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sollen. Das finde ich immer schräg. Das ist ja nichts Neues eigentlich.
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Das haben wir ja auch in den "Spider-Man"-Filmen zum Beispiel gesehen und eigentlich überall.
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Das war ja auch bei "21 Jump Street" damals so.
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Und ich weiß noch, dass ich total empört war, als ich früher,
0:27:38–0:27:43
ich habe Bravo gelesen, wie wir alle damals.
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Und da gab es dann, ich mochte immer besonders diese Filmzusammenfassungen mit
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den Screenshots und beschreiben, was in Filmen passiert.
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Und habe mich also sehr gefreut über den Film "Wayne's World".
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Den mochte ich total gerne. Und dann irgendwie so sechs Wochen später.
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Ich konnte mich da wirklich auch mit identifizieren, dass das eben Highschool-Leute
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sind oder die fertig sind mit der Highschool und jetzt irgendwie so rumdümpeln, also jung sind.
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Und dann war ich total irritiert, als ich irgendwann las, dass der Darsteller
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von Garth Elgar, Dana Carvey, damals 38 war.
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Ich fühlte mich wirklich betrogen davon. Und diese Erkenntnis,
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das fällt mir gerade so ein. (kichert)
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Ja, das ist seitdem nicht besser geworden, sagen wir es mal so.
0:28:27–0:28:30
Also ansonsten kann ich vermelden, dass es eine neue Episode vom Podjournal
0:28:30–0:28:37
gab, die kam ein bisschen verspätet, denn eigentlich produziere ich diese Episoden ja immer am 30.
0:28:37–0:28:42
oder am letzten Tag eines Monats, um dann am Ersten
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des Folgemonats gleich morgens um 6.00 die Episode rauszubringen.
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Und jetzt war es ja eben so, dass ich am Dienstag dieses Pressegespräch hatte
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und ich war einfach echt spät zu Hause und habe einfach überhaupt nicht mehr
0:28:53–0:28:56
daran gedacht, dass ich das noch machen muss.
0:28:56–0:29:00
Und erst als ich dann am nächsten Morgen so beim Frühstück so in die To-Do-Liste
0:29:00–0:29:03
scrollte und dann noch eine Nachricht sah, "du hast da was nicht erledigt",
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dachte ich so, verdammt, dann mussten wir aber erstmal Umzugshilfe leisten bei einer Freundin.
0:29:08–0:29:12
Und dann kam die entsprechend später, hat sich aber auch keiner darüber beschwert,
0:29:12–0:29:13
scheint nicht so schlimm gewesen zu sein.
0:29:13–0:29:17
Und was diese Woche auch rausgekommen ist, die Folge vom Camping-Caravan-Podcast,
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in der ich über den Italienurlaub erzähle und da kann ich hier an dieser Stelle
0:29:21–0:29:26
zwei Nachträge machen, das werde ich da auch nochmal in unserem Ablaufplan vermerken.
0:29:26–0:29:31
Erstens ist unsere Mautbox nur für Italien, deswegen war sie auch günstiger
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und zweitens haben wir nicht 160 Euro bezahlt, da kam noch eine Rechnung nachgekleckert,
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Insgesamt waren es 260 Euro Mautkosten, die wir darüber abbezahlt haben.
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Inklusive der Servicegebühren waren es dann, ich weiß nicht, 280, glaube ich.
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Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass alle, die sich nicht aktiv gegen das
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Erstarken des Rechtsextremismus in Deutschland einsetzen, von ihren politischen
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Ämtern zurücktreten sollten.
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Bis sie das tun oder bis eine weitere Folge erscheint von Jörn Schaars feinem Podcast: Alles Gute.

 

Mit Bezug auf diese Episoden:

Das Kleingedruckte:

Diese Jörn Schaars feiner Podcast-Episode wurde am 05.05.2024 aufgenommen und veröffentlicht. Zu hören ist: Jörn Podcastcover: Siegfried Fock, Tobias Migge Musik: Jason Shaw ("Jenny's Theme", CC-BY-SA)

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